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Lentföhrdens Bürgermeister tritt wieder für die SPD an SZ 2/94 (pa)Pohlmanns Lehrjahre sind vorbei Mit Pferd und Wagen zum Kreistag Norderstedter Zeitung 31.12.86 kn.Vor vier Jahren trat Hinrich Schröder aus
Lentföhrden in den politischen Ruhestander hatte ihn sich verdient wie kaum ein
anderer: Denn zwischen 1948 und 1982 hatte er eine Vielzahl von politischen
Ämtern inne. Jetzt feierte der Alt-Liberale seinen 80. Geburtstag. Mit seiner
Frau Ilse hatte er sich auf eine kurze Urlaubsreise begeben. Keine Umgehung für Lentföhrden
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| Das diamantene Ehepaar Karl und Martha Bärwald, zusammen 171 Jahre alt. |
1908 wechselte er dann den
Arbeitsplatz. Vier Jahre war er am damaligen „Kaiser-Wilhelm-Kanal"
tätig. Er diente aktiv von 1912 an in Osterrode in Ostpreußen. Seine
Soldatenzeit endete aber erst nach sieben Jahren, da er den Ersten
Weltkrieg mitmachen mußte. Zweimal wurde er verwundet.
Der Heimkehrer landete in Pommern, wo er am 5. September 1919 in
Klein-Schwarzsee Martha Reich heiratete. Es kamen 20 Jahre voll Glück
und Zufriedenheit. Karl Bärwald war in der Landwirtschaft tätig. 1939
wurde er zu den Landesschützen einberufen. Es kamen die Kriegswirren
und die Vertreibung aus Pommern. Der einzige Sohn des Ehepaares fiel
im Krieg, ein schwerer Verlust.
Martha Bärwald kam im März 1945 als Heimatvertriebene über Bad
Segeberg nach Lentföhrden. Hier fand sie ihren Ehemann wieder, der in
Großenbrode vom Militär entlassen worden war. Die Eheleute wohnten
zunächst in der „Fliegerbaracke" mit zehn anderen heimatvertriebenen
Familien zusammen, später im Hause von Rudolf Schroedter. Seit zehn
Jahren haben sie eine schöne Bleibe im Rentnerwohnheim. Sie erfreuen
sich großer Rüstigkeit, obwohl beide zusammen nun schon 171 Jahre alt
sind.
Karl Bärwald war fast 15 Jahre für die Gemeinde Lentföhrden tätig. Da
er sich überall nützlich machte, nannte und nennt man ihn noch heute
„Gemeindedirektor". Der ehemalige Feldwebel war in Lentföhrden immer
in seinem Element.
Zu erwähnen ist noch, daß Karl Bärwald schon seit nunmehr 25 Jahren
Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist. So zählt
auch der SPD-Ortsverein und der Kreisverband zu den Gratulanten.
Keine Befangenheit
Gemeindevertretung beschließt Flächennutzungsplan
Lentföhrden (cke) Die Gemeindevertretung die unter dem Vorsitz von
Bürgermeister Hinrich Schröder (FDP) in Schümanns Gasthof tagte,
befaßte sich mit dem Flächennutzungsplan der Gemeinde Lentföhrden. Ehe
es zur Beschlußfassung über den Flächennutzungsplan kam, wurde das
Problem der Mitwirkung solcher Gemeindevertreter, die als
Grundeigentümer selbst betroffen sind, eingehend behandelt. Man kam zu
einer klaren Entscheidung.
Der Bürgermeister wies darauf hin, daß die Frage der Befangenheit in
der Rechtssprechung recht unterschiedlich behandelt werde. Die von ihm
eingeholte Auskunft des Rechtsamtes des Kreises Segeberg besage, daß
die Mitwirkung bei der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes
grundsätzlich nicht unter den Einschränkungen nach der Gemeindeordnung
gesehen werden könne, weil ihm keine unmittelbare Außenwirkung
zukomme.
Bürgermeister Schröder vertrat die Auffassung, daß innerhalb der
Vertretung eine einhellige Meinung bezüglich der Befangenheit
herrschen sollte.
Die betroffenen Grundeigentümer, die Gemeindevertreter Manfred
Mißfeldt und Willi Pohlmann, gaben hierzu kurze Stellungnahmen ab.
Darauf hin erklärte Gemeindevertreter Helmut Dörje, die Rechtsauskunft
des Kreises sei eindeutig. Er beantragte gleichzeitig nach der
Gemeindeordnung festzustellen, daß die Voraussetzungen der
Befangenheit bei den Gemeindevertretern
Mißfeldt und W. Pohlmann nicht vorlägen. Dieser Antrag fand mit neun
Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen die Zustimmung
der Gemeindevertretung.
Danach wurde über die eingegangenen 13 Anregungen und Bedenken
abgestimmt. In kurzen Erklärungen wiesen die Gemeindevertreter Holger
Pohlmann, Willi Pohlmann und Rainer Lastring darauf hin, daß sie dem
Flächennutzungsplanentwurf in der vorliegenden Konzeption nicht
zustimmen könnten, da eine sinnvolle Ortskernplanung nicht möglich
sei.
Es kam dann zu einer namentlichen Abstimmung. Die Gemeindevertretung
beschloß: Die während der öffentlichen Auslegung des Entwurfs des
Flächennutzungsplanes vorgebrachten Bedenken des Landwirts Ewald
Schröder werden berücksichtigt. Die Stellungnahmen der Träger
öffentlicher Belange sind teilweise berücksichtigt. Die
Gemeindevertretung beschließt den Flächennutzungsplan. Der
Amtsvorsteher wird beauftragt. den Flächennutzungsplan der Behörde zur
Gennehmigung vorzulegen und die Genehmigung örtlich bekanntzugeben.
Das Abstimmungsergebnis: mit Ja stimmten Hinrich Schröder, H.
Petersen, H. Götsch, D. Rathiens. M. Timmermann, H. Dörje und M.
Mißfeldt, mit Nein Holger Pohlmann, Willi Pohlmann, Reimer Kruse und
Rainer Lastring. Stimmenthaltung übten: Edith Fricke und Manfred Rahn.
Der Tagungsraum in Schümanns Gasthof war am
letzten Freitag bei der Programmdiskussion und Kandidatenvorstellung des
SPD-Ortsvereins bis zum letzten Platz belegt. Einleitenden Worten des
Ortsvereins-Vorsitzenden Jens-Ulrich Cramer, der noch einmal erläuterte, daß für
die SPD aktive Kommunalpolitik in Lentföhrden nicht erst drei Monate vor Wahlen
beginne, schloß sich die persönliche Vorstellung der sieben Direktkandidaten an.
Manfred Rahn, Edith Fricke, Holger Pohlmann, Klaus Klepper, Dr. Bernd Sahlmann,
Udo Fricke und Jens-Ulrich Cramer berichteten über ihren Werdegang und stellten
da, wo sie ihre Schwerpunkte in der zukünftigen Gemeindevertretung sehen.
Stoff für eine fruchtbare Diskussion lieferten insbesondere die Themen: Bessere
Ausnutzung des Kultur- und Jugendzentrums, Jugendarbeit, Ortsgestaltung und
Bebauung.
Als belebend zeigte sich in der Diskussion, daß auch einige Vertreter der
F.D.P.- unter ihnen Bürgermeister Hinrich Schröder und der neu gegründeten
Wählergemeinschaft anwesend waren. Leider fehlten auch bei dieser Veranstaltung,
wie schon bei der des F.D.P.-Ortsverbandes in der vergangenen Woche, die
Kandidaten der örtlichen CDU, die damit ein weiteres Mal zeigte, daß sie -
zumindest in Lentföhrden - die öffentliche Aussprache scheut.
