Die Köhlerei als Existenzgrundlage der Hufner und Insten im Kirchspiel Kaltenkirchen

von Ernst Kröger, Kisdorf-Barghoft

1. Kurzer Bericht über das Holzkohlenbrennen
2. Die Voraussetzungen für den Betrieb der Köhlerei waren gegeben im geographischen Kisdorfer Wohld
3. Das Untersuchungsmaterial aus der früheren Zollstelle Ulzburg
4. Die Berichte über die Hölzungen im Kirchspiel Kaltenkirchen aus den Jahren 1630, 1645 und 1660;
a) Der Zustand der Waldungen im Kirchspiel im Jahre 1630
b) Das Besichtigungsprotokoll über die Hölzungen von 1645
c) Die Überprüfung der Holzbestände im Kirchspiel Kaltenkirchen im Jahre 1660
5. Die Hölzungen, genannt Kohlungen, im Kirchspiel Kaltenkirchen nach der Vermessung von 1780
6. Die Auswertung der vier Zollbücher;
a) Das Jahr 1636/37
b) Das Jahr 1671
c) Das Jahr 1672
d) Das Jahr 1698 – ein neuer Betriebszweig entwickelt sich
7. Die Zusammenstellung der Ergebnisse aus den Zollbüchern
8. Die Namen der an den Holzkohlentransporten beteiligten Hufner von 1636/37 und 1671

  1. Kurzer Bericht über das Holzkohlenbrennen:
    Um zunächst eine Vorstellung von dem Betrieb der Holzkohlenbrennerei zu bekommen, wird ein kurzer Bericht über die praktische Köhlerei dieser Arbeit vorangestellt.
    Die Einnahmen aus dem Verkauf der Holzkohle waren für die Kisdorfer Hufner relativ groß. Zur Anlage eines Meilers suchte man im Wald eine erhöhte trockene, grandige Stelle aus. Nach Größe des geplanten Meilers steckte man eine kreisrunde Fläche ab, die einen Spatenstich tief ausgegraben wurde. Dabei wurden die Gras- oder Heidesoden sorgfältig außerhalb des Kreises gestapelt. Inder Mitte grub man einen 3,50 m langen Pfahl, den so genannten Quandelpfahl ein, der als Stütze für das Holz dienen sollte. Das zu verkohlende Holz war armdick und etwa 1 m lang. War das Holz dicker, mußte es gespalten werden. Durch das Aufstellen am Quanderpfahl wurde durch das Holz ein Kamin gestellt.
    War die unterste Schicht fertiggestellt, folgte je nach Größe des Meilers eine zweite und eine dritte Schicht. Das Holz wurde mit einer 5 cm Schicht Heide bedeckt und darüber kamen die abgegrabenen Grassoden mit der Grasnarbe nach innen. Um auf den Meiler zu kommen, legte man einen Erlenstamm darauf, in dem Stufen eingeschlagen waren. Der Quanderpfahl wurde herausgezogen, das Holz stützte sich jetzt ja gegenseitig. In das entstandene Loch schüttete man glühende Kohle und füllte es mit Holz. Darüber kamen dann auch Grassoden. Die Verkohlung begann. Später wurden nach Bedarf erst unten mit einem Millerstaken Löcher in die Bedeckung eingerissen. Die Glut mußte sich gleichmäßig durch das Holz hindurchfressen. Sie durfte nicht mit heller Flamme brennen. Sicherlich haben die Köhler ihr Handwerk verstanden. Sie konnten während der Kohlung den Platz nicht verlassen, und sie mußten Tag und Nacht auf der Hut sein. Stieg kein Rauch mehr auf, waren die Kohlen fertig. Die Grassoden und das Heidekraut wurden heruntergeharkt. Der Anblick eines abgedeckten Kohlenmeilers soll prachtvoll sein. Mit einem Haken riß man einen Kranz Kohlen nach dem anderen heraus. Die Holzkohle wurde in Säcken zu 20 Pfund getan. Danach wurde der Rest mit einer Kohl- harke durchgeharkt. Inder Nähe hatte der Köhler seine Hütte (Kohlboje), denn er mußte Tag und Nacht den Brand überwachen. Wir finden in der Instenliste vom Jahre 1662 drei Namen, davon eine Frau, die wohl alle mit dem Holzkohlebrennen zu tun hatten. Das waren Hans Hinrich, sitzet bien Füer, Hans Kröger, sitzet bien Füer, Maria Schinkel, sitzet bien Füer.
    Die Meiler wurden den Gegebenheiten entsprechend verschieden groß angelegt. So kannte man Meiler zu 8, 12, 16, sogar bis zu 32 Last. 1 Last entsprach etwa 2 Fuder Holz.
    Bei den größeren Meilern war die Gefahr einer Verbrennung größer.
  2. Die Voraussetzungen für den Betrieb der Köhlerei waren gegeben im geographischen Kisdorfer Wohld:
    Über drei Jahrhunderte waren die Erzeugung und der Verkauf der Holzkohle die Haupterwerbsquelle der Hufner in den Waiddörfern des altsächsischen Kirchspieles Kaltenkirchen. In Schleswig-Holstein gab es kein Kirchspiel, das nur annähernd solche Erzeugungsmengen an Holzkohle erreichte. Die Grundlage dieser hohen Produktion war erstens der gute Holzwuchs im geographischen Kisdorfer Wohld, der sich außer auf der Gemarkung Kisdorf über die Fluren vieler benachbarte, früher sogenannter Walddörfer, erstreckt. Der zweite wesentliche Faktor für die große Holzkohlenproduktion war durch die Nähe von Hamburg als Absatzmarkt gegeben. Der dritte Faktor dieser hohen Erzeugung war durch das Recht der Hufner an den Grund und Boden der „gemeinen Weide“ gegeben. Auf den sogenannten Wohldgründen oder Kohlungen nutzten die Hufner das darauf stockende Weichholz, und sie hatten das Recht der Weide auf diesen Flächen. Das ihnen ganz früher auch zustehende Recht auf das Hartholz haue die königliche Regierung ihnen bereits abgenommen, und die Regierung war dabei, ihnen das Recht an den Grund und Boden der „gemeinen Weide“ in gewissen Fällen auch noch streitig zu machen. Die Kohlungen wurden wie die ganze Dorfflur 1775/76 vermessen. 1780 wurden die Kohlungen zum 2. Mal vermessen, wie sie der einzelne Hufner in Besitz hatte und für sich nutzte. Die Hufner hatten dafür die Verantwortung zutragen, daß in ihren Kohlungen kein Hartholz entwendet wurde. Nicht alle Hufner und kein Kätner waren an dem Besitz von Kohlungen beteiligt, und nicht in allen Dörfern hatten die Hufner eigene Kohlungen. Trotzdem haben auch einige Heidedörfer durch Beteiligung und Kauf von Holz zur Verkohlung und anderweitigen Verarbeitung aus den Wohldgründen ihren Nutzen gezogen. Die Holzkohle, die durch die Ulzburger Zollstelle ging, kam nach Hamburg. Auch nach Elmshorn sollen größere Mengen 2. und 3. Qualität zur Verschiffung nach den Niederlanden geliefert worden sein. Leider sind über diese Lieferungen keine Unterlagen vorhanden. Da Schmalfeld eine eigene Zollstelle hatte und nur geringe Mengen Holzkohle von den im Jahre 1636/37 durch die Ulzburger Zollstelle gegangen sind, ist anzunehmen, daß von Schmalfeld und einigen umliegenden Dörfern in diesem Jahre etliche Fuder nach Elmshorn geliefert wurden.
    Der geographische Kisdorfer Wohld mit dem Ratkrügen (91 m) in Kisdorf als höchste Erhebung dieses Höhenzuges im südlichen Holstein ist ein Produkt der vorletzten Eiszeit. Durch das höhere Alter ist hier der Boden mehr ausgelaugt und entkalkt als der in Ostholstein, wo das Land durch die letzte Eiszeit gestaltet wurde. Die Flora im Kisdorfer Wohld enthält aber seltene Pflanzen, die anderswo nicht oder kaum mehr vorkommen. Der Wohld ist Quellgebiet und Wasserscheide. Wohl schon vor 1500 stand auf Ostermannshöm im Kisdorfer Wohld die königliche Glashütte, eine Art Industriebetrieb, der damals von den Gebrüdern Hinrich und Vilax Cordes gepachtet war und von ihnen betrieben wurde. Die Hütte wanderte über Hüttblek nach Struvenhütten. Die Holzkohleproduktion ging am Anfang des 19. Jahrhunderts nach der Verkoppelung der Ländereien schnell zurück, und die Landwirtschaft wurde danach auch hier zur Haupterwerbsquelle der Bauern.
  3. Das Untersuchungsmaterial aus der früheren Zellstelle Ulzburg:
    Um nun über den Umfang der Produktion, über den Absatz und den Transport der Holzkohle etwas mehr zu erfuhren, sollen die Lieferungen von 3 Jahren untersucht werden. Dazu sind die Zollbücher und Unterlagen der früheren Zollstelle Ulzburg in gewissen Jahren geeignet. Die Zollstelle Ulzburg wurde 1629 urkundlich zuerst genannt, die Zollstelle Segeberg wurde schon 1479, die in Bramstedt 1605 und die in Schmalfeld 1606 erwähnt. Um 1636 war wohl die Ulzburger Zollstelle die bedeutendste. So passierten auch viele Wagen aus den Kirchspielen Segeberg, Leezen, Bornhöved und Bramstedt mit Holzkohlen, Bauholz, Holz und Bretter, Getreide und Vieh und anderen Waren die Ulzburger Zollstelle. Viele Wagen kamen von Ostholstein mit Fischen, Getreide, Vieh, Asche und Malz über und aus Neumünster, und vom Norden kamen die Fuhren von Rendsburg über Neumünster nach Ulzburg. Selbstverständlich wurden auch die Waren registriert und verzollt, die den umgekehrten Weg gingen. Zur Untersuchung der Ausfuhr aus dem Kirchspiel wurde 1. das Zollbuch von 1636/37 ausgewählt. Es enthält leider nicht den Durchgang des ganzen Jahres. Es fehlen 14 Tage vom Jahr, die darin nicht aufgezeichnet sind.
    Der Amtsverwalter Matthies von Langen ließ damals die Zoll-Listen ins reine schreiben. Das 1. untersuchte Jahr geht vom 9.10.1636 bis zum 24.9.1637. Die Überschrift des Zollbuches lautet:
    sone 5. Octobris Anno 1636 auf Phillipi Jacobi 1637 Anno 1636
    „Als Königl Beulschreiberbestallung und Licenten Designation des 5. Octobris dem Amtsschreiber Matthias von Langen allererst inceniert worden, hat er solche Designadon demnächst darauf erfolgenden Antrag als den Ein dem doch ganze Ambt puplicieren und öffentlich allkundig lassen und darauf von zutagen auch Woche zu Woche eingehoben wie folgt Erplich“
    „Weiten zu Ulzburg der vordersamste Paß hat er zu erstallen Anfanget gemacht und daselbst vom 9. bis 15. Oktober eingefangen und eingehoben‘

