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Lentföhrdens Bürgermeister tritt wieder für die SPD an                                                                                  SZ 2/94 (pa)

Pohlmanns Lehrjahre sind vorbei
Mit Bürgermeister Holger Pohlmann an der Spitze der Listenvertreter gehen die Lentföhrdener Sozialdemokraten in die Kommunalwahl am 20. März. Der 41jährige Stadtamtmann ist seit vier Jahren im Amt - seine „Lehrjahre", wie er selbst sagt - und gehört der Gemeindevertretung seit vierzehn Jahren an. Mit ihm treten auch die anderen vier jetzigen SPD-Gemeindevertreter zur Wahl wieder an.
    Auf Platz 2 der Liste steht Wilma Schöning. Dahinter platzierten sich bei der Nominierung im Ortsverein Bernd Specht und Telse Kirstein. Jürgen Lorenz auf Platz 5 kandidiert erstmals für die SPD. Der sechste Platz wurde an Monika Dähling vergeben, die bereits Erfahrung als Gemeindevertreterin hat. Siebter der Listen- und Direktkandidaten ist Siegfried Kausch. Der derzeitige Fraktionssprecher hatte darum gebeten, nicht ganz vorn kandidieren zu müssen. Nach zwölf Jahren in der Vertretung sei es sein Wunsch, etwas kürzer zu treten.
Ohne parteipolitischen Gezänk sei in den vergangenen vier Jahren im Dorf gearbeitet worden, meint Pohlmann in einem Brief an die Lentföhrdener, der zusammen mit dem Wahlprogramm in diesen Tagen verteilt werden soll. Er weist darauf hin, daß es der Wunsch der Sozialdemokraten ist, auch zur Jahrtausendwende im Dorf noch sagen zu können: „Lentföhrden - lebenswert - liebenswert".
    Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann, ist nach Pohlmanns Worten aus den vergangenen vier Jahren zu ziehen. Das Feuerwehrhaus mit angegliedertem Kindergarten wurde gebaut und in Betrieb genommen, das Klärwerk saniert sowie ein Gewerbe- und ein neues Baugebiet „angeschoben". Dazu war die Neugestaltung der Schmalfelder und Weddelbrooker Straße gekommen, die Sanierung des maroden Daches der Grundschule und der Bau von Fußwegen an der Bundesstraße sowie an der Schulstraße.
    „Mit Sachverstand und Augenmaß" wollen die Sozialdemokraten auch in den nächsten Jahren im Dorf Entscheidungen treffen. Der Erhalt des Freibades, die Erweiterung des Kindergartens sowie die räumliche Verbesserung im Kultur- und Jugendzentrum stehen oben auf der Wunschliste.  


Mit Pferd und Wagen zum Kreistag                                            Norderstedter Zeitung 31.12.86 kn.

Vor vier Jahren trat Hinrich Schröder aus Lentföhrden in den politischen Ruhestander hatte ihn sich verdient wie kaum ein anderer: Denn zwischen 1948 und 1982 hatte er eine Vielzahl von politischen Ämtern inne. Jetzt feierte der Alt-Liberale seinen 80. Geburtstag. Mit seiner Frau Ilse hatte er sich auf eine kurze Urlaubsreise begeben.
Hinrich Schröder war stets das Aushängschild der FDP im Kreis Segeberg: In keinem anderen Ort erreichte die Partei bei den Wahlen derartige Traumergebnisse, und in keinem anderen Ort konnten die Freidemokraten so lange den Bürgermeister stellen: Von 1948 bis 1982 war er „Chef" in Lentföhrden. Dort wurde bei Kommunalwahlen nicht die FDP, sondern Hinrich Schröder gewählt. Ebenfalls 1948 zog er in den Kreistag, wo er von 1951 bis 1982 auch Kreisrat war- in der Anfangszeit fuhr er natürlich mit Pferd und Wagen von Lentföhrden nach Bad Segeberg zu den Kreistags- und Ausschußsitzungen. Als Landtagsabgeordneter war er parlamentarischer Stellvertreter des Justizministers. Noch ein paar Ämter gefällig ? Landwirt Hinrich Schröder war Verbandsvorsteher des Wege-Zweckverbandes, er war 17 Jahre lang Amtsvorsteher des Amtes Kaltenkirchen-Land. Vor allem aber war er ganz einfach eine Institution, an der nichts und niemand vorbeikam.