Die SPD sieht einen besonderen Schwerpunkt darin, das Interesse an kommunaler
Selbstverwaltung durch informativere Gemeindevertretersitzungen zu wecken und zu
helfen, eine in einigen Fällen noch immer bestehende Kluft zwischen
„Alteingesessenen" und „Neubürgern" abzubauen.
Der
„schneesichere" Kreistagskandidat, Herr Kurt Böge, MdL. aus Hasenmoor, und die
„schneesicheren Kandidaten zur Kommunalwahl am 5.3.1978 R. Lastring und R. Kruse
hatten den Info-Stand der CDU aufgestellt und es schneite und schneite bei -10
Grad wie auch auf dem Foto ersichtlich.
Der Info-Stand wurde von den Bürgern - trotz des Schnees - gut besucht und
wichtige Informationen erteilt. Die Kandidaten nahmen gern die Anregungen und
Forderungen der Bürger zur Kenntnis, welche bereits teilweise mit dem Programm
der nächsten vier Jahre gleich sind.
Der stellvertretende Vorsitzende des
SPD-Ortsvereins Lentföhrden, Gemeindevertreter Manfred Rahn, stellte in der
ersten Mitgliederversammlung nach der Bundestagswahl voll Genugtuung fest, daß
der Ortsverein Lentföhrden mit 20 neuen Mitgliedern seit dem 1. Januar 1976 nach
Norderstedt den größten Mitgliederzuwachs aller Ortsvereine im Kreis Segeberg zu
verzeichnen habe.
Beraten wurde über die beiden vorliegenden Entwürfe einer Hausordnung, die für
das in der alten Schule eingerichtete Kultur- und Jugendzentrum erlassen werden
soll. Zu den Entwürfen wurde ein Alternativvorschlag der SPD erarbeitet. Dieser
liberalisierte und bürgernahe Entwurf soll der Gemeindevertretung zur Beratung
und Beschlussfassung vorgelegt werden. Die SPD, so wurde betont, wolle sich
bemühen, dazu beizutragen, daß das Kultur und Jugendzentrum seiner Zielsetzung
entsprechend genutzt und mit Leben erfüllt werde. Die nicht geringen
Investitionskosten seien nur dann gerechtfertigt, wenn es gelänge, das Kultur-
und Jugendzentrum zu einem Kommunikationszentrum für die örtliche Gemeinschaft
zu entwickeln.
In der für Anfang Dezember angesetzten Mitgliederversammlung soll ein
Arbeitsprogramm für die nächsten Monate aufgestellt werden. Insbesondere ist
geplant, die Reihe "Politischer Frühschoppen" wegen des großen Anklanges, den
diese Einrichtung gefunden hat, fortzusetzen.
Lentföhrden (eke). Das war für die aufbaufreudige Gemeinde Lentföhrden ein festliches Ereignis: Nach einjähriger Bauzeit wurde der Erweiterungsbau der Grundschule eingeweiht. Es ist die vierte Erweiterung der Schule. Hinzugekommen sind in zweigeschossiger Bauweise durch einen Anbau zwei Klassenräume. Der Kostenaufwand betrug 400 000 Mark, wovon allein 65 000 Mark auf die Schallschutzmaßnahmen entfallen. Den Erweiterungsbau schuf der Kaltenkirchener Architekt BdA Werner Feldsien.
Zu der Einweihung waren mehrere
Ehrengäste gekommen: Kreispräsident Seismann (Tönningstedt), Landrat
Graf Schwerin von Krosigk, Schulrat Manzey mit Sachbearbeiter Wieck,
Oberregierungsrat Meyer (Förderung des Hamburg-Randgebietes),
Oberamtsrat Kroll vom Amt Kaltenkirchen-Land, Sonderschuldirektor W.
Lippke (Kaltenkirchen), sowie Vertreter der Verbandsschule im
Schulzentrum II Kaltenkirchen.
Aus
der Gemeinde Lentföhrden waren das Lehrerkollegium der Grundschule
Nützen-Lentföhrden, die Gemeindevertretung und der Bau- und
Schulausschuß anwesend. Architekt Feldsien erläuterte vor dem Rundgang
in der Pausenhalle anhand von Bauzeichnungen die schon erstellten und
die noch geplanten Bauten. In Lentföhrden, sagte er, hoffe man, daß
die Bevölkerungszahl und damit die Zahl der Schulkinder durch die mit
dem Bau des Flughafens Kaltenkirchen verbundene Zuwanderung so stark
anwachse, daß diese Grundschule zu einer zweizügigen Schule ausgebaut
werden könne.
Beim Rundgang stellten die Gäste fest, daß die beiden neuen
Klassenräume im Vergleich zu den acht Jahre alten Räumen noch
behaglicher und moderner eingerichtet worden sind. Dazu kommen die
Lärmschutzmaßnahmen.
Nach dem Rundgang fanden sich die Gäste in der festlich hergerichteten
Gymnastikhalle zusammen. Bürgermeister Hinrich Schröder gab einen
Überblick über die Schulbauten in der Gemeinde Lentföhrden. Durch den
Erweiterungsbau sei es nun möglich geworden, die Schüler in einem
Gebäude zu unterrichten, die alte Schule werde für schulische Zwecke
nicht mehr benötigt.
In Grußworten sprachen Landrat Graf Schwerin von Krosigk und Schulrat
Mantey der Gemeinde herzliche Glückwünsche zu dem neuzeitlichen Anbau
aus. In Lentföhrden sei eine kleine moderne Schule geschaffen worden,
die im Vergleich zu den Großschulen eine Oase der Ruhe darstelle und
sehr wohl die Voraussetzung für produktive schulische Arbeit
gewährleisten könne.
Bürgermeister Martin Fischer überbrachte die Grüße der Nachbargemeinde
Nützen und überreichte zur Ausstattung der neuen Räume ein Ölgemälde.
Sonderschuldirektor Werner Lippke übermittelte die Glückwünsche der
Haupt- und Sonderschule im Schulzentrum II Kaltenkirchen. Er schenkte
den Lentföhrdener Kollegen ein Buch für die Heimatkunde. Die Spar- und
Darlehnskasse Lentföhrden überreichte durch den Vorsitzenden Hermann
Götsch und den Geschäftsführer Thomälen der Schule ein Tonbandgerät
zur Förderung des Unterrichts.
Rektor Arnold Timmermann dankte zum Schluß allen, die am Neubau
mitgewirkt haben. Die schulfreundliche Einstellung und die
tatkräftige Förderung durch die Gemeinde Lentföhrden mache den
Lehrkräften in der täglichen Arbeit immer wieder Mut. Neben der
ernsten Arbeit aber sollten auch Frohsinn und Humor in der Schule
herrschen.
Daß dies in Lentföhrden der Fall ist, bewiesen die Kinder des vierten
Schuljahres mit einem von Schulleiter Timmermann verfaßten und von
Frau Ostmann einstudierten plattdeutschen Einakter, in dem in
humorvoller Weise die Arbeit am Schulneubau dargestellt wurde. Es
schloß sich ein gemeinschaftlichen Imbiß und ein geselliges
Beisammensein an.