    Zur Untersuchung wurde zuerst ein Jahr ausgewählt, das zwischen den Kriegen 1626/29 und 1643/45 liegt. Dazu wurde als 2. Jahr die Zoll-Liste von 1671 genommen. Das 3. Zollbuch sollte aus einem Jahr stammen, das etwa in der Mitte zwischen 1670 und 1700 war. Leider waren die Eintragungen dieser Jahre zur Auswertung nicht geeignet. Deshalb wurde das Zollbuch des Jahres 1672 untersucht. In diesen 3 Zollbüchern sind neben den Daten die Anzahl der Holzfuhren, die Zahl der angespannten Pferde, die Namen und Orte der Fuhrwerksbesitzer verzeichnet. Ebenso enthalten sie die Ausfuhren aus dem Kirchspiel an Holz, Bauholz, Pfählen, hölzernen Geräten, Vieh, Getreide und anderen Waren. Die Licentgebühren betrugen pro zweispänniger Kohlenfuhre 1 ß, pro vierspänniger Fuhre 2 ß. Man erhob damals 1 % Licent des geschätzten Warenwertes. Schmalfeld baute 1636/37 eine eigene Zollstelle. Nur wenige Wagen mit Holzkohle waren von Schmalfeld in diesem Jahr durch die Ulzburger Zollstelle gegangen. Es ist daher wohl anzunehmen, daß die meisten Fuhren von Schmalfeld und von einigen benachbarten Dörfern damals nach Elmshorn gingen. Die Holzkohlenlieferung von Schmalfeld nach Elmshorn wurde deshalb im Jahre 1636/37 mit den gleichen dz. angesetzt wie Schmalfeld sie 1672 durch die Zollstelle Ulzburg lieferte. Auch Götzberg, Wakendorf und Henstedt bezahlten in diesem Jahr eine Pauschale, aus der die gelieferten Mengen errechnet wurden. Dabei benutzten die Wakendorfer die Zollstelle Speckel, während die Götzberger und Henstedter den Henstedter Baum passierten. Höchstwahrscheinlich ist damit zu rechnen, daß nicht alle Kohlefuhren durch die Zollstellen mit ihren Nebenstellen gingen. Die Wege in den Feldmarken der südlich gelegenen Dörfer boten sich dazu an, die Zollstellen zu umgehen und die Licentgebühren zu ersparen. Sicher hat man auch bei der Pauschalabrechnung versucht, einige Vorteile zu gewinnen. Welche Mengen an Holzkohle vom ganzen Kirchspiel nach Elmshorn gingen, ist leider nicht mehr feststellbar. Neben der Holzkohle wurden gleichzeitig in den drei untersuchten Jahren die Ausfuhren aus dem Kirchspiel an Holz, Bauholz, Bretter, Pfähle, hölzernen Geräten, Vieh und Getreide miterfasst. Im vierten Untersuchungsjahr 1698 wurden die Holzkohle und das Holz nicht erfasst. In diesem Jahre wurde nur das Vieh, das Getreide und der Torf registriert. Der Auszug zeigt, daß die Viehzucht und die Kälbermast bedeutende Fortschritte gemacht hatten. Das Kirchspiel erlangte mit der Zeit einen gewissen Ruf in der Kälbermast, sodaß sogar der Hof des Zaren von Rußland später mit Mastkälbern von hier beliefert wurde. Für bereits verzollte Waren brauchten die Fuhrleute keine nochmaligen Licenten bezahlen, wenn sie bereits die von anderen Zollstellen ausgefertigten Bescheinigungen vorlegen konnten. Trotzdem wurden auch diese Waren im Zollbuch registriert. Die Beladung der zweispännigen Fuhren wurde mit 50 Säcken Kohle a 10kg angenommen, die vierspännigen Fuhren wurden mit 75 Säcken gerechnet. Das ergibt ein Gewicht von 5 dz. bzw. 7,5 dz. pro Wagen Holzkohle. Vielleicht ist die Beladung im Jahre 1636/37 zu hoch geschätzt. Ein gewisser Ausgleich ergibt sich daraus, daß 2 Wochen in diesem Jahr fehlten, und für die nichts berechnet wurde. Sicherlich muß man wohl auch noch mit einer Anzahl „Schwarzfuhren“ rechnen. Dabei sollen die Lieferungen nach Elmshorn bis auf die Lieferung von Schmalfeld bei der nachfolgenden Listenaufstellung nicht angerechnet werden. Bevor nun die Ergebnisse der Untersuchung in zwei Aufstellungen erfaßt werden, soll der Besitz der Hufner und der Gemeinden an den Hölzungen, genannt Kohlungen, in den einzelnen Dörfern festgestellt werden nach der Vermessung von 1775/76 und der von 1780 mit der Größe, Bonitierung und Holzbestand von 1780. Bei der Bonitierung der Böden wirkten 1775/76 mit:
    Ein Landinspektor, die Bauervögte Hans Hamdorf aus Kisdorf, Hans Kröger aus Kattendorf und Jochim Westphal aus Schmalfeld. Der Holzbestand wurde 1780 von den beiden Holzvögten Lanni und Lohbek und den Hegereiter Wind aufgenommen für die Auslegung der königlichen Gehege. Nach dem Ergebnis dieser Holzbestandsaufnahme mußten die Dörfer die entsprechende Fläche mit dem größten Hartholzbestand ihrer Kohlungen an die königlichen Gehege abgeben. Nach dem Ulzburger Protokoll von 1785 sind die vorgesehenen Flächen nach einer Verhandlung mit allen Hufnern des Kirchspieles danach errechnet und festgestellt und nach dem Kaltenkirchener Protokoll von 1786 endgültig bestimmt und ausgelegt worden. Dabei nahm man zur Abrundung der Gehege manchmal im Eigenbesitz der Hufner befindliche Wiesen. Die hiervon betroffenen Hufner sollten bei der späteren Verkoppelung mit entsprechenden Landzulagen entschädigt werden. Sicher waren die Holzbestünde vor 150 bzw. 100 Jahren noch größer.

    Die aufgestellten Listen der Holzkohleausfuhren enthalten:
    1. Die Zahl der vierspännigen Fuhren
    2. die der zweispännigen Wagen,
    3. die Gesamtzahl der Fuhren eines jeden Dorfes und des Kirchspieles,
    4. das Gewicht der gelieferten Kohle von den Dörfern und von dem Kirchspiel in einem Jahr und die rechnerisch durchschnittliche Lieferung eines Jahres aus den drei untersuchten Jahren.

    Aus dem Zollbuch erfahren wir die Namen der Fuhrwerbbesitzer und von Zweckvereinigungen zur Erzeugung und Vermarktung von Holzkohle und Holzwaren. Neben den Interessenten des Winsener Holzes wird es sicher noch andere hier nicht genannte Zusammenschlüsse gegeben haben zur Erstellung, zum Transport und zum Verkauf dieser Erzeugnisse. Das Zollbuch ergibt auch Aufschluß über die Ausfuhr von Holz, Bauholz, hölzernen Geräten, Getreide, Malz, Vieh und Torf aus dem Kirchspiel und über die hierbei angeschnittenen Fragen.
    Anschließend sollen nun die Holzflächen mit ihren Holzbeständen und den Besitzern dieser Kohiungen des ganzen Kirchspieles Kaltenkirchen gebracht werden aus dem Jahre 1780. Dieser Aufstellung sollen aber noch die Berichte über die Hölzungen aus den Jahren von 1630, 1645 und 1660 vorangehen.

  4. Die Berichte über die Hölzungen im Kirchspiel Kaltenkirchen aus den Jahren 1630, 1645 und 1660:
    a) Der Zustand der Waldungen im Kirchspiel im Jahre 1630
    Die erste Bestandaufnahme der Hölzungen, genannt Kohlungen, erfolgte 1630, nachdem Wallenstein und Tilly mit ihren Truppen gegen Ende des Jahres 1629 aus Holstein wieder abgezogen waren. Christian IV. haue 1626 in den Religionskrieg eingegriffen. Nach seiner Niederlage im August 1626 bei Lutter am Barenberg waren Wallenstein und Tilly 1627 bei Bleckede über die Elbe gegangen und hatten Holstein besetzt. Dabei gingen noch viele Häuser in Flammen auf, und der geringe Wohlstand dieses Landes wurde in das Gegenteil verwandelt. Die nun folgenden Protokolle enthalten aber nur den Bestand an Hartholz, das der König ja für sich beanspruchte, während das Weichholz den Hufnern gehörte.
    Nach dem Friedensschluß zu Lübeck gab Christian IV. nachfolgenden Befehl an den Amtmann Casper von Buchwaldt zu Segeberg:
    „Ehrbarer lieber Getreuer. Nachdem wir erfahren, daß bei dieser Kriegesunruhe in unseren dir anbefohlene Amtsholtzungen viel Holzes gehauen, so teils schon ausgebrecht und beschlagen, teils annoch unbeschlagen in Holtaungen lieget. So ist hiermit unser gnädigster Wille, daß Du einen von den Amtsbedienten, der in solchen Sachen erfahren, samt einem Zimmermann, dem zu trauen ist, hierum Nachforschung thun, und durch dieselbe die Breite und Dicke des beschlagenen Holtzes hingleich auch wie dick ins Gevierdte, das angeschlagene werden kann, sambt dem Orte, wo in das lieget, richtig verzeichnen lassest, und solches Verzeichnis uns unsgesamt zuschickest. Undt wir bleiben Dir zu Gnaden gewogen.
    Damm in unser Veste Crempe, den 24. Auguste Arno 1629“ Christian.“
    Anno 1630, den 7. April wurde auf Befehl des Herrn Königlichen departierten Kommissars und Gouverneurs zur Glückstadt Herr Christian Pentz und Christian Langen die Untersuchung im Amte Segeberg vorgenommen. Nach Beendigung der Untersuchungen in den anderen Kirchspielen stellte man im Circspell Koldenkirchen fest:
    „Hüttener Velt ist ein ziemliches vorhanden von Eichen- und Buchenhöltzung, wie dann auch der Kattendorfer Dorfflur angrenzet, von Eichbäumen und Buchen ziemlich vorhanden. & ist aber ein Klein-Velt. Kattendorfer, auch Oersdorfer Feldt und Kahling auch ziemlich Eiche und Buche vorhanden .
    Schmalfelder Wohldt und Breetz wie auch die Beklohe ist an Eichen und Buchen- bäumen bis Kaiserliche Zeiten grob angegriffen worden, er doch noch ziemlich in Esse.
    Coldenkirchen,
    Nützen und Camper Velt ist kein Holtzung vorhanden.
    Weddelbrooks, Lendtvörst Velt ist wenig Höltzung vorhanden, besondern ist stahn is den Lendt-voerder Horst een Ort Hesterholt.
    Die Westerwohld ist sehr und sonderlich bis Kaiserlichen Zeiten verhauen worden und nichtes sonderliches mehr von guten Holt darinnen vorhanden. Möllers Koppel ist von Holtzung in ziemlicher Esse, aber nicht groß, Das Ratheland ist bei den Kaiserlichen Zeiten an Höltzung sehr grob entnommen, daß nicht viel darin Eichbäume nachgebliewen, wie dann auch das Oltzeburger Velt, ebenso.
    Hohehorst und Henstedter Kahlung oder Holtzung ist in ziemlichen Vorrat, jedoch in Kaiserlichen Zeiten viele Bäume darin gehauen, weil es nach der Stadt Hamburg gelegen.
    Götzberger und l4tkendorfer Velt stehn etliche Herrnbäume und sind selbige Veltes auch nicht von den Kaiserlichen verschonet worden.
    Kistorfer Wohld ist von Eichbäumen wenig Vorrath, ohn alles von Buchen noch ziemlich vorhanden und haben bei den Kaiserlichen Zeiten von allen Eichen dieser Wald sehr gehaßet und stehn im Vortrubook, auch in der, weil noch ziemliche Eichenbäume.
    Actum Segeberg
    Christian von Hatten, Klaus Kühlrnann
    Zilben Straten