Keine Umgehung für Lentföhrden
Vorwurf von FDP und Wählergemeinschaft: „CDU und SPD handeln gegen Bürgerwillen"             SZ 2/86 (pa)

Die Würfel sind nun gefallen in zwei Angelegenheiten, die in den vergangenen Wochen für viel Gesprächsstoff sorgten. Zum anderen untersagte die Gemeindevertretung Lentföhrden den Kiesabbau auf dem Grützberg, zum anderen wurde mit knapper Stimmenmehrheit der Ausbau der beiden durch den Ort führenden Kreisstraßen K 90 (Weddelbrooker Straße) und K 29 (Schulstraße) beschlossen. Damit ist die von vielen Bürgern gewünschte Umgehungsstraße für den Ort vorerst „gestorben". Ihrer Enttäuschung darüber machten einige der Anlieger temperamentvoll Luft. Von FDP und Wählergemeinschaft mußten sich die zustimmenden Fraktionen von CDU und SPD vorwerfen lassen, die ganze Entscheidung aus politischer Sicht zu fällen und dabei die eigenen Wahlaussagen zu vergessen.
Obwohl beide zur Entscheidung anstehenden Themen auf einer Informationsveranstaltung für Bürger ausführlich besprochen waren (wir berichteten), wurden bei der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung noch einmal alle Gesichtspunkte erörtert. „Wir haben uns die Entscheidung gewiß nicht leicht gemacht", betonte dann auch Jens Ulrich Cramer (SPD).
Beim beantragten Kiesabbau am Grützberg berief sich die Gemeinde in ihrer Entscheidung auf den Flächennutzungsplan (F-Plan) des Ortes, der ausreichend Flächen für den Kiesabbau innerhalb der Gemarkungsgrenzen vorsehe. „Wir haben den F-Plan als "Instrument" bewußt gewählt, um mit dem Kiesabbau in geregelte Bahnen zu gelangen", sagte Pohlmann.
Da das Amt Kaltenkirchen-Land noch in diesem Jahr die Erstellung eines Landschaftsplanes für seinen Maßgaben aus diesem Plan abwarten. Trotz Skepsis der FDP, ob dieser Beschluß bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung Bestand haben könne, wurde der Beschluß einstimmig bei einer Stimmenthaltung gefaßt.
Wesentlich knapper fiel mit sieben zu fünf dagegen die Entscheidung gegen die Umgehungsstraße aus. Holger Pohlmann (SPD) meinte, daß bei seiner Partei das Verbot des Kiesabbaus dazu geführt habe, den Ausbau der Ortsdurchfahrt zu befürworten. „Da der in diesem Fall erwartete Schwerlastverkehr wegfällt, können wir einem Ausbau unsere Stimme geben", meinte Pohlmann, der sich von Manfred Mißfeldt (Wählervereinigung) schwere Vorwürfe anhören mußte.
Mißfeldt warf SPD und CDU vor, den Bürgerwillen unberücksichtigt zu lassen und die ganze Entscheidung nur aus parteipolitischer Sicht zu betrachten. „Sie haben sich den Ausbau doch schon lange auf Kreisebene ausgeguckt", meinte er.
Unterstützt wurde er durch CDU-Ortsvertreterin Erna Zukowski, die vor einem „Lindwurm" warnte, den man sich mit dem Straßenausbau im Ort heranzüchten würde. Sie wandte ein, daß die Anlieger belastet und die Schulkinder gefährdet würden. Bürgermeister Pohlmann entgegnete, daß dem Antrag der Grundschule auf eine spezielle Schulwegsicherung im Rahmen des Ausbaus entsprochen werden soll.
Christdemokratin Erna Zukowski stimmte schließlich mit Wählervereinigung und FPD gegen den Ausbau, die damit auf fünf gegen sieben SPD- und CDU-Stimmen kamen.
Wann mit dem Ausbau der beiden Kreisstraßen begonnen werden kann, vermochte an diesem Abend noch niemand zu sagen. Bei den Grundstückskäufen für die Straßen wird man sicherlich mit einigen Enteignungsverfahren rechnen.