Wovon manche Dörfer träumen - die Gemeinde
Lentföhrden mit rund 1200 Einwohnern hat es geschafft: Sie hat der Bevölkerung
ein modernes Freibad geschenkt, das an den letzten Wochenenden jeweils von rund
1200 Badelustigen besucht wurde.
Seit fünf Wochen läuft der Badebetrieb. Rechtzeitig für die Hitzeperiode - als
hätte es Bürgermeister Hinrich Schröder geahnt - ist die Anlage oberhalb des
Sportplatzes und unweit der neuen Schule betriebsfertig geworden.
Die Umwälzanlage funktioniert tadellos. Das Schwimmer- und das
Nichtschwimmerbecken fassen zusammen 780 Kubikmeter Wasser. Das Schwimmerbecken
mit einem Ein-Meter-Sprung-Brett ist 10 mal 25 Meter groß. Es eignet Sich
daher auch für Schwimmprüfungen und DLRG-Prüfungen.
Die Tiefe des Beckens beträgt unterm Sprungbrett 3,50 Meter.

Als
Bademeister ist der Inhaber des Lehrscheins der Deutschen
Lebens-Rettungs-Gesellschaft Jörg Andree (23) Student aus Wolfenbüttel (Bild
links), eingesetzt. Er benutzt die Semesterferien für diesen Einsatz. Er ist
auch aktiver Sportschwimmer und Wasserballspieler.
Andree hat schon einen Schwimmlehrgang
abgehalten. Daran haben sich 60 Nichtschwimmer beteiligt. Aus dem ersten
Lehrgang haben sich schon 20 Teilnehmer freigeschwommen. Bis jetzt haben in dem
neuen Freibad Lentföhrden 40 Neptunjünger das Freischwimmerzeugnis erworben. Das
ist ein viel versprechender Anfang.
Auch der Bundesgrenzschutz aus Bad Bramstedt
hat sich im Lentföhrdener Schwimmbad eingemietet. Viele Besucher kommen aus den
umliegenden Dörfern und sogar aus der Stadt Bad Bramstedt zum Bad Lentföhrden.
Die Beheizung des Freibades erfolgt erst mit
Beginn der Saison 1970. Sie wurde noch nicht fertig. Auch ohne Heizanlage hat
das Wasser in den Becken 20 bis 21 Grad Celsius, abends sogar 23. Grad.
Auch für die Kleinkinder ist gesorgt: Ein Planschbecken, dessen Wasser täglich
erneuert wird, ist vorhanden.
Die Aufsicht über das Freibad mit dem
Kabinenhaus hat Hausmeister Karl Schliwinski
(Bild rechts). Er sitzt auch an der Kasse.
Das Eintrittsgeld für Erwachsene (Tageskarte 50 Pfennig) wird von den Badegästen
als sehr billig für das schöne Freibad empfunden, das abseits von staubigen und
lärmenden Straßen mitten in der Natur liegt.
Er prägte den Stil im Landesparlament, im
Kreistag und im Gemeinderat
Das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
überreichte Ministerpräsident. Dr. Lemke gestern abend dem langjährigen
FDP-Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion Hinrich
Schröder. Der feierliche Akt fand auf Wunsch des Ausgezeichneten in der
Gymnastikhalle der Lentföhrdener Volksschule statt und nicht im Haus B der
Landesregierung. Auf diese Weise konnten Mandatsträger aus dem Kreis Segeberg
und dem Amt Kaltenkirchen-Land Augenzeuge der Ehrung werden................
„Matthias Foderberg hat 43 Schülerjahrgänge
geistig aufgezüchtet", sagt Regierungsdirektor a. D. Mittelschullehrer
Hermann Stegemann, jetzt in Kettenkirchen, von seinem alten Lehrer, der am
heutigen Montag in Lentföhrden in seinem Haus an der Europastraße 3 in
geistiger Frische und bei guter Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag feiert. Überall
in Lentföhrden und Umgebung wohnen alte Schüler, die an ihrem Erzieher hängen
wie an einem väterlichen Freund.
Zu den „Ehemaligen" zählt auch der Bürgermeister der Gemeinde Lentföhrden,
Amtmann Hinrich Schröder, MdL. Sie alle werden Matthias Foderberg heute
beglückwünschen, der noch ein Schulmeister war in des Wortes wahrster Bedeutung.
Der Jubilar wurde am 22. Juli 1883 in Hareby (Nordschleswig) als Sohn eines
Zollinspektors geboren, der an der dänischen Grenze und in Itzehoe seinen Dienst
versah. Matthias Foderberg besuchte das Seminar in Eckernförde und kam 1905 als
Lehrer an die damals noch einklassige Volksschule Lentföhrden. Er ist dieser
Schule immer treu geblieben: 43 Jahre und acht Monate war er Lehrer in
Lentföhrden. Als die Schule 1911 zweiklassig wurde, bekleidete er die
Schulleiterstelle. Er machte den 1.Weltkrieg mit und wurde an der Sommè
verwundet. Am 31. August 1948 wurde er nach Erreichung der Altersgrenze
pensioniert.
Matthias Foderberg diente aber nicht allein als Pädagoge seiner Gemeinde,
sondern versah auch noch verschiedene Ehrenämter. So gehörte er jahrzehntelang
den Schulvorstand an. Er zählt zu den Mitbegründern der Spar- und Darlehnskasse
Lentföhrden, in dessen Vorstand er erfolgreich wirkte. Er hat auch den
Lentföhrdener Sportverein ins Leben gerufen.
Dem Jagdverein Lentföhrden war Mathias Foderberg lange Zeit ein gewissenhafter
Schatzmeister. Er war ein passionierter Jäger, schon zu einer Zeit, als im
Lentföhrdener Revier im Jahr 25 Sechserböcke und 250 Fasanenhähne erlegt wurden,
als im Lentföhrdener Moor nach so mancher Birkhahn auf der Balz beobachtet
werden konnte. Ein preisgekröntes Gehörn gehört zu Mathias Foderbergs
Jagdtrophäen.
Gestern Abend gegen 19.35 Uhr heulten in Lentföhrden, Kaltenkirchen, Nützen, Schmalfeld und Hasenmoor die Feuersirenen. Es hieß, in Lentföhrden stünde der große Schuppen des Ortswehrführers und Bauern Jasper Schümann in Flammen. Die Amtswehr Kaltenkirchen eilte mit allen Löschzügen zur Brandstelle. Erst hier stellte sich heraus, daß es sich um eine Alarmübung handele, die Amtswehrführer Hugo Wittorff aus Kaltenkirchen plötzlich angesetzt hatte. Das Tanklöschfahrzeug aus Kaltenkirchen konnte sofort Wasser geben. Sehr schnell hatte auch die Lentföhrdener Wehr das Wasser vorn. Auch die übrigen drei Wehren der Amtswehr waren auf dem Posten. Es zeigte sich, daß Lentföhrden über eine gute Wasserversorgung verfügt. Aus allen Rohren wurde das angenommene Feuer unter Brandstellenleiter Jasper Schümann bekämpft. Der Vorsitzende des Feuerlöschverbandes Kaltenkirchen, Amtmann Hinrich Schröder, befand sich im Brandmanövergelände. Der Zweck der Alarmübung, einen schnellen und wirkungsvollen Einsatz der ganzen Amtswehr zustande zu bringen, wurde voll erreicht.
Bei eigener Enthaltung wurde. Hinrich Schröder
(FDP) von alten Gemeindevertretern erneut zum Bürgermeister gewählt. Den Wahlakt
leitete Alterspräsident Max Haack (SPD), der auch die Verpflichtung des
Gemeindeoberhauptes vornahm. Durch Handschlag bekundeten sämtliche Vertreter,
sich stets für die Belange des Dorfes nach bestem Wissen und Gewissen
einzusetzen.