    b) Das Besichtigungsprotokoll über die Hölzungen von 1645
    Nach dem Schwedenkrieg 1643/45 waren fast alle Dörfer des Kirchspieles abgebrannt. Nach den Amtsrechnungen von 1647 wurden in dem Schwedischen Krieg die Burg Segeberg mit dem Vorwerk und 296 Häuser durch Feuer vernichtet. Im Kirchspiel Kaltenkirchen brannten total ab: Lentföhrden, Nützen, Kampen, Kaltenkirchen, Schmalfeld, Kattendorf, Oersdorf, Henstedt und Kisdorf. In Ulzburg blieben 6 Hufen stehen. Götzberg, Wakendorf, Hütten und Hüttblek erlitten keine Brandschäden. Zum Aufbau war sehr viel Holz erforderlich.
    Auf Befehl des Königs Christian IV. wurde die Besichtigung des Höltzungen im Amte Segeberg nach dem Schwedischen Krieg 1643/45 am 15. Oktober 1645 durchgeführt.
    im Kirchspell Koldenkirchen wurde festgestellt: „Hüttener Feldt war zuvor in ziemlich Esse, nunmehr aber an Eiche und Buche was gehauen, daß kein groß Holz alldarin vorhanden, sondern etwas Kleinstammholz.
    Schmalfelder Wohldt wie auch die Becklohe ist ebenm4ßig diese Zeit sehr verhauen, daß kein Nützlicher Bohm mehr vorhanden, nur etwas Klein Bohmer Holtz.
    Götzberger Feldt standen etzliche gute Eichen, nun aber ganz verhauen, daß kein dienlich Bohm mehr da ist.
    KattendörperFeldt und Oestörper Kahflngs und Feldt dar zuvor gut Holtz vorhanden, ist diese Zeit sehr verhauen ande Eichen und Buchen, also daß wenig Eichen mehr vorhanden, nur etwas Buchen.
    Kaltenkirchen, Nützener und Kampener Velten ist keen Holtz mehr.
    Lentfoerder Veldt ist keen Holz vorhanden, sondern es stehen in den Hörners een 0/in Hesterholz, welches die abgebrandte zu Hütten in Zuleegen abgehauen.
    Westerwohldt ist wenig Holtz gewesen, nun aber ganz verhauen, daß nicht mehr als etzliche spranik Hester vorhanden.
    Möllers Koppel, welches een Kleen Ort und gut Holz vorhanden war, ist ganz weg verhauen, dat keene dienliche Böhm mehr dar sei.

Das Ralandt und Oltzburger Veldt, dar zuvor wenig dickliche Böhme waren, ist ganz weg, nur etzliche kleene Hester mehr
Hogenhorst, der zuvor an Eiche und fluche in ziemlicher Esse war, ist diese Zeit sehr verhauen, alldeweil sich die Leute der Orten haben aufgehalten ist zu den Hütten und Feuerungs Wahl gehauen worden, also daß wenig dienliche Böhme mehr dar sein.
Henstedter Kahling befindet sich, daß kein Bohm mehr allda.
Kistorfer Wohld ist diese Krieges Zeit beide an Eichen und Buchen ganz verhauen, nur etzliche wenig Buchen mehr
Weilen die Hufner dieses Ortes nahe, haben die Leute aller Orten von dem Holtz gehauen und daheim geführet.
Hüttbleker haben kein Holtz.
Verzeichnis was an Eichen-Böhmen im Kirchspiel Kaltenkirchen gefället und noch zur Stelle liegen.
im Huttenwohldt und soda liegen an Eichen klein und groß361 Eichen
im Schmalfelder Wohldt, Bekenlohe, Östorper und Kattendörper Felde 1373 Eichen
Auf dem Kisdorfer Feld liegen 391 Eichen
Kisdorf. Noch im Brande, Brunsthorst und Schümanns Brook 279 Eichen
bei und in Kattendörper Feld 6 Eichen
Henstedter Kahling liegen 98 Eichen
vor der Hohenhorst 25 Eichen
alte Buchen 10 Buchen
Möllers Koppel liegen 139 Eichen
Auf Nützer Feld 47 Eichen
im Westerwohld, Ralandt, und Oltzeburger Feldt 528 Eichen

3247 Eichen 10 Buchen

Verzeichnis was für Holz in den Häusern gefunden wurde und wo gebauet
1. Henstedt 495 Eichen davon 33 Hester
2. Oltzeburg 202 Eichen davon 26 Hester
1 Kisdorf 49 Eichen
c.) Die Überprüfung der Holzbestände im Kirchspiel Kaltenkirchen im Jahre 1660 Nach dem Schweden-Polacken-Krieg von 1657-1660, indem die Bevölkerung außerordentlich drangsaliert wurde, konnte bei der Überprüfung der Holzbestände nur noch wenig Bauholz festgestellt werden. Die Zahl der Stubben kennzeichnet den gewaltigen Eingriff in die Bestände.
Nach der angeordneten Besichtigung von 0. Rantzow ist die Holtzung im Amte Segeberg besichtigt und befunden worden:
„im Kirchspiel Kaltenkirchen wurden gezählt an Stubben:
Lentföhrden in Ihren Kohlungen Holtmarken befinden:
Erstlich in Kahling 327 Stück
Noch an Eichen auf ihrem Feld 30 Stück
Nach an Buchen auf ihrem Feld 137 Stück
ist wenig Bauholz mehr vorhanden.
Nützen in ihren Kühlungen befinden an d. Zahl Stubben 76 Stück. Von beiden obenstehende liegen im Beecklohe, so gehauen noch 22 Stück Eichen, welches den Abgebrannten kann angewiesen werden.
Östorfer und Koldenkirchener Kahling an Eichen-Stuben 255 Stück
Noch an Buchen-Stubben 69 Stück
Vor was noch liegen 95 Stück
ist noch wenig übrig. Noch auf Orstorfer Stücken und Brebeckens 15 Stück
Kahling, Karckbrook und Quade an Eichen-Stubben 339 Stück
Kattendörfer Kahling und Feldmark an Eichenstubben befunden an Buchenstubben befunden 278 Stück
vor was noch liegen 24 Eichen und 2 Buchen
Wakendorfer Feldt und Holdt
An Eichen Stubben befunden 60 Stück
An Buchen 542 Stück
Aufh Hütter Feldt an Eichen-Stubben 21 Stück
an Buchen befunden worden 105 Stück
Kistorfer Feldt und Wohldt an Eichen Stubben 822 Stück
noch an Buchen-Stubben befunden worden 2550 Stück
Von diesem spezificirten Eichen liegen noch 23 Stück, welche zu ihrer Königl. Mayst. Nutz kann verkauft werden.
Götzberger Feldt und Wohldt
An Eichen Stubben befunden 576 Stück
an Buchen k 423 Stück
Auf selbigen Feldmark ist fast nichts geblieben
Auf Wakendörfer Felde befunden an Eichenstubben 43 Stück
noch an Buchen 8 Stück
Im übrigen ist wenig Klein Heesterholtz
Henstede: In ihre Kahlung Twischen und Rehmen an Eichen-Stubben gefunden 5952 Stück
noch an Buchen 193 Stück
hiervon lieget noch an Eichen und Buchen 42 Stück, welches kann verkauft werden
Noch auf der Hohenhorst an Eichen Stubben gefunden 492 Stück
noch Buchen Stubben 462 Stück
Von diesen liegen noch 15 Stück Eichen und 35 Buchen Auf selbigen Horst ist nicht mehr übrig als ein Teil junge Heester.
Auf Oltzburger Feldt
Im Rahlandt, Remen und Weeden an Eichen Stubben 5385 Stück
noch an Buchen Jung-Hester 4306 Stück
Ist noch ziemlich Hester Holtz übrig
Die Holtzung beim Königl. Krug im Eesch genannt zu Oltzeburg ist an guten jungen Eichen Hestern in gutem Stande und nichts darin gehauen.
In den Weeden an Eichen-Stubben befunden 140 Stück
an Buchen-Stubben befunden 111 Stück
Und weil der Wind ein Teil Holz niedergeschlagen hat mann alles nichts in Augenschein nehmen können.

Im ganzen 9942 Stubben

  1. Die Hölzungen, genannt Kohlungen, im Kirchspiel Kaltenkirchen nach der Vermessung von 1780:
    Die Hölzungen oder Kohlungen waren ein Teil der gemeinen Weide. In der Regel gehörten sie den einzelnen Hufnern. In einigen Dörfern gab es auch gemeinschaftliche Kohlungsflächen. Die gemeinschaftlichen Kohlungsflächen hatten nur einen geringen Holzbestand. Die Besitzverhältnisse an den Kohlungen und die Rechtsverhältnisse waren in den Dörfern nicht alle gleich. Sie wurden bei jeder Gemeinde dem Register vom Holzbestand vorangestellt. 1775/76 wurden sämtliche Flächen eines jeden Dorfes zum ersten Mal vermessen. Auch die Hölzungen wurden damals nach den Besitzgrenzen der Hufner vermessen, bonitiert und im Erdbuch registriert. Zur Erlangung einer Grundlage für die Auslegung der geplanten Königlichen Gehege bekam der Oberlandinspektor Major Bruyn den Auftrag, die Kohlungen und alle übrigen im Holz bestandenen Flächen 1780 ein zweites Mal zu vermessen. Dabei sollten die Holzvögte Lanni und Lohbek unter der Aufsicht des Hegereiters Wind die gesamten Holzbestände aufnehmen und registrieren. Die Bonitierungswerte der Vermessung von 1775/76 wurden dabei übernommen. Allerdings wurden die Bonitierungszahlen in Tonnen zu 1 angegeben und nicht wie bisher in Scheffel. In dieser Arbeit sind alle Kohlungsflächen verzeichnet, und die Endsumme ergibt den gesamten Waldbestand eines jeden Dorfes und des Kirchspiels. Außerdem ist auf diesen Flächen der spezifizierte Holzbestand registriert. Der König beanspruchte nicht nur das Hartholz in den Kohlungen, sondern dasselbe sogar auf den eigenen eingefriedigten Flächen der Hufner und ebenfalls auf den Flächen des Struvenhüttener Hofes, der seinerzeit im Besitz des Landrates von Ahlefeld zu Saxdorf war. Aus den mit Hartholz bestandenen Flächen errechnete man 1785 die Landabgabe eines jeden Dorfes an die geplanten Gehege. Die Nutzung des Weichholzes stand demjenigen Hufner zu, in dessen Kohlung oder eigene eingefriedigte Koppel oder Wiese es stand. Die Viehweide auf den Hölzungsflächen als Teil der gemeinen Weide gehörte allen Hufnern gemeinschaftlich. Ebenfalls wurden, wie schon erwähnt, die Holzbestände auf den eigenen eingefriedigten Koppeln und Wiesen und auf den gemeinschaftlich genutzten Acker- und Wiesenflächen aufgenommen. In der letzten Tabelle sind alle mit Holz bestandenen Flächen zusammengefasst nach Abzug der Holzungsflächen, die damals keinen Holzbestand hatten. Diese Holzflächen der Dörfer wurden angegeben in Prozentzahlen ihrer Gesamtfläche.
    Bei den Tabellen können rechnerisch geringe Differenzen sein, die ihre Ursache in der Abrundung auf Scheffel und Tonnen haben und darin, daß einige Parzellen aus der Vermessung von 1775/76 mit denen aus der Vermessung von 1780 nicht übereinstimmten. Bei den Gesamtflächen der Dörfer mußten die Zahlen von 1775/76 zugrunde gelegt werden. 1780 wurden nur die mit Holz bestandenen Flächen und die zwischen und an den Holzflächen liegenden Ländereien ohne Holz vermessen. Ganz geringfügige Abweichungen gab es bei der Registrierung der Holzbestände in Hinsicht auf die Klasseneinteilung, trotz der Ausrichtung der Landmesser durch ihren Chef Major Bruyn. Sehr wertvoll wird diese Aufstellung auch durch die darin enthaltenen vielen Flurnamen, die heute nicht mehr bekannt und gebräuchlich sind. Sie sind aber in dieser Arbeit nicht vorhanden, weil alle Parzellen eines jeden Hufners hier zur Gesamtfläche zusammengerechnet sind, und nur die Holzfläche der einzelnen Dörfer angegeben ist.
    Der König hatte sich mit seiner eigenen Gesetzgebung in der absolutistischen Zeit alles Hartholz auf allen Flächen angeeignet. Das war eine ungeheure Willkür.
    Inhalt:
    1. Die Hölzungen in Lentföhrden
    2. Die Hölzungen in Nützen
    3. Die Hölzungen in Kampen
    4. Die Hölzungen in Kaltenkirchen
    5. Die Hölzungen in Oersdorf
    6. Die Hölzungen in Ulzburg
    7. Die Hölzungen in Kattendorf
    8. Die Hölzungen in Hüttblek
    9. Die Hölzungen in Henstedt
    10. Die Hölzungen im Dorf Struvenhütten
    11. Die Hölzungen auf dem Hof Struvenhütten
    12. Die Hölzungen in Schmalfeld
    13. Die Hölzungen in Götzberg
    14. Die Hölzungen in Wakendorf
    15. Die Hölzungen in Kisdorf
    16. Die Hölzungen im Dorf Winsen
    17. Die Hölzungen auf dem Hof Winsen
    18. Die mit Holz bestandenen Gesamtflächen im Kirchspiel Kaltenkirchen