Mord nur wegen ein paar Flaschen Bier

                                                                                                                                                                                         (hz)  Kaltenkirchener Nachrichten vom 23.03.1984

Bei der Aufklärung des Mordes an dem 77jährigen Rentner Heinrich Neitz, der Mittwoch früh tot in seiner Wohnung aufgefunden war (wir berichteten gestern), hat die Polizei gute Arbeit geleistet. Schon wenige Stunden nach der Tat wurde der Mörder gefaßt: Es ist der 28jährige Arbeitslose Uwe B. aus Lentföhrden, teilte die Kripo gestern mit. Er hat nach Angaben der Polizei gestanden, den alten Mann mit einer Autowaschbürste erschlagen zu haben.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde Uwe B. gestern dem Haftrichter in Bad Bramstedt vorgeführt.
Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Mordkommission ergaben, daß sich in der Nacht zum Mittwoch ein unbekannter Mann an dem Hause des Opfers, Schmalfelder Straße 4, zu schaffen gemacht hatte. Der Mann konnte zunächst jedoch nicht identifiziert werden.
Im Laufe der Untersuchung wurde die Polizei auf Uwe B. aufmerksam, bei dem sie Diebesgut fand, das dieser bereits in der Nacht vor dem Mord bei Heinrich Neitz gestohlen hatte. Dabei handelte es sich um verschiedene Spirituosen. Daraufhin nahmen die Beamten Uwe B. fest. Bei der Vernehmung verwickelte er sich in Widersprüche – so die Polizei – und legte nach anfänglichem Leugnen ein Geständnis ab.
Nach seinen eigenen Angaben will Uwe B. am frühen Mittwoch morgen das Haus des alten Rentners aufgesucht haben, um Bier zu holen. Ihm sei bekannt gewesen, daß das Opfer einen kleinen „Stubenladen“ betrieb. Als Heinrich Neitz nicht bereit gewesen sei, zu nächtlicher Stunde die mit einer Sperrkette versehene Tür zu öffnen, sei er über ein rückwärtiges Fenster in das Haus des Rentners eingedrungen.
Neitz habe ihn dann im Wohnzimmer gestellt und gedroht, die Polizei zu rufen. Da habe er – wie Uwe B. bei seiner Festnahme selbst erklärt haben soll – eine herumliegende schwere Autowaschbürste ergriffen und mit ihr auf den Rentner eingeschlagen, bis dieser zu Boden gestürzt und liegengeblieben ist.
Wie Uwe B. weiter berichtete, habe er anschließend mehrere Schränke und Schubladen aufgebrochen und nach Wertgegenständen und Geld durchwühlt. Einen größeren Geldbetrag von mehreren hundert Mark muss er dabei übersehen haben, wie die Polizei später feststellte. Uwe B. will lediglich 15 Mark und Lebensmittel erbeutet haben.
Anschließend will Uwe B. die Lebensmittel nach Hause gebracht haben und noch einmal zum Tatort zurückgekehrt sein, um zu prüfen, ob das Opfer noch lebte. Dabei habe er festgestellt, daß sich das Opfer nicht mehr geregt habe. Daraufhin habe er das noch eingeschaltete Licht gelöscht und sei nach Hause gegangen.
Die Polizei, die aufgrund des Obduktionsergebnisses sicher ist, daß die schweren Verletzungen an Kopf und Gesicht des alten Rentners zu seinem Tode geführt haben, fand bei der Durchsuchung der Wohnung von Uwe B. einen Teil der geraubten Gegenstände.