Ebenfalls einstimmig erfolgte - die Wahl der Stellvertreter des Bürgermeisters.
Dieses Amt erhielten Hans Böge und Ernst Möller (beide FDP). Unter dem Beifall
der gesamten Vertretung erklärte Bürgermeister Hinrich Schröder, daß es
ungeachtet seiner übrigen Aufgaben für ihn eine Selbstverständlichkeit sein
werde, insbesondere für sein Heimatdorf Lentföhrden zu sorgen. Er habe dabei
einen Auftrag sämtlicher Einwohner zu erfüllen, die ihm gegenüber stets ein
großes Vertrauen bekundet hätten. Dieses sei in jeder Weise zu rechtfertigen.
Einer Meinung waren sämtliche Gemeindevertreter, als sie den Bürgermeister
beauftragten, beim Kreisschulamt vorstellig zu werden, damit die
Schulleiterstelle mit Arnold Timmermann besetzt wird. In seiner Person haben sie
die Gewähr, die Erziehung der Kinder in der besten Hand zu wissen.
Durch den Auszug der Familie Sinn ist im Gemeindehaus eine Wohnung freigeworden.
Die Gemeindevertreter waren der Ansicht, daß es das beste
wäre, wenn der zur Verfügung stehende Raum nun zwei in dem Gebäude wohnenden
Mietern zugeschlagen wird. Auf diese Weise verbessert sich ihre Unterbringung
wesentlich.
Zum Schluß der Sitzung, die im "Bahnhofshotel" stattfand, erörterten die
Gemeindevertreter die Frage des Sportplatzes. Sie sprachen sich auch darüber
aus, in welcher Form dem Verein in ideeller und materieller Sicht tatkräftig
geholfen werden kann.
Die Gemeindevertretung Lentföhrden, die im
Gasthof Hermine Schümann im Beisein von Amtsinspektor Krell ihre zweite Sitzung
abhielt, beriet die Änderung, bzw. Ergänzung der Hauptsatzung. Zu einer
Beschlussfassung kam es noch nicht. Es soll erst die Änderung der Hauptsatzung
des Kreises abgewartet werden.
Die Ausschüsse wurden laut einstimmigem Beschluss wie folgt besetzt:
Finanzen: Hans Böge, Ernst Möller, Paul von Mrozik,
Hans Lange, Wilhelm Möller, Willy Looft, Heinrich Böge.
Fürsorge: Max Haaek, Hermann Fitzner, Fritz Sander, Hans Böge, Hans Lange.
Wege: Hans Böge, H. W. Böge, E. Möller, Wilhelm Schröder, Willi Pohlmann.
Bauten: Wilhelm Möller, Ernst Möller, Hans Lange, Otto Rathjen.
Einstimmig wurde beschlossen, dem Sportverein
Lentföhrden eine einmalige Zuwendung in Höhe von 350 Mark zu gewähren.
Bürgermeister Schröder erteilte dem Geschäftsführer der „Stiftung
Feierabendwohnheime im Kreise Segeberg", Matthee aus Boostedt, das Wort. Matthee
hielt ein Kurzreferat über die Entwicklung der Stiftung und ihren heutigen
Stand....
.........Auch in Lentföhrden plant man den Bau
eines Feierabendwohnheimes. Jedoch beschloss die Gemeindevertretung, die
Besichtigung des Geländes durch die zuständigen Stellen abzuwarten. Erst wenn
alle Einzelheiten geklärt und die näheren Bedingungen bekannt sind, wollen sich
die Gemeindeväter endgültig entscheiden.
Auch über die Errichtung einer Gemeindebücherei
kam es noch zu keiner festen Beschlussfassung. Zuvor soll noch geklärt werden,
ob sich in Lentföhrden eine geeignete Persönlichkeit für den Posten des
Büchereileiters findet und ein Raum auftreiben läßt, in dem die Dorfbibliothek
gut untergebracht werden kann. In der nächsten Sitzung schon will der
Gemeinderat darüber entscheiden.
..........Flughafenbau
Der geplante Bau eines Großflughafen bei
Kaltenkirchen wird mit Sicherheit eine starke strukturelle Veränderung auch in
den amtsangehörigen Gemeinden des Amtes Kaltenkirchen-Land bringen. Von den
amtsangehörigen Gemeinden geben die Gemeinde Nützen für den Bau des Flughafens
höchstwahrscheinlich 853 ha und die Gemeinde Lentföhrden 168 ha an Land ab. Die
Gemeinde Nützen liegt voll in der Planungszone I, und die Gemeinde Lentföhrden
mit der südliche Ortslage in der Planungszone 1 und die Gemeinde Schmalfeld mit
den westlichen Rändern der Ortslage in der genannten Planungszone.
Es wird damit gerechnet, das Flughafenorientierte Betriebe sich auch im Umland
des Flughafens Kaltenkirchen. d. h. auch in den amtsangehörigen Gemeinden
ansetzen, Arbeitskräfte anlocken und eine weitere Wohnbebauung in den Gemeinden
erforderlich machen.
Damit wird die Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden letztlich positiv
beeinflusst, wenn dieses auch zunächst dem planerischen Ziel der Freihaltung der
Planungszone II widerspricht.
Seitens der amtsangehörigen Gemeinden und auch des Amtes selbst wird es nicht
für erforderlich gehalten, das Flughafengebiet kommunalpolitisch einer anderen
Gemeinde zuzuordnen; ebenso werden kommunale Grenzänderungen bzw. gebietliche
Neuordnungen für nicht notwendig erachtet. Alle Gemeinden des Amtes Kaltenkirchen-Land, soweit sie vom Flughafen betroffen
sind, haben dem Bau des Flughafens am vorgesehenen Standort zugestimmt. Sie
erwarten mit dieser Zustimmung allerdings zum Ausgleich der den Gemeinden und
ihren Einwohnern entstehenden Nachteile ein Entgegenkommen der zuständigen
Stellen.
Lentföhrden
Die Bevölkerung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Bei den
Planvorstellungen für die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes soll u. a.
auch davon ausgegangen werden, daß von den in erreichbarer Nähe des Flughafens
erforderlichen Arbeitskräften 100 in Lentföhrden wohnen werden.
Von Lentföhrden aus besteht die kürzeste Entfernung zum Flugplatz (B 4,
Knotenpunkt, Zubringer zum Flughafen und auch alte Kreisstraße Nr. 29 mit
besonderem Tor zum Flughafen). Wegen der besonderen Lage Lentföhrdens zum
Flughafen werden auf die Dauer gesehen sicher auch Dienstleistungsbetriebe hier
ansiedeln. Wenn auch die bisher noch ausgeprägte Agrarfunktion ständig weiter in
den Hintergrund tritt, bleibt ihr trotzdem eine wichtige Aufgabe, zumal im Zuge
des Flughafenbaus und der damit zu erwartenden Flurbereinigung eine Stärkung der
Agrarfunktion durch aus noch möglich ist.......
Werner Seismann, Amtsvorsteher
Rudolf Paulsen, Oberamtsrat
In Anwesenheit der Gemeindevertretung und
verschiedener Ehrengäste und unter Beteiligung von fünf auswärtigen Turn- und
Sportvereinen wurde der gemeindeeigene Sportplatz an der Heidmoorer Straße
seiner Bestimmung übergeben. Der Tag der Sportplatzweihe", sagte Amtmann und
Bürgermeister Hinrich Schröder, ist ein Freudentag für die ganze Gemeinde."