    Die Holzbestandsaufnahme ergab eine Übersicht über den Bestand, der sollte aber in erster Linie dienen als Berechnungsgrundlage für die Abgabe der Dorfflächen an die geplanten Gehege. Dabei wurde die Qualitätseinstufung (Bonitierung der Ländereien von 1775/76) beibehalten. Die Aufnahme des Holzbestandes erfolgte nach folgendem Schema:
    A. Fläche in Ton. u. Schef.
    B. Obige Fläche in bonitierte Ton.
    Einstufung des Holzbestandes:
    1. Hartholz
    2. Meliert Holz, meist Hartholz
    3. Meliert Holz, teils Weichholz, teils Hartholz
    4. Meliert Holz, meist Weichholz
    5. Weichholz
    6. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch
    7. Kahle Plätze u. Heidelohen
    Krattbusch = verkrüppelter Eichenbusch

  2. Lentföhrden
    In Lentföhrden gehörte das harte Holz dem König, das weiche Holz gehörte demjenigen Hufner, in dessen Kohlung es stand. Die Kohlungen der Lentföhrdener befanden sich an der Schmalfelder Grenze. Von 3088 Tonnen gemeiner Weide waren nur 601 Tonnen als Kohlungen ausgewiesen. Von diesen 601 Tonnen gehörten den einzelnen Hufnern nur 248 Tonnen. Die 353 Tonnen gemeinschaftlicher Kohlungen enthielten nur wenige Streubäume. Das wenige beigemischte Hartholz finden wir mit 63 Tonnen angegeben. Das reine Weichholz betrug 143 Tonnen. Infolge des bodenmäßig bedingten geringen Laubholzbestandes wurde auf Wunsch der Königlichen Rentekammer mit dem Einverständnis der Lentföhrdener Hufner laut Kaltenkirchener Protokoll von 1786 auf den Heideflächen „aufm Lohe an der Weddelbrooker Scheide“ das erste Nadelholzgehege im Kirchspiel angelegt in einer Größe von 184 to. Der Vollhufner No. 3 Joachim Grelk hatte mit 52 Tonnen die größte Kohlung. Als Teil der gemeinschaftlichen Ackerfläche, zwischen den einzelnen Ackerstreifen gelegen, betrugen die mit Eichenkratt bestandenen Rehmen 151 Tonnen.
    Der Viertelhufner No. 13 und die Kätner No. 14, 15, 16 und 17 waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt. Zwischen den Ackerparzellenstreifen gab es 139 Tonnen 2 Sch. Rehmen mit Eichenkrattbusch.
    Kohlungen in Lentföhrden 601 Ton. 26/16 Schef. = 69 Ton., 712/16 Schef. bonitierte Ton. Davon waren: 249 Ton. Hufnerkohlungen und 352 Gemeinschaftskohlungen ohne Holz.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 3 Schef. Hartholz, 63 Ton. 4 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 143 Ton. 2 Schef. Weichholz, 162 Ton. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 232 Ton. kahle Plätze u. Heidelohen
  3. Nützen
    In Nützen waren die gleichen Rechtsverhältnisse wie in Lentföhrden. Die Hufnerkohlungen betrugen nur etwa 1/3 der Gesamtkohlungen. Es gab hier nur 47 Tonnen Weichholz. Typisch für die Ackerflächen waren wie bei Lentföhrden die Rehmen zwischen den Ackerparzellen, die hier mit 118 Tonnen ausgewiesen wurden. Mit 10 Tonnen Hölzung hatte der Vollhufner No. 18 Hans Joachim Sielck die größte Fläche.
    Die Kätner No. 28,29,30, 31, 32, 33, 34, 35 und 36 waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt. Zwischen den Ackerstreifen gab es 118 Tonnen 4 Sch. Rehmen mit Eichenkrattbusch.
    Kohlungen in Nützen 153 Ton., 15/16 Schef. = 26 Ton., 3/l6 Schef. bonitierte Ton. Davon waren 48 Ton., 114/16 Schef. Hufnerkohlungen u. 105 Ton. 71/16 Gemeinschaftskohlung ohne Holz.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 47 Ton., 2 Schef. Weichholz, 9 Ton., 3 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 96 Ton., 4 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen. Zwischen den Ackerparzellen gab es hier 118 Ton. Rehmen mit Krattbusch.
  4. Kampen
    Die gleichen Rechtsverhältnisse waren in Kampen. Die Hufner besaßen etwa 2/3 der gesamten Hölzung. Darin gab es fast nur Weichholz. Auf den gemeinschaftlich genutzten Kohlungsflächen war nur sehr wenig Holz. Die größte Kohlung besaß der Vollhufner No. 39 Daniel Averhoff mit 119 Tonnen.
    Die Kätner No. 42, 43, 43 b waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Kampen 149 Ton. 2/l6 Schef. = 43 ton., 12/16 Schef. bonitierte Ton.
    Davon waren: 90 Ton., 4 16/16 Schef. Hufnerkohlungen u. 58 Ton., 9/ 16 Schef. Gemeinschaftskohlung ohne Holz.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 1/16 Schef. Hartholz, 6 Ton., 7 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 43 Ton., 6 Schef. Weichholz, 30 Ton., 1 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 68 Ton., 4 Schef. kahle Plätze ii. Heidelohen
  5. Kaltenkirchen
    Auch in Kaltenkirchen gehörte dem König das harte Holz, den Hufnern das weiche. Die Kaltenkirchener Hufner besaßen im Einzelbesitz etwa 2/3 der Kohlungsfläche. Darauf waren 64 Tonnen Weichholz und 31 Tonnen Streuholz. Die gemeinschaftliche Kohlung enthielt nur kahle Plätze. Der Halbhufner No. 44 und Bauervogt Jürgen Möller hatte mit 19 Tonnen hier die größte Fläche.
    Der Halbhufner No. 46,
    die Viertelhufner No. 49, 50, 58, 62, 63
    die Achtelhufner No. 45, 53, 64
    die Zwölftelhufner No. 51, 52, 54, 60
    und die Kätner No. 66 — 90 a
    waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Kaltenkirchen 182 Ton., 2 Schef. = 41 Ton., 7/16 Schef. bonitierte Ton.
    Davon waren: 115 Ton., 6 13/14 Schef. Hufner Kohlungen u. 67 Ton., 71/16 Schef. Gemeinschaftskohlungen ohne Holz.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 64 Ton., 1 Schef. Weichholz, 31 Ton., 2 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 86 Ton., 7 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen
  6. Oersdorf
    In Oersdorf herrschten andere Rechtsverhältnisse. Hier gehörte alles Holz, sowohl das Hartholz als auch das Weichholz den Hufnern. Wahrscheinlich sind diese Verhältnisse darauf zurückzuführen, daß der heute so genannte Schümannshof, damals im Besitz der Familie Thies, bis etwa 1617 die Kirchspielvogteihufe war. Tyges Thies, Olde Thies, Jochim Thies und Isaak Nagel waren die uns bekannten Kirchspielvögte auf dieser Hufe. So hatte der damalige Besitzer No. 98 Vollhufner Steffen Schümann mit 150 Tonnen die größte Kohlungsfläche im ganzen Kirchspiel. Dagegen besaßen die anderen Hufner in Oersdorf verhältnismäßig geringe Kohlungsflächen. Oersdorf brauchte auf Grund dieser Rechtsverhältnisse keine Flächen an die Gehege abgeben. Deshalb fand hier auch keine spezielle Aufnahme des Holzbestandes statt. Es wurden lediglich nur die mit Holz und Busch bestandenen Flächen registriert. Bei der Zusammenstellung der Kohlungsflächen wurde die gesamte Holzfläche von Oersdorf mit 255 Tonnen in der Rubrik „Meliert Holz, meist Weichholz“ eingestuft. Nur 4 Tonnen waren hier als gemeinschaftliche Kohlung ausgewiesen.
    Der Zwölftelhufner No. 99 und der Kätner No. 100 waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Oersdorf 295 Ton. 1/16 Schef. = 45 Ton., 3/l6 Schef. bonitierte Ton. Davon waren: 290 Ton., 6 16/16 Schef. Hufnerkohlungen u. 4 Ton., 27/16 Schef. Gemeinschaftskohlungen.
    Die Kohlungsfläche enthielten: 255 Ton., 6 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 39 Ton., 3/16 kahle Plätze u. Heidelohen
  7. Ulzburg
    Die Ulzburger Hufner hatten kein Holz. Es gab dort nur den Königlichen Eichhoff in Größe von 18 Tonnen, der ganz mit Hartholz bestanden war. Die 19 Tonnen gemeinschaftliche Kohlung enthielt nur 6 Tonnen Hartholz. Zwischen den Ackerstreifen gab es hier 34 Tonnen Eichenkrattbusch in Rehmen.
    Kohlungen in Ulzburg 38 Ton., 4/16 Schef. = 5 Ton., 6 Schef. bonitiert Ton.
    Davon waren: 18 Ton., 38/l6 Schef. Königl. Hölzung „Der Eichhoff‘ 19 Ton., 4 12/16 Schef. Gemeinschaftskohlungen.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 24 Ton., 4 Schef. Hartholz, 13 Ton., 4 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen.
    Zwischen den Ackerstreifen gab es 34 Ton., 2/16 Rehmen mit Krattbusch.
  8. Kattendorf
    In Kattendorf gehörte das harte Holz dem König, das weiche den Hufnern. Hier gab es nur Hufnerkohlungen. Mit 421 Tonnen hatte Kattendorf eine große Hölzung. Sonderbarerweise enthielten die Kohlungen fast nur Weichholz und fast kein Hartholz. Der Vollhufner No. 151 und Bauervogt Hinrich Kröger hatte mit 90 Tonnen weitaus die größte Hölzung.
    Die Viertelhufner No. 144, 146, 147
    die Achtelhufner No. 145, 150
    die Zwölftelhufner No. 143
    und die Kätner No. 152, 153, 154, 155 und 156
    waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Kattendorf 421 Ton., 6 12/16 Schef. = 47 Ton., 5 Schef. bonitierte Ton.
    Es gab hier nur Hufnerkohlungen = 421 Ton., 6 12/16 Schef.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 22 Ton., 1 Schef. meliert Holz, teils Weich- teils Hartholz, 51 Ton. meliert Holz, meist Weichholz, 58 Ton., 5 Schef. Weichholz, 73 Ton., 3 Schef. Heide ii. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 16 Ton., 6 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen.
  9. Hüttblek
    In Hüttblek herrschten die gleichen Rechtsverhältnisse wie in Kattendorf. Hüttblek war ein junges Dorf und hatte nur wenige Kohlungen. Es gab hier keine gemeinschaftlichen Kohlungsflächen. Auch hier war das harte Holz knapp. Der 1/3-Hufner No. 157 und Bauervogt Claus Hüttmann hatte mit 20 Tonnen die größte Holzfläche.
    Die Drittelhufner No. 164, 166, 167
    die Viertelhufner No. 162, 163, 165
    die Achtelhufner No. 160, 161
    und der Kätner No. 168
    waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Hüttblek 48 Ton., 3 Schef. 6 Ton., 3 10/16 Schef. bonitierte Ton.
    Es gab hier nur Hufnerkohlungen: 48 Ton., 3 Schef.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 1/16 Schef. Hartholz, 9 Ton. meliert Holz, meist Weichholz, 2 Ton. 5 Schef. Weichholz, 25 Ton. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 11 Ton. kahle Plätze u. Heidelohen
  10. Henstedt
    In Henstedt gehörte, wie in den meisten Dörfern, das harte Holz dem König, das weiche aber dem Hufner in dessen Kohlung oder Koppel es stand. In den Königlichen Hölzungen Tim Raw und Hogenhorst hatten die Hufner keine Kohlung. Die Hölzungen gehörten an die Königliche Hufe in Ulzburg. Die 60 Tonnen gemeinschaftliche Kohlung war seinerzeit nicht mit Holz bestockt. Hier besaß der Doppelhufner No. 177 Otto Lohse mit 51 Tonnen die größte Kohlung.