Diamantene Hochzeit
Karl und Martha Bärwald 60 Jahre verheiratet                                                                                                                SZ 1979

Lentföhrden (cke) Die allseits beliebten Eheleute Karl Bärwald (87) und Frau Martha geb. Bach (84) begehen am Mittwoch, 5. September, das Fest der diamantenen Hochzeit. Seit Menschengedenken hat in Lentföhrden noch keine diamantene Hochzeit stattgefunden. Die Gemeinde stellt zu Ehren des Jubelpaares die Räume im Kulturzentrum zur Verfügung. Dort werden dem diamantenen Paar sicherlich viele Glückwünsche zuteil werden. Erster Gratulant wird Bürgermeister Hinrich Schröder sein, zumal die Gemeinde Karl Bärwald besonderen Dank schuldet.
Der Jubilar wurde 1892 in Brotzen (Kreis Deutsch-Krone) in Westpreußen geboren. Seine Ehefrau erblickte 1895 in Klein Schwarzsee, Kreis Neu-Stettin in Pommern, das Licht der Welt Karl Gärwald zog es schon im jugendlichen Alter in die Ferne. Nach der Schulentlassung fand er Arbeit an der Unterelbe in einer Ziegelei.

Das diamantene Ehepaar Karl und Martha Bärwald, zusammen 171 Jahre alt.

1908 wechselte er dann den Arbeitsplatz. Vier Jahre war er am damaligen „Kaiser-Wilhelm-Kanal" tätig. Er diente aktiv von 1912 an in Osterrode in Ostpreußen. Seine Soldatenzeit endete aber erst nach sieben Jahren, da er den Ersten Weltkrieg mitmachen mußte. Zweimal wurde er verwundet.
Der Heimkehrer landete in Pommern, wo er am 5. September 1919 in Klein-Schwarzsee Martha Reich heiratete. Es kamen 20 Jahre voll Glück und Zufriedenheit. Karl Bärwald war in der Landwirtschaft tätig. 1939 wurde er zu den Landesschützen einberufen. Es kamen die Kriegswirren und die Vertreibung aus Pommern. Der einzige Sohn des Ehepaares fiel im Krieg, ein schwerer Verlust.
Martha Bärwald kam im März 1945 als Heimatvertriebene über Bad Segeberg nach Lentföhrden. Hier fand sie ihren Ehemann wieder, der in Großenbrode vom Militär entlassen worden war. Die Eheleute wohnten zunächst in der „Fliegerbaracke" mit zehn anderen heimatvertriebenen Familien zusammen, später im Hause von Rudolf Schroedter. Seit zehn Jahren haben sie eine schöne Bleibe im Rentnerwohnheim. Sie erfreuen sich großer Rüstigkeit, obwohl beide zusammen nun schon 171 Jahre alt sind.
Karl Bärwald war fast 15 Jahre für die Gemeinde Lentföhrden tätig. Da er sich überall nützlich machte, nannte und nennt man ihn noch heute „Gemeindedirektor". Der ehemalige Feldwebel war in Lentföhrden immer in seinem Element.
Zu erwähnen ist noch, daß Karl Bärwald schon seit nunmehr 25 Jahren Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands ist. So zählt auch der SPD-Ortsverein und der Kreisverband zu den Gratulanten.