Hinrich Schröder schilderte, wie schwierig es gewesen sei, die hügeligen
Heideflächen in einen bespielbaren Sportplatz umzuwandeln. Ohne die guten
technischen Mittel des Wegezweckverbandes hätte man diese Anlage nicht
herstellen können. Dank gebühre der Gemeindevertretung, die den Zuschuß
bewilligt habe. Unter der Leitung des Vorsitzenden, Hauptlehrer Timmermann, habe
der TSV Lentföhrden auch eine große Eigenleistung vollbracht. Die Gemeinde sei
froh darüber, daß es gelungen sei, Hauptlehrer Arnold Timmermann wieder aus den
Fängen des Kreises Steinburg zurückzubekommen".
Bürgermeister Schröder wies darauf hin, daß die Gesamtanlage noch nicht
vollständig sei. Auf dem Schulland oberhalb des Sportplatzes werde eine
Gymnastikhalle mit einem Schulhof und der Möglichkeit, zwei neue Klassenräume
für die künftige Zentralschule anzubauen, errichtet. Hier entstehe das neue
Zentrum körperlicher und geistiger Ertüchtigung nicht nur für die Schüler und
Schülerinnen, sondern auch für die entlassene Schuljugend.
Der Bürgermeister übergab die Anlage dem Vorsitzenden Arnold Timmermann mit dem
Wunsche, daß hier immer ein ritterlicher Geist bei den Spielen und Wettkämpfen
herrschen möge.
Hauptlehrer Timmermann betonte, der TSV Lentföhrden schätze sich glücklich, eine
Gemeindevertretung im Dorf zu haben, die erkannt habe, eine wie große Bedeutung
dem Sport und dem Spiel zukomme. Im Namen aller Sportler danke er der Gemeinde,
die stets ein offenes Ohr für die Belange der Jugend zeige. Der neue Sportplatz
sei eine der schönsten Anlagen im Kreise Segeberg.
An den Fahnenmasten stiegen die Flaggen hoch, die Bundes- und Landesflagge und
die Vereinsfahne. Nach der Flaggenhissung betraten die I. und II.
Herren-Fußballmannschaft des TSV Lentföhrden zu einem ersten Spiel auf diesem
Platz den grünen Rasen.
Im Sonntagsanzug stieß Bürgermeister Hinrich Schröder den Ball an. Er tat es mit
Elan. „Ich glaube, ich könnte auch heute noch Tore schießen", erklärte der
54jährige Landtagsabgeordnete. Natürlich in der Landesliga, war das Echo
verschiedener Zuschauer und Fußballexperten. Unter den Zuschauern befanden sich
übrigens auch drei Bezirksvertreter aus der sowjetisch besetzten Zone, aus
Neustrelitz, die sich auf einer Informationsreise befanden und schon öfter an
den Landtagssitzungen in Kiel teilgenommen hatten. Auch sie mußten zugeben, daß
die Sportanlage für ein Dorf von der Größe Lentföhrdens vorbildlich sei.
Die folgenden Spiele litten etwas unter der Witterung. Das spannendste Treffen
war unstreitig die Begegnung der Damen-Handball-Mannschaft der Kaltenkirchener
Turnerschaft mit, der Mannschaft des VfR Neumünster. Seit sieben Jahren wurde um
den von Lentföhrden gestifteten Pokal gekämpft. Dreimal hatte ihn Neumünster
errungen, einmal Nützen und nun zum vierten Male Kaltenkirchen. Damit gelangte
er in den endgültigen Besitz der KT. Abends bei der Siegerehrung wurde die
Trophäe überreicht. Der Sportlerball in der Bahnhofsgaststätte war sehr stark
besucht.
Ergebnis der Vereinsmeisterschaften des TSV Lentföhrden von 1924:
Der TSV Lentföhrden von 1924 führte vor den Pokalspielen anläßlich der
Sportplatzweihe einen abendlichen leichtathletischen
Wettkampf im vereinsinternen Rahmen durch. Die besten Einzelleistungen waren:
Weitsprung: Manfred Mißfeldt 5 Meter; Lauf 7,5 Meter: Erwin Langbein 9,5
Sekunden; Weitschuß: Dieter Rink 52,50 Meter; Einwurf: Dieter Rieck 21,85 Meter;
Kopfball: Manfred Behrmann 18;30 Meter.
Dies ist die Gesamtwertung: 1. Erwin Langbehn 95,5 Punkte, 2. Dieter Rieck 91
Punkte, 3. Manfred Mißfeldt 87 Punkte, 4. Alfred Behrmann 81 Punkte, 5. Jürgen
Rahn 76,5 Punkt, 6. Jochen Schafferczyk 76 Punkte. Danach ist Erwin Langbein mit
der höchsten Punktzahl Vereinsmeister. Den Wettbewerb leisteten der Vorsitzende
des TSV Lentföhrden, Hauptlehrer Timm, und Hauptlehrer Schümann aus Nützen. Ein
Regenguss beeinträchtigte die sportlichen Leistungen.
Dies ist ein denkwürdiger Tag für die Gemeinde
Lentföhrden", sagte der Vorsitzende der Stiftung Feierabendwohnheime im Kreise
Segeberg, Landrat a. D. Dr. Alnor, in der geselligen Kaffeerunde, zu der die
Stiftung und der Bauverein Kaltenkirchen die acht Mieter des neuen
Feierabendwohnheimes Lentföhrden eingeladen hatte.
Mit Abstand ist das vom Bauverein Kaltenkirchen errichtete Rentnerwohnheim
inmitten des aufbaufreudigen Dorfes Lentföhrden wohl das schönste
Feierabendwohnheim der Stiftung im ganzen Kreis Segeberg.
Treppenhaus mit Wappenschmuck
Das Gebäude wurde nach dem Entwurf des Kaltenkirchener Architekten Kurt Düring
BDA gebaut. Es enthält acht freundliche Wohnungen. Jedes Heim besteht aus einem
großen hellen Wohnzimmer mit Schlafnische, einer kleinen, aber zweckmäßig
gebauten Küche mit Elektroherd und Warmwasseranlage, einer neuzeitlichen
Toilette, einem Abstellraum und einem geräumigen Keller. Die im Obergeschoß
liegenden Wohnungen besitzen auch noch je einen Balkon. Besonders schön ist die
Eingangstür und das breite Treppenhaus gelungen, für das Architekt Düring Bilder
und
die Wappen der deutschen Ostprovinzen als Wandschmuck gestiftet hat. Der
Bauverein hat für eine gemütliche Ecke im Treppenhaus auch noch die Möbel
geschenkt.
An der Kaffeetafel nahmen nicht nur die glücklichen Mieter - alle
Heimatvertriebene - teil, sondern auch der Vorstand der Stiftung, mehrere
Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder des Bauvereins, Bürgermeister Hinrich
Schröder mit mehreren Gemeindevertretern und Amtsoberinspektor Kroll vom Amt
Kaltenkirchen-Land.
Anerkennung für Robert Wulf
Vorsitzender Dr. Alnor dankte dem geschäftsführenden Vorsitzenden des
Bauvereins, Robert Wulf, dafür, daß er sich trotz seiner angegriffenen
Gesundheit dem sozialen Werk des Wohnungsbaues so intensiv und mit solcher
Begeisterung gewidmet habe. Dr. Alnor dankte aber auch dem anwesenden
Architekten Kurt Düring BDA, den Bauhandwerkern für die solide gute Arbeit,
Bürgermeister Schröder und seinen Gemeindevertretern, welche die Mittel für die
Eigenleistung bewilligt hätten.