    Die Vollhufen No. 181, 182, 192
    die Halbhufe No. 190
    die Drittelhufe No. 183, 186, 193, 194
    die Viertelhufe No. 184, 188, 189
    die Achtelhufe No. 185, 187
    die Kätner No. 200, 201, 202, 203, 204, 205, 206, 207, 208, 209 waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    KohlungeninHenstedt452Ton., 68/l6Schef. = 64 Ton., 17/16 Schef. bonitierte Ton. Davon waren 374 Ton., 7 12/16 Schef. Hufnerkohlungen, 18 Ton., 7/16 Schef. königliche Kohlungen, 58 Ton., 7/16 Schef. Gemeinschaftskohlungen ohne Holz.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 20 Ton. Hartholz, 26 Ton., 2 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 270 Ton., 5 Schef. Weichholz, 30 Ton., 5 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 46 Ton., 3 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen
  11. Struvenhütten, Dorf
    In Struvenhütten gehörte bis vor einigen Jahren sämtliches Holz dem König. Erst kurz vor der Vermessung war den Hufnern gegen eine jährliche Heuer die Nutzung des Weichholzes erlaubt worden. Es gab hier daher nur gemeinschaftliche Kohlungen, deren Ertrag jeder Hufner nach seinem Anteil nutzen konnte. Struvenhütten hatte eine große Holzfläche mit einem hohen Anteil an Hartholz. Um 1775 wurde das weiche Holz für eine jährliche Recognition den hiesigen Hufnern überlassen.
    Die Interessenten nehmen nach einer festgesetzten Proportion an dem Weichholz teil:
    Der 2/8-Hufner Jochim Steenbock für 2 Teile
    Der 2/8-Hufner Hinrich Mohr u. Consorten für 2 Teile
    Der 1/8-Hufner Johann Olfen für 1 Teil
    Der 1/8-Hufner Marx Wrag für 1 Teil
    Der 1/8-Hufner Ahrend Fuhlendorf für 1 Teil
    Der 1/8-Hufner Jacob Ahrends für 1 Teil
    Der 1/3-Hufner Hans Möckelmann, Burvogt für 1 Teil
    Der 1/8-Hufner Marx Mohr für 1 Teil
    Der 1/24-Hufner Christopher Fuhlendorf für 1 Teil
    Der Struvenhüttener Hof für 1 Teil
    zusammen 11 1/2 Teile
    Kohlungen in Struvenhütten (Dorf) 414 Ton., 7 5/16 Schef. 65 Ton., 5/l6 Schef. bonitierte Ton.
    Es gab nur Gemeinschaftskohlungen, die dem König gehörten = 414 Ton., 7 5/16 Schef.
    Die Kohlungensfläche enthielt: 127 Ton., 7 Schef. meliert Holz, meist Hartholz, 121 Ton., 7 Schef. meliert Holz, teils Weich- teils Hartholz, 84 Ton., 4 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 23 Ton., 1 Schef. Weichholz, 11 Ton., 7 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 43 Ton., 5 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen
  12. Struveuhütten, Hof
    Der Struvenhüttener Hof gehörte dem Landrat von Ahlefeld zu Saxdorf. Trotzdem gehörte das harte Holz dem König. Eine eigentliche Hölzung oder Kohlung gab es nicht. Das vorhandene Holz stand in den eingefriedigten Koppeln und Wiesen. Die Holzfläche war insgesamt mit 31 Tonnen ausgewiesen. Die Fläche gehörte nicht zu den Gemeinde-Kohlungsflächen.
    Hof Struvenhütten — Die mit Holz bestockten Flächen = 31 Ton., 3 1/16 Schef. ohne Bonität
    Diese Fläche enthielt: 1 Ton., 7 Schef. Hartholz, 18 Ton., 7 Schef. meliert Holz, meist Hartholz, 9 Ton., 6 Schef. meliert Holz, teils Weich- teils Hartholz, 7 Schef. Weichholz
  13. Schmalfeld
    In Schmalfeld gehörte das harte Holz dem König, das weiche den Hufnern. Von den 488 Tonnen Kohlungen waren nur 18 Tonnen gemeinschaftliche. Die Schmalfelder hatten noch mehr Hartholz als die Struvenhüttener in ihren Hölzungen. Die größte Hölzung besaß hier der Vollhufner Jochim Hagemann mit 86 Tonnen, die fast nur mit Hartholz bestanden waren.
    Die Viertelhufner No. 236, 238, 239, 241, 242, 243
    der Achtelhufner No. 240
    die Kätner No. 247, 248, 249, 250, 251, 252, 253
    waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Schmalfeld 488 Ton., 1 6/16 Schef. = 61 Ton., 1/16 Schef. bonitierte Ton.
    Davon waren: 469 Ton., 4/I6 Schef. Hufnerkohlungen u. 18 Ton., 5/16 Schef. Gemeinschaftskohlung ohne Holz.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 2 Ton., 6 Schef. Hartholz, 147 Ton., 6 Schef. meliert
    Holz, meist Hartholz, 122 Ton., 5 Schef. meliert Holz, teils Weich- teils Hartholz, 144
    Ton., 1 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 20 Ton., 1 Schef. Weichholz, 15 Ton.,
    7 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz und Krattbusch, 35 Ton. kahle Plätze u. Heidelohen
  14. Götzberg
    Die gleichen Rechte wie in Schmalfeld herrschten auch in Götzberg. Götzberg war das waldreichste Dorf. Die mit Holz bestandene Fläche betrug 60 % der Gesamtfläche, wenn man Koppeln und Wiesen und die Kohlungsflächen zusammenzählt. Das harte Holz war hier nicht so reichlich wie in Schmalfeld und Struvenhütten. Der Vollhufner No. 254 und Bauervogt Jasper Lentfer hatte hier mit 91 Tonnen die größte Hölzung. Der Drittelhufner No. 258
    die Viertelhufner No. 260, 261
    die Kätner No. 262, 263, 264, 265
    waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Götzberg 240 Ton., 1/l6 Schef. = 38 Ton., 615/16 Schef. bonitierte Ton. es gab hier nur Hufnerkohlungen = 240 Ton., l/I6 Schef.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 18 Ton., 1 Schef. Hartholz, 1 Ton. meliert Holz, meist Hartholz, 107 Ton., 7 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 74 Ton., 6 Schef. Weich- holz, 6 Ton., 3 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 32 Ton. kahle Plätze u. Heidelohen
  15. Wakendorf
    Die Hufner in Wakendorf besaßen das weiche Holz, dem König gehörte das harte. Es waren viele Hufner an dem Besitz von Kohlungen beteiligt. Die Flächen der Hufner waren aber nicht groß. Hier gab es 94 Tonnen gemeinschaftliche Kohlungen, die fast ohne Holz waren. Bis auf dem „Braak“ war in den Hölzungen nur Weichholz. Die größte Kohlungsfläche hatte der Vollhufner No. 266 und Bauervogt Hinrich Ties mit einer Fläche von 27 Tonnen.
    An dem Besitz von Kohlungen waren nicht beteiligt:
    Der 1/8-Hufner No. 281 Marx Sülau
    der 1/2-Hufner No. 282 Jasper Pohlmann
    der 1/4-Hufner No. 283 Jochim Nolmer
    der Kätner No. 290 Hans Thies
    der Kätner No. 291 Carsten Steinbock
    der Kätner No. 292 Marx Vagt
    der Kätner No. 293 Hinrich Thies
    der Kätner No. 294 Jochim Kröger
    No. 295 die Schulkate
    No. 296 die Harderkate
    Kohlungen in Wakendorf 377 Ton., 10/16 Schef. = 74 Ton. Il6 Schef. bonitierte Ton. Davon waren: 366 Ton., 3 11/16 Schef. Hufnerkohlungen u. 10 Ton., 4/ie Schef. Gemeinschaftskohlungen
    Die Kohlungsfläche enthielt: 11 Ton., 5 Schef. Hartholz, 1 Ton., 6 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 257 Ton., 1 Schef. Weichholz, 11 Ton., 7 Schef. Heideu. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 94 Ton., 7 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen
  16. Kisdorf
    Gleiche Rechtsverhältnisse waren hier wie in den drei vorher genannten Dörfern. Neben den großen Kohlungen hatten die Hufner große Holzbestände in den eigenen eingefriedigten Koppeln. Die Vollhufe No. 303 hatte keine Kohlung. Die Kohlungen der Hufner waren hier am größten. So hatte der Graf von Dernath von der Vollhufe No. 308, der ehemaligen Kirchspielvogteihufe No. 136 Tonnen Hölzung, darauf folgte die Voll- hufe no. 301 mit 123 Tonnen, die Vollhufe No. 299 und No. 307 mit je 115 Tonnen Kohlungsflächen. Als gemeinschaftliche Kohlung war nur Lehmkuhlen mit 4 Tonnen ausgelegt.
    Der Vollhufner No. 303
    die Viertelhufen No. 319, 322, 326, 327
    die Achtelhufen No. 329, 330, 331
    die Kätner No. 332, 333, 334, 335, 336
    No. 337 Schulkate
    No. 338 Hirtenkate
    waren an dem Besitz von Kohlungen nicht beteiligt.
    Kohlungen in Kisdorf 1410 Ton., 514/t6 Schef. = 183 Ton., 1/ie bonitierte Ton. Davon waren: 1406 Ton., 111/16 Schef. Hufnerkohlungen u. 4 Ton., 4/i6 Schef. Gemeinschaftskohlungen
    Die Kohlungsfläche enthielt: 22 Ton., 5 Schef. Hartholz, 110 Ton. 7 Schef. meliert Holz, meist Hartholz, 201 Ton., 7 Schef. meliert Holz, teils Weich- teils Hartholz, 310 Ton., 4 Schef. meliert Holz, meist Weichholz, 180 Ton., 1 Schef. Weichholz, 300 Ton., 2 Schef. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 284 Ton., 6 Schef. kahle Plätze u – Heidelohen
  17. Winsen, Dorf
    Das harte und das weiche Holz gehörte dem König. Die Weide war den Dorfinsassen gemeinschaftlich. Von der 138 Tonnen großen Hölzung waren 2)3 mit Hartholz bestanden. In Winsen gab es keine Hufner, sondern nur Großkätner und Kleinkätner, die bis 1742 auf dem Winser Hof dienstpflichtig waren. Nach der Regulierung 1742 mußten sie die Befreiung vom Hofdienst mit einerjährlichen Zahlung von 12 Rth. bzw. 3 Rth. in die Amtskasse ablösen.
    Kohlungen in Winsen 138 Ton., 16/16 Schef. ohne Bonität
    Die Kohlung = 138 Ton., 16/16 Schef. gehörte dem König.
    Die Kohlungsfläche enthielt: 68 Ton., 1 Schef. Hartholz, 5 Ton., 4 Schef. meliert Holz, meist Hartholz, 23 Ton., 6 Schef. meliert Holz, teils Weich- teils Hartholz, 1 Ton. meliert Holz, meist Weichholz, 20 Ton. Heide u. Weide mit meliert Streuholz u. Krattbusch, 19 Ton., 6 Schef. kahle Plätze u. Heidelohen
    17. Winsen, Hof
    Die Ländereien des Winsener Hofes wurden nach der Regulierung von 1742 an die Winsener Hufner verpachtet. Das Holz gehörte allein dem König. Die Hölzung war 65 Tonnen groß. Auch auf den eingefriedigten Koppeln und Wiesen waren 16 Tonnen mit Holz bestockt.
    Winser Hof — Die mit Holz bestockten Flächen 65 Ton., 68/16 Schef. ohne Bonität Die Hölzungen enthielten: 5 Ton., 5 Schef. Hartholz, 55 Ton., 7 Schef. meliert Holz, meist Hartholz, 4 Ton., 2 Schef. meliert Holz, teils Weich- teils Hartholz.
    Gesamtfläche nach Kulturarten im Kirchspiel Kaltenkirchen 1775/76
    1. Mit Holz bestandene Flächen 6 453 Ton. 24 %
    2. Holzgrund aber ohne Holzbestand 1178 Ton. = 5 %
    3. Gemeinschaftliche reine Ackerflächen 3 560 Ton. = 13 %
    4. Gemeinschaftliche Wiesen- und Bracheflächen zwischen
    gemeinschaftliche Ackerländereien 269 Ton. = 1 %
    5. Eigene eingekoppelte Ländereien ohne Holz 4950 Ton. = 18 %
    6. Eigene und gemeinschaftliche Ländereien
    in Nachbardörfern 466 Ton. = 2 %
    7. Heide und Weide ohne Holz 9 966 Ton. = 37 %
    Gesamtfläche im Kirchspiel 2 6842 Ton. = 100 %