Keine Befangenheit
Gemeindevertretung beschließt Flächennutzungsplan
Lentföhrden (cke) Die Gemeindevertretung die unter dem Vorsitz von Bürgermeister Hinrich Schröder (FDP) in Schümanns Gasthof tagte, befaßte sich mit dem Flächennutzungsplan der Gemeinde Lentföhrden. Ehe es zur Beschlußfassung über den Flächennutzungsplan kam, wurde das Problem der Mitwirkung solcher Gemeindevertreter, die als Grundeigentümer selbst betroffen sind, eingehend behandelt. Man kam zu einer klaren Entscheidung.
Der Bürgermeister wies darauf hin, daß die Frage der Befangenheit in der Rechtssprechung recht unterschiedlich behandelt werde. Die von ihm eingeholte Auskunft des Rechtsamtes des Kreises Segeberg besage, daß die Mitwirkung bei der Aufstellung eines Flächennutzungsplanes grundsätzlich nicht unter den Einschränkungen nach der Gemeindeordnung gesehen werden könne, weil ihm keine unmittelbare Außenwirkung zukomme.
Bürgermeister Schröder vertrat die Auffassung, daß innerhalb der Vertretung eine einhellige Meinung bezüglich der Befangenheit herrschen sollte.
Die betroffenen Grundeigentümer, die Gemeindevertreter Manfred Mißfeldt und Willi Pohlmann, gaben hierzu kurze Stellungnahmen ab. Darauf hin erklärte Gemeindevertreter Helmut Dörje, die Rechtsauskunft des Kreises sei eindeutig. Er beantragte gleichzeitig nach der Gemeindeordnung festzustellen, daß die Voraussetzungen der Befangenheit bei den Gemeindevertretern
Mißfeldt und W. Pohlmann nicht vorlägen. Dieser Antrag fand mit neun Ja-Stimmen bei einer Nein-Stimme und drei Enthaltungen die Zustimmung der Gemeindevertretung.
Danach wurde über die eingegangenen 13 Anregungen und Bedenken abgestimmt. In kurzen Erklärungen wiesen die Gemeindevertreter Holger Pohlmann, Willi Pohlmann und Rainer Lastring darauf hin, daß sie dem Flächennutzungsplanentwurf in der vorliegenden Konzeption nicht zustimmen könnten, da eine sinnvolle Ortskernplanung nicht möglich sei.
Es kam dann zu einer namentlichen Abstimmung. Die Gemeindevertretung beschloß: Die während der öffentlichen Auslegung des Entwurfs des Flächennutzungsplanes vorgebrachten Bedenken des Landwirts Ewald Schröder werden berücksichtigt. Die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange sind teilweise berücksichtigt. Die Gemeindevertretung beschließt den Flächennutzungsplan. Der Amtsvorsteher wird beauftragt. den Flächennutzungsplan der Behörde zur Gennehmigung vorzulegen und die Genehmigung örtlich bekanntzugeben. Das Abstimmungsergebnis: mit Ja stimmten Hinrich Schröder, H. Petersen, H. Götsch, D. Rathiens. M. Timmermann, H. Dörje und M. Mißfeldt, mit Nein Holger Pohlmann, Willi Pohlmann, Reimer Kruse und Rainer Lastring. Stimmenthaltung übten: Edith Fricke und Manfred Rahn.


Ein „volles Haus" in Schümanns Gasthof                                                    Donnerstags-Anzeiger 23.2.78

Der Tagungsraum in Schümanns Gasthof war am letzten Freitag bei der Programmdiskussion und Kandidatenvorstellung des SPD-Ortsvereins bis zum letzten Platz belegt. Einleitenden Worten des Ortsvereins-Vorsitzenden Jens-Ulrich Cramer, der noch einmal erläuterte, daß für die SPD aktive Kommunalpolitik in Lentföhrden nicht erst drei Monate vor Wahlen beginne, schloß sich die persönliche Vorstellung der sieben Direktkandidaten an.
Manfred Rahn, Edith Fricke, Holger Pohlmann, Klaus Klepper, Dr. Bernd Sahlmann, Udo Fricke und Jens-Ulrich Cramer berichteten über ihren Werdegang und stellten da, wo sie ihre Schwerpunkte in der zukünftigen Gemeindevertretung sehen.
Stoff für eine fruchtbare Diskussion lieferten insbesondere die Themen: Bessere Ausnutzung des Kultur- und Jugendzentrums, Jugendarbeit, Ortsgestaltung und Bebauung.
Als belebend zeigte sich in der Diskussion, daß auch einige Vertreter der F.D.P.- unter ihnen Bürgermeister Hinrich Schröder und der neu gegründeten Wählergemeinschaft anwesend waren. Leider fehlten auch bei dieser Veranstaltung, wie schon bei der des F.D.P.-Ortsverbandes in der vergangenen Woche, die Kandidaten der örtlichen CDU, die damit ein weiteres Mal zeigte, daß sie - zumindest in Lentföhrden - die öffentliche Aussprache scheut.
Die SPD sieht einen besonderen Schwerpunkt darin, das Interesse an kommunaler Selbstverwaltung durch informativere Gemeindevertretersitzungen zu wecken und zu helfen, eine in einigen Fällen noch immer bestehende Kluft zwischen „Alteingesessenen" und „Neubürgern" abzubauen.