Dr. Alnor beglückwünschte die Mieter, die nach einem schweren Lebenslauf nun
wieder eine neue Heimat gefunden hätten. Sie hätten wieder eine eigene Haustür,
einen eigenen Schlüssel und eine in sich abgeschlossene freundliche Wohnung für
einen geruhsamen Lebensabend. Landrat a. D. Dr. Alnor händigte den Mietern in
einer Kassette den Hausschlüssel und den l Mietvertrag aus. Vom Bauverein
bekamen die Heimbewohner auch noch einen Blumentopf mit Glückwunschkarte
überreicht.
Des Lobes voll . . .
Robert Wulf sprach als Vertreter des Bauvereins Kaltenkirchen. der schon viele
Feierabendwohnheime im Kreis Segeberg gebaut hat, die Hoffnung aus, daß sich die
Bewohner zu einer harmonischen Hausgemeinschaft zusammenfinden und sich, das
Leben erleichternd, gegenseitig helfen möchten.
Der Amtsschreiber des Amtes Kaltenkirchen-Land, Amtsoberinspektor Kroll, sagte
den Mietern - die älteste Heimbewohnerin ist Frau Heß mit 80 Jahren -, daß sie
sich wegen der Mietbeihilfe, die ihnen gesetzlich zustünde, keine Sorge zu
machen brauchten. Er käme selber zu ihnen in die neue Wohnung und werde dort
alles mit ihnen regeln . . .
Nach dem Kaffeetrinken - es gab Berge von Torten - bewegte sich der Zug der
Mieter, mit dem Blumentopf und dem Hausschlüssel in der Hand, mit den Vertretern
der Stiftung, des Bauvereins und der Gemeinde vom Gasthof Hermine Schümann zum
Feierabendwohnheim. Alle waren des Lobes voll über den schmucken Bau.
SZ 17.Mai 1960Am Sonnabend wurde die mit einem Kostenaufwand von 650 000 Mark erbaute Verbindungsstraße von Lentföhrden nach Schmalfeld in 6,557 Kilometer Länge dem Verkehr offiziell freigegeben. In Lentföhrden durchschnitt der alte Landrat Dr.Alnor das weiße Band, an der Gemeindegrenze Schmalfeld nahm der neue Landrat, Joachim Dorenburg, die feierliche Handlung vor. 35 Wagen der Besichtigungskommission und der Gäste durchfuhren die Ehrenpforten. Der Lentföhrdener Schulchor sang unter Schulleiter Timmermann Frühlingslieder. Schülerinnen hielten Ansprachen und überreichten den beiden Landräten und Kreisinspektor Brettin Blumensträuße. Für beide Gemeinden wer es ein Freudentag. Durch die neue Straße sind die beiden Orte einander näher gerückt. Text u. Foto: cke
Dienstag, 5. August 1958
Lentföhrden, Anlässlich einer Bauernhochzeit in Lentföhrden wurde am Polterbabend auf dem Schornstein des Hochzeitshauses ein Kinderwagen mit einem großen Adebar angebracht. Damit nicht genug: Ein Zimmermann erkletterte den unweit des Hochzeitshauses stehenden Meiereischornstein. Dabei hatte er immerhin 18 Meter hoch zu steigen. Oben angelangt, steckte er ein Damenfahrrad so in den Kamin, dass nur noch Lenkstange und Vorderrad herausragten. Ein kühner Meiereigehilfe erstieg am anderen Tag den Schornstein und holte das Damenfahrrad heil herunter.
FC Lentföhrden - Heidmoor SZ 17.02.1958
Seit längerer Zeit herrscht in
Lentföhrden und Umgebung eine gewisse Spannung zwischen den Sportlern
und der sportinteressierten Bevölkerung. Man konnte es den Fußballern
nicht verzeihen, dass die vor einem Jahr plötzlich einen FC Heidmoor
bildeten, obwohl aus der Gemeinde Heidmoor nur sehr wenige Einwohner
Mitglieder des Vereins waren. Zudem spielte man unter dem Namen
Heidmoor auch noch auf dem Sportplatz in Lentföhrden.
Am vergangenen Sonnabend wurde im Vereinslokal „Bahnhofshotel
Lentföhrden" ein Schlussstrich unter diese Entwicklung gesetzt.
Einstimmig beschlossen die anwesenden Vereinsmitglieder, dass sich der
FC Lentföhrden und der FC Heidmoor zusammenschließen.
Dienstag, 3. Dezember. Auf dem Lentföhrdener Bahnhof sind bereits vier Waggons Weihnachtsbäume verladen und nach West-Berlin abgegangen. Vier weitere Waggons folgen in diesen Tagen. Mit jedem Waggon rollen 2500 Tannen in die alte Reichshauptstadt. Die Tannen stammen aus Beständen von Lentföhrden und Umgebung, die mit Lastkraftwagen herangebracht werden.
Einen ungewöhnlichen Diebstahl verübten unbekannte Täter am Dienstagabend zwischen den Stationen Lentföhrden und Nützen der AKN-Bahn. Zwischen 22.05 und 22.10 Uhr warfen die Diebe aus einem fahrplanmäßigen Zug etwa 30 Kolli Teppichwaren und Tuche von Industriebetrieben aus Neumünster. Die Polizei vermutet, dass die Täter auf einem der Bahnhöfe zwischen Neumünster und Lentföhrden die Plomben des Packwagens abgerissen und sich unbeobachtet in den Wagen geschlichen haben. Offensichtlich war ein sofortiger Abtransport der hinausgeworfenen Gepäckstücke vorgesehen. Es wurde beobachtet, dass gegen 23 Uhr 150 m südlich des Bahnhofes Lentföhrden ein Mann dabei war, große Ballen auf einen Lastwagen zu laden. Der Diebstahl wurde erst am Mittwochvormittag bemerkt, als das Personal eines AKN-Zuges die Kolli an der Bahnstrecke liegen sah.
| 1884 | Sachau nat.lib. |
Halben dt.freis. |
Frohme SPD |
| Reichstagswahl | |||
| Stimmen | 40 | 1 | - |
| 1912 | Konservative | Fortschritt | Nationalliberale | SPD |
| Reichstagswahl | 11,9 | 47,6 | 14,3 | 26,2 |
| 1919 | DDP | DNVP | DVP | SHBLD | SPD |
| Nationalversammlung | 23,4 | 7,8 | 3,7 | 16,5 | 48,6 |
| Verfassungsgebende Preußische Landesversammlung | 15,2 | 12,2 | 0,9 | 25,6 | 46,0 |
| Reichstagswahlen | DDP | DNVP | NS | DVP | SHLP | Völ.-soz.Block | SPD | DBP | NSDAP | CSVD | Ldv | KPD | StP | WiP | USPD |
| 20.2.21 | 2,3 | 25,9 | 4,6 | 31,0 | 33,3 | 1,4 | 1,4 | ||||||||
| 04.5.24 | 7,6 | 58,7 | 8,7 | 1,4 | 2,9 | 7,6 | 10,5 | 2,5 | |||||||
| 7.12.24 | 7,8 | 51,9 | 3,0 | 8,3 | 28,8 | 0,0 | |||||||||
| 20.5.28 | 1,7 | 37,7 | 2,6 | 10,3 | 0,6 | 41,6 (41 Stimmen) |
(9 Stimmen) |
3,5 | 0,3 | ||||||
| 14.9.30 | 7,3 | 6,5 | 12,2 (30 Stimmen) |
0,8 | 46,7 (115 Stimmen) |
15,0 | 6,5 | 2,4 | 0,8 | 1,6 |
| Reichspräsidentenwahl | Duestenberg | Hindenburg | Hitler | Thälmann |
| 13.3.32 | 27,9 | 11,2 | 57,3 | 3,5 |
| 10.4.32 (Stichwahl) | 21,2 | 75,0 | 5,0 |
| Landtagswahlen | NSDAP | SPD |
| 24.4.1932 * | 222 | 10 |
| Reichstagswahlen | NSDAP | SPD |
| 31.7.1932 * | 243 | 13 |
* = Stimmen
| Reichstagswahlen | NSDAP | SPD | DNVP | KPD | Stp | CSVD | Kampffront Schwarz-Weiß-Rot | DBP |
| 6.11.1932 | 59,6 (199 Stimmen) | 2,4 (8 Stimmen) | 23,1 | 7,5 | 0,7 | 5,1 | 1,5 | |
| 5.3.1933 | 66,9 | 2,2 | 1,9 | 29,1 |
Bei der Reichstagswahl und Volksabstimmung am 12.11.1933 war nur noch die NSDAP auf der Liste. Für sie haben 94 % mit „JA“ gestimmt. Es gab in Lentföhrden 363 Wahlberechtigte. Bei dem Volksentscheid, indem es um den Austritt aus dem Völkerbund ging, entschieden sich 97 % dafür und 12 Wähler dagegen.