 

Angaben in Ton.
1 Ton. = 0,715 ha
Gesamtwirt-schaftsfläche Holzungen genannt Kohlungen Von den Holzungen waren ohne Holz Bleibt Holzbestand auf Holzgr. Holz in eingefriedigten Koppeln + Wiesen Streuholz in Koppeln + Wiesen Krattbusch in Rehmen auf d. Ackerflächen Gesammte mit Holz + Busch bestandenen Fläche In % der Gesamtfläche
Lentföhrden 4033 601 228 373 21 14 151 559 13,7
Nützen 1530 153 97 56 21 2 118 177 1,5
Kampen 1307 149 69 80 1     80 6,1
Oersdorf 872 295 39 256   34 5 375 4,30
Kaltenkirchen 3157 182 87 95 80 32   161 5,0
Ulzburg 1334 38 14 24 34 21 34 86 6,4
Kattendorf 1118 422 17 405 7 175   614 54,8
Hüttblek 382 48 12 36 34 37   76 20,2
Hennstedt 2747 453 105 348 3 3 10 403 14,6
Struvenhütten Dorf 1026 415 43 372 42 144   530 51,5
Schmalfeld 2448 488 35 453 14 104   558 22,8
Götzberg 599 240 32 208 1 129 7 360 60,2
Wakendorf 1844 377 95 282 16 37 5 346 21,7
Kisdorf 3716 1411 285 1126 22 526 3 1827 49,1
Winsen Dorf 307 138 20 118 172 8   138 45,1
Winsen Hof 228 66   66 12 1   83 36,0
Struvenhütten Hof 175       16 49   80 45,7
Auswärtige 19       31        
Kirchspiel 26842 5476 1178 4298 506 1386 333 6453 24
  1. Die Auswertung der vier Zollbücher
    a) Das Jahr 1636/37

    Nach der Aufstellung der Waldflächen des Kirchspieles Kaltenkirchen und der Aufstellung der 4 Jahreslieferungen erfolgt nun die Auswertung. In dem um 14 Tage verkürzten Jahr 1636/37 stellen wir eine Gesamtlieferung von 9249 dz. Holzkohle fest, die mit 636 vierspännigen und 896 zweispännigen Wagen 1532 Gesamtfuhren transportiert wurden. Das bedeutet, daß pro Jahr bei 300 Arbeitstagen 5 Fuder Holzkohle pro Tag aus dem Kirchspiel Kaltenkirchen geliefert wurden. Von diesen 1532 Wagen gingen 1217 mit 7342 dz. Holzkohle durch die Zollstelle Ulzburg und deren Nebenstelle Henstedter Baum. Diese 7342 dz wurden mit 502 vierspännigen und 715 zweispännigen Fahrzeugen transportiert. 1907 dz, Kohle in 134 vierspännigen und 181 zweispännigen = 315 Fuhren passierten die Zollstellen Speckel und Schmalfeld.
    An der Spitze der diesjährigen Lieferungen steht Kattendorf mit 191 vierspännigen und 175 zweispännigen 366 Fuhren mit 2308 dz Holzkohle. Die Kattendorfer haben in diesem Jahr etwa doppelt soviel Kohlen gebrannt und verkauft als in den anderen Jahren. Die Holzbestandsaufnahme zeigt, daß Kattendorf fast nur Weichholz hat. An 2. Stelle der Lieferungen steht Kisdorf mit 80 vierspännigen und 280 zweispännigen = 360 Wagen mit 2000 dz Holzkohle und 25 Fuder Holz und 5 Fuder Bretter. Kisdorf liegt gegenüber den beiden nachfolgenden Jahren recht niedrig, wenn man die Größe der Kohlung bedenkt. An 3. Stelle folgt Wakendorf mit 1252 dz. Holzkohle. Etwa gleiche Mengen von fast 700 dz. Kohle verkauften Oersdorf, Winsen und Hüttblek. Dazu kamen noch einige Holzfuhren. Der Amtsschreiber Matthias von Langen hatte seiner Zeit den Winser Hof gehauert. Er betrieb wohl zusammen mit den dortigen Großkätnern und Kleinkätnern, die alle auf dem Winsener Hof dienstpflichtig waren, die Gemeinschaft: „Die Interessenten des Winsener Holzes“.
    Zur Verwertung des Holzes hatten sie dort wohl auch einen Handsägebetrieb eingerichtet. Auch haben wohl einige Großkätner Holz gekauft, verkohlt und verwertet. Schmalfeld lieferte 485 dz Holzkohle und Henstedt folgt mit 452 dz. Dazu hatten die Henstedter eine außerordentliche Ausfuhr von 104 Fuder Holz und 5 Fuder Bretter. Obwohl Struvenhütten einen großen und guten Waldbestand hatte, war der Verkauf von Holzkohle in diesem Jahr gering. Der Grund war, daß die dortigen Hufner nicht im Besitz von Kohlungen waren, und die Glashütte von dem Amtmann Casper von Buchwaldt dort noch betrieben wurde. Nach Götzberg mit einer Lieferung von 258 dz Kohle und 18 Fuder Holz waren die Verkäufe der früher so genannten Heidedörfer gering. Beachtlich dagegen waren noch die Lieferung von 37 Holzfuhren, 3 Fuder Bretter und 4 Fuder Lohe aus Ulzburg und 47 Fuder Holz aus Kaltenkirchen. Vielleicht stammt ein Teil dieses Holzes aus den Walddörfern.

  2. b) Das Jahr 1671
    Das Jahr 1671 bringt in der Anspannung der Wagen mit Holzkohle eine grundlegende Änderung. Waren es im Jahre 1636/37 noch 636 vierspännige und 896 zweispännige Wagen für den Transport der Jahreserzeugung 1636/37, so brauchte man im Jahre 1671 für die 10803 dz Holzkohle 1406 vierspännige und nur 51 zweispännige Wagen. Die Hufner hatten fast vollständig auf Viereranspannung umgeschaltet. Man könnte wohl annehmen, daß die Hufner 1636/37 nicht soviel Pferde hatten für eine Viereranspannung. Vielleicht waren 1636/37 die Auswirkungen der Besetzung Holsteins durch Wallenstein und Tilly 1627/29 noch nicht wieder überwunden. Von den 10803 dz Holzkohle gingen auf 1297 Wagen 9603 dz durch die Zollstelle Ulzburg und über den Henstedter Baum. Laut Pauschale gingen über die Zollstelle Speckel 160 Wagen mit 1200 dz.
    Weitaus an der Späze in der Lieferung von Holzkohle liegt Kisdorf mit 3580 dz auf 474 vierspännigen und 5 zweispännigen Fuhren. An zweiter Stelle kommt Kattendorf

mit 1240 dz, gefolgt von Wakendorf mit 1200 dz und dazu noch 44 Stiere. Henstedt liefert neben 890 dz Holzkohle 6 Fuder Grindel und 1 Fuder Stühle, dicht gefolgt von Winsen mit 845 dz Holzkohle, 22 Fuder Bauholz, 101 Fuder Bretter und 4 Eichbäumen. Wie bisher besteht die Gemeinschaft „Die Interessenten des Winsener Holzes“ weiter. Kaltenkirchen folgt mit einer Erzeugung von 683 dz Holzkohle. Wenn man den geringen Holzbestand in der Gemarkung Kaltenkirchen betrachtet, muß man wohl zu der Erkenntnis gelangen, daß die Kaltenkirchener in den Walddörfern Holz aufgekauft und dieses veredelt und verwertet haben durch Sägen bzw. Holzkohlenherstellung. Neben den Kohlen verkauften sie 1 Fuder Holz, 4 Fuder Bauholz, 2 Fuder Grindel und 4 Kälber. Hüttblek und Oersdorf sind in der Lieferung von Holzkohle gegenüber 1636/37 etwas abgefallen. Oersdorf verkauft dazu noch 3 Fuder Schüffeln. Struvenhütten hat seine Lieferungen fast verdoppelt. Die Glashütte war zu dieser Zeit nicht mehr in Betrieb, aber die dortigen Hufner hatten um 1671/72 weder eigenen Kohlungen noch die Gerechtsame, das Weichholz zu nutzen. Die Holzkohlenproduktion in Struvenhütten war aufgebaut entweder auf eine Verwertungs- und Vertriebsgemeinschaft, oder die Hufner mußten das Holz kaufen und in eigener Regie verkohlen und verwerten. Bis auf Götzberg mit 210 dz Kohlen war die Erzeugung der noch nicht genannten Dörfer auch in diesem Jahr gering.