CDU-Ortsverband Lentföhrden
CDU-Info-Stand wurde trotz Schnees gut besucht                                                               Donnerstags-Anzeiger 23.2.78

Der „schneesichere" Kreistagskandidat, Herr Kurt Böge, MdL. aus Hasenmoor, und die „schneesicheren Kandidaten zur Kommunalwahl am 5.3.1978 R. Lastring und R. Kruse hatten den Info-Stand der CDU aufgestellt und es schneite und schneite bei -10 Grad wie auch auf dem Foto ersichtlich.
Der Info-Stand wurde von den Bürgern - trotz des Schnees - gut besucht und wichtige Informationen erteilt. Die Kandidaten nahmen gern die Anregungen und Forderungen der Bürger zur Kenntnis, welche bereits teilweise mit dem Programm der nächsten vier Jahre gleich sind.


Starker Mitgliederzuwachs bei der Lentföhrdener SPD

Hausordnung für das Kultur- und Jugendzentrum beraten                                                                         SZ 29.9.76 (eke)

Der stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lentföhrden, Gemeindevertreter Manfred Rahn, stellte in der ersten Mitgliederversammlung nach der Bundestagswahl voll Genugtuung fest, daß der Ortsverein Lentföhrden mit 20 neuen Mitgliedern seit dem 1. Januar 1976 nach Norderstedt den größten Mitgliederzuwachs aller Ortsvereine im Kreis Segeberg zu verzeichnen habe.
Beraten wurde über die beiden vorliegenden Entwürfe einer Hausordnung, die für das in der alten Schule eingerichtete Kultur- und Jugendzentrum erlassen werden soll. Zu den Entwürfen wurde ein Alternativvorschlag der SPD erarbeitet. Dieser liberalisierte und bürgernahe Entwurf soll der Gemeindevertretung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. Die SPD, so wurde betont, wolle sich bemühen, dazu beizutragen, daß das Kultur und Jugendzentrum seiner Zielsetzung entsprechend genutzt und mit Leben erfüllt werde. Die nicht geringen Investitionskosten seien nur dann gerechtfertigt, wenn es gelänge, das Kultur- und Jugendzentrum zu einem Kommunikationszentrum für die örtliche Gemeinschaft zu entwickeln.
In der für Anfang Dezember angesetzten Mitgliederversammlung soll ein Arbeitsprogramm für die nächsten Monate aufgestellt werden. Insbesondere ist geplant, die Reihe "Politischer Frühschoppen" wegen des großen Anklanges, den diese Einrichtung gefunden hat, fortzusetzen.


Erweiterungsbau der Grundschule eingeweiht                                                                                sz 76

Lentföhrden (eke). Das war für die aufbaufreudige Gemeinde Lentföhrden ein festliches Ereignis: Nach einjähriger Bauzeit wurde der Erweiterungsbau der Grundschule eingeweiht. Es ist die vierte Erweiterung der Schule. Hinzugekommen sind in zweigeschossiger Bauweise durch einen Anbau zwei Klassenräume. Der Kostenaufwand betrug 400 000 Mark, wovon allein 65 000 Mark auf die Schallschutzmaßnahmen entfallen. Den Erweiterungsbau schuf der Kaltenkirchener Architekt BdA Werner Feldsien.