Erklärung:
WiP Wirtschaftspartei
StP Staatspartei
Ldv Deutsches Landvolk
DBP Deutsche Bauernpartei
CSDV Chirstlich-Sozialer Volksdienst
DNVP Dt. Nationale Volkspartei (Konservative)
DDP Dt. Demokratische Partei (Linksliberale)
DVP Dt. Volkspartei (Nationalliberale)
USPD Unabhängige Sozialdemokraten
KPD Kommunistische Partei Deutschland
SHBLD S-H Bauern und Landesarbeiterpartei
SHLP S-H Landespartei
SPD Sozialdemokratische Partei
NSDAP Nationalsoz. dt. Arbeiterpartei
Am 15. Sept. 1946 fanden erstmalig
seit Beendigung des Krieges Gemeinderatswahlen statt. In hiesiger
Gemeinde fand jedoch keine Wahl statt, weil nach Aufstellung der
Kandidatenliste von 16 eingereichten Kandidaten 4 ausscheiden mußten,
da von der englischen Militärregierung nicht genehmigt und daher nur
12 Kandidaten verblieben, die wie folgt der Partei angehörten:
Hans H. Böge CDU; Hans Harms CDU; Wilh. Marzahl CDU; Ernst Fischer
SPD; Karl Oeser CDU; Tönjes Peters CDU; Wilh. Möller unabhängig; Ernst
Möller CDU; Gustav Hoffmann SPD; Wilhelm Mißfeld CDU; Ernst Möckelmann
CDU (Quelle: GR-Prot.?.46)
| Gemeinde | Landtag |
Bundestag |
||||||||||||||||
|
90 |
82 |
78 |
74 Sitze |
70 Sitze | 66 |
62 |
59 (*1) | 79 | 75 | 71 | 67 | 62 | 58 | 72 |
68 |
65 |
61(Zweitstimme) |
|
| CDU | 2192 | 215 | 3 | 4 | 1 | 380 | 396 | 356 | 178 | 114 | 357 | 48,1% | 207 | 161 | ||||
| SPD | 1842 | 122 | 3 | 2 | 2 | 641 | 23,57% | 18,18% | 274 | 194 | 164 | 131 | 135 | 320 | 25% | 144 | 134 | |
| FDP | 1330 | 133 | 6 | 7 | 8 | 2122 | 76,43% | 81,82% | 151 | 138 | 71 | 195 | 293 | 91 | 19% | 202 | 259 | |
| K.W.V | 530 | 54 | 1 | |||||||||||||||
| GDP | 10 | 18 | ||||||||||||||||
| DFU | 5 | 4 | 3 | 3 | ||||||||||||||
| DG | 2 | 4 | ||||||||||||||||
| AUD | 1 | |||||||||||||||||
| NPD | 5 | ? | 17 | 35 | 9 | 5,8% | 7 | |||||||||||
| DKP | 2 | ? | 2 | 1 | ||||||||||||||
| DRP | 3 | |||||||||||||||||
| EP | 1 | 3 | ||||||||||||||||
| Grüne | 28 | |||||||||||||||||
| KBW | 2 | |||||||||||||||||
GDP Gesamtdeutsche
Partei
DFU Deutsche Friedensunion
DG Deutsche Gemeinschaft
AUD
DRP Deutsche Reichs-Partei
K.W.V. Kommunale Wählervereinigung
| *1) Gemeindevertreter 1959 Hans Böge, FDP Wilhelm Möller, FDP Paul von Mrozik, FDP Hinrich Schröder, FDP Hans Wilhelm Böge, FDP Fritz Sander, FDP Hermann Fitzner, FDP Hermann Petersen, FDP Ernst Möller, FDP Richard Rutz, SPD Max Haack, SPD |
B E K A N N T M A C H U N G
ÜBER DIE ZUSAMMENSETZUNG DES WAHLAUSSCHUSSES
Der Gemeindewahlausschuß in der Gemeinde Lentföhrden
für die Gemeinde- und Kreiswahlen am 25. Oktober 1959
setzt sich wie folgt zusammen:
Wahlleiter:
Schulleiter Hammerich
Stellvertreter des Wahlleiters: Grete Wrage
Beisitzer:
1. Willi Kühl
2. Willy Looft
3. Willi Kröger
4. Otto Rathjens
5. Walter Beckmann
6. Walter Dassow
Stellvertreter der Beisitzer:
1. Johannes Thies
2. Willy Schweichler
3. Paul Tiede
4. Heinrich Burmeister
5. Bernhard Tietjens
6. Johannes Bühlow
Lentföhrden, den 7. September 1959
(Dienstsiegel)
Europa ist ein politisches Pulverfass: Mehrere
Länder, allen voran das deutsche Kaiserreich, rüsten sich für den bevorstehenden
Krieg. Im Juli 1914 gibt es aber noch andere - und angenehmere
- Ereignisse, worüber die Menschen sprechen. Unter anderem das Tennisfinale von
Wimbledon: Dort gewinnt der Australier Norman Brookes ganz knapp nach fünf
Sätzen gegen den deutschen Otto Froitzheim. In dem damals weniger als
vierhundert Einwohner zählenden Dorf Lentföhrden zieht aber weder ein
weltpolitisches noch ein sportliches Geschehen die Menschen in seinen Bann. Am
13. Juli - heute genau vor 90 Jahren - landet auf einer Wiese am Ortsrand zum
ersten Mal ein Flugzug.
|
Am 13. Juli 1914 landete in Lentföhrden zum ersten und einzigen Male ein Doppeldecker. Am Steuerknüppel saß Gerhard Petersen, Sohn des „Waldburg“ - Erbauers Marinus Petersen. Ein Flugzeug aus der Nähe betrachten zu dürfen, war damals für die meisten Dorfbewohner eine Sensation. Erst im Dezember 1903 hatten In den USA die Gebrüder Wright den ersten Flug (70 Meter weit) mit einem Motorflugzeug geschafft. |
Schon am Tag zuvor herrscht Aufregung im Dorf,
ausgelöst durch ein Telegramm aus Berlin. Der erst 20-jährige Pilot Gerhard
Petersen, Sohn des Lentföhrdener Marinus Petersen (Erbauer der Villa
„Waldburg“), hat seinen Besuch angekündigt - im Doppeldecker. Die Nachricht
verbreitet sich rasch im Dorf. Viele Bürger holen ihre feine Garderobe aus dem
Schrank, ein Fotograf wird bestellt.