  1. c) Das Jahr 1672
    Das Jahr 1672 brachte eine weitere Steigerung des Absatzes von Holzkohle. Mit 1468 vierspännigen und 104 zweispännigen = 1572 Wagen mit einer Ladung von 11454 dz Holzkohle ist dies die höchste Jahreslieferung der drei untersuchten Jahre. Nach wie vor steht Kisdorf mit einem Absatz von 3395 dz Holzkohle auf 445 vierspännigen und 10 zweispännigen Wagen weitaus an der Spitze, gefolgt von Wakendorf mit 1440 dz auf 186 vierspännigen und 9 zweispännigen Fuhren. Wakendorf lieferte ebenfalls noch 33 Stiere. Henstedt verkaufte 1200 dz, Kattendorf 1020 dz und Winsen 923 dz Holzkohle. Winsen lieferte außerdem noch 24 Fuhren Holz, 42 Fuder Bauholz, 35 Fuder Bretter, 4 Fuder Stühle und 4 Mühlenwellen. Die gleiche Menge wie im Vorjahr von 683 dz Holzkohle verkaufte Kaltenkirchen und dazu 2 Fuder Bauholz, 4 Fuder Bretter und 3 Kälber. Eine weitere Steigerung der Holzkohlenproduktion erfolgte in Struvenhütten auf 588 dz und in Schmalfeld auf 413 dz. Schmalfeld verkaufte noch 1 Fuder Holz, 16 Fuder Bauholz, 5 Fuder Bretter, 10 Fuder Pfähle, 1 Fuder Grindel und 1 Fuder Lohe. Bei dem guten Holzbestand ist die Lieferung von Holzkohle Schmalfelds verhältnismäßig gering. Bei Struvenhütten ist wohl noch mit einer erheblichen Steigerung der Holzkohlenproduktion in den nächsten Jahrhundert zu rechnen, da ihnen um 1775 die Nutzung einiger Weichholzanteile zugelegt wurde, für die sie allerdings etwas in die Amtskasse zahlen mußten. Götzberg lieferte 240 dz Holzkohle und 10 Stiere. Der Verkauf an Holzkohle der bisher noch nicht genannten Dörfer war wie bisher nicht groß. Im rechnerischen Durchschnitt dieser drei untersuchten Jahre wurden 1 520 Wagen mit 10 502 dz oder Tonnen, wie man damals sagte, Holzkohle verkauft. Dabei sind die Lieferungen nach Elmshorn nicht einbegriffen. Nach diese Durchschnittsrechnung sind pro Tag 4 Fuder vierspännige und 1 Fuder zweispännige Wagen mit Holzkohle aus dem Kirchspiel geliefert worden. Daneben verkaufte man, am meisten aus Winsen, viele Fuder Holz, Bauholz, Bretter und Holzgeräte. Sicher waren die gelieferten Mengen Holzkohle noch größer als die, welche wir durch die Zollstelle Ulzburg erfassen konnten. Da diese anderen Mengen nicht mehr erfaßbar sind, sollen sie rechnerisch nicht berücksichtigt werden.
    Die meisten Hufner fuhren ihre Holzkohle selbst nach Hamburg. Nur wenige ließen die Fuhren von anderen Hufnern machen. 163 6/37 fuhren in Kisdorf 2 Vollhufen nicht nach Hamburg. Die Vollhufe, Bauervogtshufe und Kirchspielvogteihufe No. 1 (No. 308) des Kirchspielvogten Hennann von Hatten und die Vollhufe No. 4 (No. 297) des Hasche Legwedell beteiligten sich nicht an den Hamburg-Fahrten. Wahrscheinlich hatten sie ein Abkommen mit anderen Hufnern. Die Insten besorgten den Holzeinschlag und das Verkohlen wurde von spezialisierten Insten durchgeführt.
    Im Jahre 1671 waren die Vollhufen No. 1 (No. 308), Besitzer Diedrich Pohlmann, Kirchspielvogt, Vollhufe No. 2 (No. 306), Besitzer Diedrich Schmuck, Vollhufe No. 4 (No. 297), Hasche Legwedell und Vollhufe No. 7 (No. 299), Besitzer Diedrich Schmuck (Oldenhot), und die zwei Achtelhufen in Kisdorf an den Holzkohlefuhren nach Hamburg nicht beteiligt. Alle anderen 27 Hufner in Kisdorf haben Holzkohle nach Hamburg transportiert. Auch in den anderen Dörfern haben fast alle Hufner, die eine Kohlung zu eigen hatten, den Transport selbst durchgeführt, darunter auch andere, die selbst keine Kohlung hatten.
  2. d) Das Jahr 1698 — ein neuer Betriebszweig entwickelt sich
    Bei der Untersuchung des Jahres 1698 wurden die Holzkohlen- und Holzfuhren nicht erfaßt. Die Lieferungen dieses Jahres sollten untersucht werden auf die Vieh- und Getreidelieferungen gegenüber den drei vorher untersuchten Jahren. Da stellen wir fest, daß der Verkauf von Mastkälbern zugenommen hat. Die Hufner waren dabei, diesen neuen Betriebszweig zu entwickeln. Die höchste Erzeugung hatte Struvenhütten mit 53 Mastkälbern und dazu lieferten sie 2 ton. Buchweizen. Dies erklärt sich wohl daraus, daß die Struvenhüttener selbst keine Kohlungen besaßen und die Köhlerei nicht in dem Umfang betreiben konnten, wie sie vielleicht wollten. Mit der Intensivierung der Kälbermast kamen sie zu mehr Einnahmen. Es folgt Hüttblek mit dem Verkauf von 37 Kälbern, 2 Schafen und 6 Schweinen. Bei den Hüttblekern kann man wohl annehmen, daß ihre geringen Waldflächen nicht mehr genügend Holz für die Köhlerei hergaben und sie sich vermehrt der Viehzucht und Kälbermast zuwandten. An 3. Stelle steht Kisdorf mit der Lieferung von 28 Kälbern, 2 Schafen, 22 Schweinen, 14 ton. Roggen und 5 ton. Buchweizen, gefolgt von Schmalfeld mit 27 Kälbern und 1 Schaf. Kaltenkirchen mit 20 Kälbern, 19 ton. Roggen und 18 Fuder Torf. Bredenbekshorst verkaufte 14, Kampen 12, Kattendorf 12, Oersdorf 11, Winsen 9 und Hasenmoor 8 Mastkälber Henstedt verzollte 6 Stiere und 12 Schweine. Die Viehzucht, vor allem die Kälbermast machte im Kirchspiel Kaltenkirchen gute Fortschritte, so daß sogar der Amtmann von Rosen dies 1828 in seiner Beschreibung des Amtes lobend hervorhob. Die Zoll-Liste von 1698 zeigt uns auch, daß die Ausfuhr von Roggen und Buchweizen zugenommen hat. Die ganze Untersuchung ergab, daß die Hufner in den Walddörfern des Kirchspieles Kaltenkirchen seinerzeit weitgehend von dem Gewerbe der Köhlerei gelebt haben, und der Holzwuchs im geographischen Kisdorfer Wohld dies ermöglichte.
  3. Die Zusammenstellung der Ergebnisse aus den Zollbüchern:
    Die Aufstellung besagt, daß täglich etwa 4 vierspännige und 1 zweispänniges Fuder mit Holzkohle die Ulzburger Zollstelle mit ihren Nebenstellen passierten. Sicherlich war die Holzkohlenproduktion noch höher, da nicht alle Holzkohlenfuhren durch die Zollstelle gingen.
  4. Die Namen der an den Holzkohlentransporten beteiligten Hufner von 1636/37 und 1671:
    1636/37
    aus Kisdorf:
    Hans Schmuck, Hans Kröger, Jochim Kröger, Diedrich Sülau, Hinrich Schmuck, Olde Marx Sülau, Michel Schmuck, Diedrich Schmuck, Ties Sülau, Older Hans Kröger, Hans Schmuck, Jochim Brömmer, Tim Schütten, Marx Brümmer, Hinrich Reders, Jasper Biel, Junge Bröminer, Hans Schmuck, Diedrich Süllau, Junge Hans Brömmer, Carsten Hasche, Trin Schütten, Marx Sülau, Claus Biel, Paul Mährst, Hinrich Reder, Michel Schmuck, Pavel Mohr, Hans Wiese.
    aus Kattendorf: Heinrich Siweke, Hinrich Scharpe, Hans Boye, Hint Fuhlendorf, Jochim Boye, Old Hinrich Kröger, Hans Westphal, Hans Stegeman, Jasper Krohn, Hans Losen, Tim Kröger, Claus Stegemann, Hinrich Siefke, Claus Losen, Older Hinr. Kröger, Hans Siblers, Hasche Leggwedel, Claus Stegelmann, Johan Stegemann, Hinrich Wessel, Jochim Böge, Heinrich Stamerjohan, Hans Sibbers, Hasche Legwedel, Olde Hans Siweke, Hinrich Kröger Voigt, Hartich Silbers, Simon Scharpe, Johan Stegelmann, Hinrich Krohn.
    aus Winsen: Johannes Schoof, Carsten Fricke, Steffen Schaper, Claus Scharpe, Nadke Titken, Carsten Freese, Claus Scharpe, Carsten Quicke, Natke Silck.
    aus Oersdorf: Jochim Stamerjohan, Peter Lentfer, Jochim Storjohan, Heinrich Dosen, Tim Daman, Hinrich Stegeman, Hans Grelken, Hinr. Stegemann, Marx Schümann, Berends Borchers, Heinrich Dengsten, Claus Stegemann, Oldes Claus Stegelmann, Peter Lentfers, Jochim Boye.
    aus Hüttblek: Hans Schinkel, Hinr. Lohse, Hans Lohse, Jasper Lohse, Drewes Schinkel, Heinrich Krohn, Hinrich Siefke, Junge Hüttmann, Heinrich Langmake, Jasper Kröger, Claus Schinkel, Hinr. Timmermann, Drewes Schütte, Jürgen Hüttmann, Diedrich Behrens, Hans Hüttmann, Claus Siefke, Hans Kleensangs, Claus Sineke, Carsten Pohlmann, Jürgen Lose, Claus Siercke bis 13.8.1638
    aus Henstedt: Jochim Lüders, Hans Kramer, Christopher Schümann, Hans Wöbcken, Michael Vogt, Hinrich Wöbcken, Hinr. Hartmann, Hinrich Lentfer, Trine
    Pruns, Claus Möller, Hinr. Gülcken, Jochim Habemann, Marx Sülau, Hinrich Priß, Trine Krögers, Hans Wiese, Hans Wrage, Carsten Bramfeldt, Jochim Lentfer, Michel Veerst, Heinr. Möller, Jochim Lüders, Tim Pruns, Christopher Schümann, Jochim Pohlmann, Jochim Wiese, Jochim Schümann, Hans Schmuck. 1636/3 7:
    aus Hütten: Dewes Schinkel, Hinr. Fuhlendorf, Jost Schmuck, Hinrich Kleensang, Jürgen Hüttmann, Faroh Timmermann, Hinrich Findem, Hans Wrage, Ties Schmuck, Jürgen Lose, Detlef Scheper auf der Heide, Marx Wrage, Paul v. d. Glashütte, Hinrich Mohr vor 50 M. Fensterglas u. Flaschen, Marx Wrage, Hans Wrage.
    aus Wakendorf:
    aus Kisdorf: Marx Pohlmann, Jasper Biehl, Ties Ties, Jasper Pohlmann, Jochim Bräning, Hinrich Pohlmann, Tim Lentfer, Carsten Pohlmann, Jochim Mohr, Hasche Leggwedel, Claus Biehl, Jürgen Brömmer, Hinr. Biel, Jürgen Otten, Hans Brümmer, Trine Schütten Sohn, seel. Trine Schütten Kinder, Johan Mohr, Hinr. Biel, Olde Hans Brümmer.
    aus Kattendorf: Olde Hinr. Kröger, Hinr. Kröger, Voigt, Hartig Silbers, Simon Scharpe, Hinrich Siefice, Hinrich Stegemann, Hans Siefke, Olde Claus Stegemann, Junge Claus Stegemann, Hinr. Siweke, Jasper Pohlmann, Hans Leggwedel
    aus Nützen: Johan Horn
    aus Kampen: Pauvel Bornemann, Marx Michelsen
    aus Ulzburg: Dewes Kröger, Claus Posmann, Hinrich Möller, Behrend Soest, Jochim Wrage, Hinr. Lentfer, Olde Michel Möller, Jochim Kröger, Drewes Kröger, Tietje Hasche, Jürgen Brümmer, Drewes Möller, Johan Wrage, Hans Soest
    aus Schmalfeld: Hartmann Wierenkamp, Hans Wilke, Marx Mohr, Hinrich Pruns, Hans Semelhake, Jasper Wendt, Claus Wöbke, Lische Sorgenfrey, Marx Mohr, Hinr. Langhinrichs, Titje Hasche, Michel Fuhlendorf, Jochim Kleensang, Anneke Fuhlendorf, Marx Voss, Jasper Völster, Ties Grelken, Silbert Kleemsank, Tim Biel, Hinrich Wobke, Michel Fuhlendorf
    aus Kaltenkirchen: Titje Gülken, Marx Fabian, Sibbers, Detl. Voss, Arendt Mohr, Claus Brake, Hans Wessel, Ties Grellken, Hinr. Otten, Johan Böge, Hinrich Haseke, Sibbert Kleensang, Titje Unlikes, Max Boye, Hinr. Ties, Hans Wessel, Heinr. Korting, Ties Guleken, Hans Kleensang, Jochim Boye, Ties Gülken, Jasper Völster, Marx Boye
    aus Bredenbekshorst: Max Ferm, Marx Wessel, Christoph Hartmann, Max Cramer aus Götzberg: Carsten Hartmann, Jochim Lüders, Marx Sülau, Jochim Lentfer, Marx Schmuck, Jochim Brüning
    1671:
    aus Kisdorf:
    Jochim Brümmers, Claus Rehders, Dirk Schmuck, Marx Otten, Jasper Pohlmann, Marx Sühlau, Hans Lüders, Hans Biel, Hans Sulow, Tim Sülau, Marten Mohr, Claus Runge, Ties Tießen, Jacob Kröger, Hans Kröger, Marx Lindemann. Dirk Schütte, Hans Mohr, Jasper Biehl, Claus Findern, Jacob Otten, Marx Pohlmann, Hans Wrage.
    aus Kattendorf: Hans Sülau, Hans Kröger, Jochim Kröger, Hans Siewke, 1-lartig Boye, Ties Siefke, Stoffer Stegemann, Hinrich Siefice, Hinrich Wessel, Johan Stegemann, Hinrich Krohn, Detlef Langmake, Johan Pohlmann, Hinrich Boye, Hinrich Kröger, Hans Kröger, Hans Stegemann, Hartig Sibbers, Jacob Stegemann, Hans Sibbers, Hinrich Wiese, Marx Boye, Hans Lütjens, Ties Sülau, Hans Pohlmann, Claus Tietgen, Jochim Steman, Michel Sieweken, Jochim Sieweken, Hans Langmake, Hans Wrage, Hans Stoijohann, Claus Stegeman.
    aus Winsen: Marx Muxfeldt, Hans Bestmann, Interessenten des Winser Holzes, Marx Schlüter, Carsten Fricken, Interessenten, Jochim Fricken, Marx Otten, Marx Maxfeld, Jochim Schoof, Hinrich Rehders, Marx Bestmann, Hans Lüders, Carsten Mohr, Claus Bestmann, Hans Pohlmann, Hans Rehders, Jochim Fricken, Franz Soest, Hans Sülow
    aus Oersdorf: Hans Grelken, Jochim Boye, Hans Storjohann, Harmen Borchers, Hartig Boye, Steffen Schümann, Jochim Wrage, Hinrich Thies, Hinrich Boye, Tietje Grelken, Hinrich Wrage, Marx Otten, Hans Wrage, Marx Boye, Hinrich Kröger, Claus Siweke, Johan Storjohan, Hai-fig Boye, Claus Rehders
    aus Kattendorf: Marx Schlüter, Jochim Kröger, Peter Hupper, Hans B‘e, Hinrich Tietgen, Hinrich Otten, Michel Krohn
    aus Hüttblek: Wilhelm Behrens, Hans Kröger, Michel Krohn, Erich Pohlmann, Pasche Staven, Ties Hüttmann, Hans Ahrens, Hinrich Tietje, Hans Lohse, Hans Siewke, Hinrich Thies, Hans Pohlmann, Pasche Ahrens, Claus Reimers, Heinrich Langemake, Johan Pohlman, Hans Rehders, Elsche Pohlmann, Marx Gülken, Hans Wrage, Jochim Steenbock, Jochim Siewke, Claus Sievke, Hinrich Gülken, Ties Siewke, Hans Hüttmann, Hinrich Kröger
    aus Henstedt: Marx Pruns, Detlef Völster, Heinrich Wöbke, Marx Pruns, Marx Sülow, Hans Feers, Jochim Biehl, Simon Wähling, Hans Hüttmann, Carsten Michelsen, Hans Lindemann, Dirk Schmoock, Jochim Wiese, Claus Maschmann, Jochim Schümann, Hinrich Völster, Simon Wehling, Dirk Rehders, Hans Schümann, Hinrich Schümann, Marx Thies, Jacob Otten
    aus Kaltenkirchen: Hinrich Thies, Titje Stamerjohan, Hinrich Mohr, Tim Ties, Tietje Gülken, Hans Carstens, Hinrich Gülken, Marx Thies, Hans Möller, Hinr. Boye, Detl. Larjemann, Hinr. Lindemann, Diedrich Thies, Tietje Grelken, Hinrich Kröger, Jürgen Mohr, Marten Mohr, Hartig Boye, Johann Pohlmann, Hans Mohr, Hans Kröger, Hans Sülow, Hans Claußen, Hinrich Wessel, Marx Heidemann, Hinrich Sülau, Marx Voss, Hans Lindemann, Ties Tießen, Marx Lindemann, Peter Boye, Titje Voss aus Bredenbekshorst: Hans Wiese, Jasper Wessel, Jürgen Ahrens, Hans Wessel, Claus Titjen, Hinrich Gosche, Hinrich Lose, Hinrich Haschen, Johan Lose, Hans Titjen, Hinrich Stegemann, Jochim Siewke, Hinrich Titjen
    aus Götzberg: Claus Wiltorp, Harmen Hasterberg.
    Kaltenkirchen II: Johan Boye, Hinrich Grelk, Christoffer Stegemann, Marx Gülken, Jochim Mohr, Marx Carsten, Hinrich Moller.
    Kisdorf II: Hinrich Pohlmann, Marx Michaelsen, Hasche Haschen, Paul Kröger,
    Hinrich Biehl, Hans Rehders, Hans Siewke, Hans Dose, Detlev Ahrens, Hinrich Langmake, Christoffer Stegemann, Dirk Pohlmann, Hinrich Schmuck, Jochim Brümmer, Hinrich Biehl, Hans Runge, Thies Pohlmann, Harmen Wiese, Michel Michelsen, Hans Haschen, Hinrich Rehders, Heinrich Eremid, Marx Weindre, Claus Tietjen, Jochim Kröger.
    Kisdorf III: Hinrich Thies, Jasper Sülau, Hartig Boye, Hans Lose, Hans Wessel, Hans Gülk, Matten Mohr, Hinrich Michelsen, Johan Pohlmann, Jacob Pohlmann,Jasper Biehl, Claus Schlüter, Tim Thies, Hans Thies, Jochim Lüders, Marx Boye, Hartig Silbers, Hinrich Lentfer, Johan Mohr, Marx Gülk, Jochim Wrage, Hans Grelken, Jochim Sievke, Claus Stegemann, Johan Rehders, Claus Bestmann, Michel Krohn, Hans Silbers, Hans Lentfert.
    Lentföhrden: Hans Voss, Matten Rehders, Matten Mohr, Hinrich Lindemann.
    Kisdorf IV: Joachim Wilten, Simon Kröger, Ties Siewken.
    Hütten: Marx Fuhlendorp, Ties Kröger, Marx Sülau, Wilhelm Behrens, Hinrich Wessel, Jochim Wrage, Hinrich Möckelmann, Hans Kröger, Claus Lohse, Detlef Langmake, Hans Grelken, Hinrich Wrage, Henning Fuhlendorf, Hans Wiese, Hans Lose, Ties Hüttmann, Jochim Mohr, Hinrich Fuhlendorf, Hans Wulf, Hans Titjen, Jürgen Gosche, Jochim Lose, Hans Wrage, Jochim Bestmann, Daniel Steenbock, Hinrich Gülken, Hinrich Siefike.
    Wakendorf: Hinrich Sülow, Johan Losen.
    Nützen: Hans Biehl, Heinr. Klock, Hans Lindemann, Hans Voss, Hai-fig Sibbers, Arend Mohr, Jasper Silbers, Hans Silbers, Titje Voss Kampen
    Sillje Thies, Marx Boyen, Jochim Boyen.
    Ulzburg: Hans Lindemann, Harm Haschen, Carsten Fricken, Hinrich Grelken, Claus Röbke, Claus Rölke.
    Schmalfeld: Erich Sieficen, Hans Fuhlendorf, Jochim Brüning, Jacob Kröger, Jochim Langhinrich, Hans Kröger, Hans Siefice, Tietje Haschen, Hans Haschen, Hans Hartmann, Hinr. Lohse, Dirk Fuhlendörp, Hans Lohse, Hans Langhinrichs, Hinrich Hüttmann, Paul Stegemann, Hai-fig Schümann, Hans Pruns, Jakob Olfen, Hans Mohr, Hans Rehders, Dirk Pruns, Jochim Hamelau, Tietje Haschen, Hans Schümann, Dirk Fuhlendorf, Hinrich Pruns.
    Hasenmoor: Claus Völster.