Zu der Einweihung waren mehrere Ehrengäste gekommen: Kreispräsident Seismann (Tönningstedt), Landrat Graf Schwerin von Krosigk, Schulrat Manzey mit Sachbearbeiter Wieck, Oberregierungsrat Meyer (Förderung des Hamburg-Randgebietes), Oberamtsrat Kroll vom Amt Kaltenkirchen-Land, Sonderschuldirektor W. Lippke  (Kaltenkirchen), sowie Vertreter der Verbandsschule im Schulzentrum II Kaltenkirchen.
 
Aus der Gemeinde Lentföhrden waren das Lehrerkollegium der Grundschule Nützen-Lentföhrden, die Gemeindevertretung und der Bau- und Schulausschuß anwesend. Architekt Feldsien erläuterte vor dem Rundgang in der Pausenhalle anhand von Bauzeichnungen die schon erstellten und die noch geplanten Bauten. In Lentföhrden, sagte er, hoffe man, daß die Bevölkerungszahl und damit die Zahl der Schulkinder durch die mit dem Bau des Flughafens Kaltenkirchen verbundene Zuwanderung so stark anwachse, daß diese Grundschule zu einer zweizügigen Schule ausgebaut werden könne.
Beim Rundgang stellten die Gäste fest, daß die beiden neuen Klassenräume im Vergleich zu den acht Jahre alten Räumen noch behaglicher und moderner eingerichtet worden sind. Dazu kommen die Lärmschutzmaßnahmen.
Nach dem Rundgang fanden sich die Gäste in der festlich hergerichteten Gymnastikhalle zusammen. Bürgermeister Hinrich Schröder gab einen Überblick über die Schulbauten in der Gemeinde Lentföhrden. Durch den Erweiterungsbau sei es nun möglich geworden, die Schüler in einem Gebäude zu unterrichten, die alte Schule werde für schulische Zwecke nicht mehr benötigt.
In Grußworten sprachen Landrat Graf Schwerin von Krosigk und Schulrat Mantey der Gemeinde herzliche Glückwünsche zu dem neuzeitlichen Anbau aus. In Lentföhrden sei eine kleine moderne Schule geschaffen worden, die im Vergleich zu den Großschulen eine Oase der Ruhe darstelle und sehr wohl die Voraussetzung für produktive schulische Arbeit gewährleisten könne.
Bürgermeister Martin Fischer überbrachte die Grüße der Nachbargemeinde Nützen und überreichte zur Ausstattung der neuen Räume ein Ölgemälde. Sonderschuldirektor Werner Lippke übermittelte die Glückwünsche der Haupt- und Sonderschule im Schulzentrum II Kaltenkirchen. Er schenkte den Lentföhrdener Kollegen ein Buch für die Heimatkunde. Die Spar- und Darlehnskasse Lentföhrden überreichte durch den Vorsitzenden Hermann Götsch und den Geschäftsführer Thomälen der Schule ein Tonbandgerät zur Förderung des Unterrichts.
Rektor Arnold Timmermann dankte zum Schluß allen, die am Neubau mitgewirkt haben. Die schul­freundliche Einstellung und die tatkräftige Förderung durch die Gemeinde Lentföhrden mache den Lehrkräften in der täglichen Arbeit immer wieder Mut. Neben der ernsten Arbeit aber sollten auch Frohsinn und Humor in der Schule herrschen.
Daß dies in Lentföhrden der Fall ist, bewiesen die Kinder des vierten Schuljahres mit einem von Schulleiter Timmermann verfaßten und von Frau Ostmann einstudierten platt­deutschen Einakter, in dem in humorvoller Weise die Arbeit am Schulneubau dargestellt wurde. Es schloß sich ein gemeinschaftlichen Imbiß und ein geselliges Beisammensein an.