Um 7.45 Uhr startet Gerhard Petersen mit einem Flugschüler als Co-Pilot in
Berlin. Nach gut drei Stunden in der Luft ist das Ziel erreicht. Fast das ganze
Dorf ist auf den Beinen, als gegen 11 Uhr der Doppeldecker gesichtet wird.
Zahlreiche Schaulustige, darunter mittlerweile auch etliche aus Nützen, eilen
zum vorgesehenen Landeplatz direkt an der Bundesstraße. Pilot Petersen verfolgt
aus der Luft den Auflauf und entscheidet sich aus Sicherheitsgründen für einen
anderen Landeplatz. Der Doppeldecker dreht einige Runden über der Menschenmenge
und steuert dann eine Wiese an der Straße nach Weddelbrook (im Flurbereich Lohn)
an Viele der Zuschauer hasten über Wiesen und Felder, um als erste die Maschine
aus der Nähe betrachten zu können. Die Landung klappt trotz des unebenen
Geländes ohne Probleme. Zum Empfangskomitee gehören neben Marinus Petersen
(seine frühere „Waldburg“ ist heute ein Seniorenzentrum), Meierist Johannes
Holst, Lehrer Matthias Foderberg und der Gastwirt Max Jipp.
Am folgenden Tag hat der Pilot zunächst Pech: Beim ersten Start berührt der
Propeller den Boden und wird beschädigt. Ein derartiges Problem ist nichts
ungewöhnliches für Flieger, deshalb hat auch Petersen einen Ersatzpropeller an
Bord. Nach der Reparatur starten mehrere Rundflüge. Einige Lentföhrdener dürfen
sich ihre Heimat von oben anschauen. Anschließend verabschiedet sich Gerhard
Petersen von seinem Vater samt der Menge und fliegt mit dem Doppeldecker erst
nach Oldesloe, dann zurück nach Berlin Johannisthal.
Zur Erinnerung an das Spektakel im Juli 1914 wird der beschädigte Propeller
lange Zeit in der Lentföhrdener Bahnhofsgastwirtschaft aufbewahrt.
Zwei Wochen nach Gerhard Petersens ungewöhnlichem Besuch beginnt der Erste
Weltkrieg. Der junge Pilot wird zunächst in Ostpreußen, später in Galizien als
Flugbeobachter eingesetzt. Petersen macht Karriere, einmal wird er sogar vom
deutschen Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg persönlich empfangen. Nach
dem Krieg fliegt Gerhard Petersen jahrelang die Route Berlin - Weimar, später
wechselt er zur Hamburger Polizeifliegerstaffel. 1976 stirbt der Mann, der in
Lentföhrden Geschichte schrieb.
Fakten und Foto zur Doppeldecker-Landung in Lentföhrden lieferte Hans Mißfeldt
aus Rellingen. Der Heimatforscher hat familiäre Wurzeln in Lentföhrden.
Im Wilden Westen Amerikas sind Prairiebrände
nichts Seltenes: auch bei uns kommen alljährlich kleinere Heide- und Moorbrände
vor, die aber selten größere Ausdehnungen annehmen. Die in diesem
Jahrelanganhaltende Dürre war die Veranlassung, dass ein in der Lentföhrdener
Heide entstandene Moorbrand einen gewaltigen Umfang annahm.
Artillerieabteilungen, die in der Heide Schießübungen abhielten, sollen diese in
Brand geschossen haben. Genährt durch das ausgetrocknete Gras und Moor,
verbreitete sich das Feuer alsbald über eine große Fläche. Das Terrain des
Brandes, Torfboden, viele Tannenschonungen, auch eine Koppel Getreide, meist
fiscalischer
Besitz, wird über eine Quadratmeile geschätzt.
Einen prachtvollen Anblick gewährte das
brennende Moor, wenn tiefe Stellen von dem Feuer ergriffen wurden; es stiegen
dann 30 bis 40 Mtr. hohe Rauch- und Funkensäulen auf; die Sonne, die schwach durch
den Rauch schien, sah wie eine feurige Scheibe aus, rote Lichter auf die Heide
werfend; noch prächtiger aber nahm sich das brennende Moor bei Nacht aus,
unheimlich leuchtend wie ein glühender Teppich. Trotz der heldenhaften Arbeit
der Soldaten (es wurden etwa 16 Kilometer zum Teil 1 Mtr. Breite und 11/2 Mtr.
tiefe Gräben aufgeworfen) würde wohl das kaum zehn Minuten vom Ende des
Feuerherd gelegene Dorf Lentföhrden dem Brand zum Opfer gefallen sein, wenn
nicht ein ausgiebiger Regen den Arbeiten der Soldaten zu Hilfe gekommen wäre
und die Hauptkraft des Feuers gebrochen hätte. Trotzdem brannte das
Moor noch einige Tage weiter, und es mussten die zurückgebliebenen einzelnen
Brandherde von den Soldaten durch Umgraben und Umschütten gelöscht werden. Das
dazu nötige Wasser ist aber in der Heide ein seltener Artikel; ich sah, wie die
Truppen es in ihren Feldstiefeln von weitem herantrugen. Der Brand hat über acht Tage
gedauert, und die Truppen wurden, vielfach in der Nacht plötzlich alarmiert und
sofort nach der Bahn geleitet um nach der Brandstelle gebracht zu werden; zuerst
das Pionierbataillon in Rendsburg, das tagszuvor von dem Boßelholmer Moorbrande bei
Rendsburg, den es mit Erfolg bekämpft hatte, zurückgekommen war; soweit mir
bekannt geworden, folgten dann ein Bataillon Infanterie von Neumünster, zwei
Bataillone Infanterie von Altona, Artillerieabteilungen von Rendsburg, Train usw.
Als ich auf meiner Reise nach dem Brandschauplatz in der Bahnstation Wrist der
Altona-Kieler Eisenbahn eintraf, zeigt schon der Bahnhof und später die ganze
Gegend ein kriegsmäßiges Aussehen; überall Soldaten aller Truppengattungen,
Ordonanzen,
Wagentransporte. Die Truppen haben eine schwere Zeit hinter sich, um so mehr,
als sie bei dem schnellen Abmarsch anfangs das Nötigste entbehrten und dabei
immer schwer arbeiten mußten. So wurde in den ersten Tagen der Kaffee in
Moorwasser gekocht, denn die Dörfer waren von den vielen Lagerplätzen meilenweit
entfernt; später, als die Provianttransporte eintrafen, wurde die Verpflegung
eine bessere. In den umliegenden Städten waren sämtliche vorhandenen Konserven
aufgekauft worden, auch Markedender fanden sich ein, die an den Lagerplätzen ihre Zelte
aufschlugen oder mit Wagen und Pferd umherzogen.
Von der Bahnstation Wrist, wo der Anschluß an
das große Telegraphennetz erfolgte, hatten die Pioniere innerhalb kurzer Zeit
eine Telegraphenleitung nach dem Brandplatz und um das ganze brennende Terrain
herum hergestellt, so daß sämtliche Truppenteile untereinander und mit ihren
Kommandos verbunden waren, um an besonders bedrohte Stellen sofort Hülfe senden
und aus den Garnisonen weitere Verstärkungen heranziehen zu können.
Fritz Stoltenberg (Bild von der Natur gezeichnet) (Danke an Hanna!)