Anmerkungen und Quellen:
1. LAS Abt. 65, 1 No. 1817 Holzbestandsaufnahmen von 1630, 1645, 1660
2. LAS Abt. 25, No, 207 Holzbestände im Kirchspiel Kaltenkirchen von 1780
3. LAS Abt, 110 AR Auszüge aus den Register der Zollstelle Ulzburg der Jahre 1636137, 1671, 1672 u 1698
Abkürzungen und Anmerkungen:
Tonne Land = Ton., = 8 Scheffel = Schef., — 1 Ton, 340 Quadratruthen. Nach der 1. Vermessung von 1775/76 gebrauchte man volg. Maßstäbe: 1 Ton. = 8 Schef. 0,715 ha. — Den Schef. teilte man in 16/16 Schef. Die bonitierte Ton. ist ein Vorläufer der Reichsbodenschätzung. Man ging von der Ertragsfähigkeit der allerbesten Ton. Land aus = 1 bonitierten Ton. Alle anderen Flächen waren schlechter. Man schätzte ein, wieviel Land nötig war, um den gleichen Ertrag zu erbringen, die die beste bonitierte Ton. erbrachte. Man bewertete alle Flächen mit bonitierten Ton. u. Schef. Hartholz Eiche, Rotbuche, Hainbuche, Kreuzesche, Ahom, Ulme Weichholz: Erle, Birke, Weide, Pappel, Zitterpappel, Eberesche, Linde.

 

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