Rechtzeitig vor den Hundstagen wurde es fertig - Hochbetrieb im Freibad Lentföhrden
Mustergültige Anlage in einem Dorf von 1200 Einwohnern - Auch Schwimmunterricht (cke) SZ 4.8.69

Wovon manche Dörfer träumen - die Gemeinde Lentföhrden mit rund 1200 Einwohnern hat es geschafft: Sie hat der Bevölkerung ein modernes Freibad geschenkt, das an den letzten Wochenenden jeweils von rund 1200 Badelustigen besucht wurde.
Seit fünf Wochen läuft der Badebetrieb. Rechtzeitig für die Hitzeperiode - als hätte es Bürgermeister Hinrich Schröder geahnt - ist die Anlage oberhalb des Sportplatzes und unweit der neuen Schule betriebsfertig geworden.

Die Umwälzanlage funktioniert tadellos. Das Schwimmer- und das Nichtschwimmerbecken fassen zusammen 780 Kubikmeter Wasser. Das Schwimmerbecken mit einem Ein-Meter-Sprung-Brett ist 10 mal 25 Meter groß. Es eignet Sich
daher auch für Schwimmprüfungen und DLRG-Prüfungen. Die Tiefe des Beckens beträgt unterm Sprungbrett 3,50 Meter.
Als Bademeister ist der Inhaber des Lehrscheins der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Jörg Andree (23) Student aus Wolfenbüttel (Bild links), eingesetzt. Er benutzt die Semesterferien für diesen Einsatz. Er ist auch aktiver Sportschwimmer und Wasserballspieler.
Andree hat schon einen Schwimmlehrgang abgehalten. Daran haben sich 60 Nichtschwimmer beteiligt. Aus dem ersten Lehrgang haben sich schon 20 Teilnehmer freigeschwommen. Bis jetzt haben in dem neuen Freibad Lentföhrden 40 Neptunjünger das Freischwimmerzeugnis erworben. Das ist ein viel versprechender Anfang.
Auch der Bundesgrenzschutz aus Bad Bramstedt hat sich im Lentföhrdener Schwimmbad eingemietet. Viele Besucher kommen aus den umliegenden Dörfern und sogar aus der Stadt Bad Bramstedt zum Bad Lentföhrden.
Die Beheizung des Freibades erfolgt erst mit Beginn der Saison 1970. Sie wurde noch nicht fertig. Auch ohne Heizanlage hat das Wasser in den Becken 20 bis 21 Grad Celsius, abends sogar 23. Grad.
Auch für die Kleinkinder ist gesorgt: Ein Planschbecken, dessen Wasser täglich erneuert wird, ist vorhanden.
Die Aufsicht über das Freibad mit dem Kabinenhaus hat Hausmeister Karl Schliwinski (Bild rechts). Er sitzt auch an der Kasse.
Das Eintrittsgeld für Erwachsene (Tageskarte 50 Pfennig) wird von den Badegästen als sehr billig für das schöne Freibad empfunden, das abseits von staubigen und lärmenden Straßen mitten in der Natur liegt.


Großes Verdienstkreuz für Hinrich Schröder
Ministerpräsident überreichte die Auszeichnung im Auftrag des Bundespräsiden         (alf cke) SZ 25.4.67

Er prägte den Stil im Landesparlament, im Kreistag und im Gemeinderat

Das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichte Ministerpräsident. Dr. Lemke gestern abend dem langjährigen FDP-Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion Hinrich Schröder. Der feierliche Akt fand auf Wunsch des Ausgezeichneten in der Gymnastikhalle der Lentföhrdener Volksschule statt und nicht im Haus B der Landesregierung. Auf diese Weise konnten Mandatsträger aus dem Kreis Segeberg und dem Amt Kaltenkirchen-Land Augenzeuge der Ehrung werden................


43 Jahrgänge verdanken ihm viel
Matthias Foderberg heute 80 Jahre Alt-Schulmeister im besten Wortsinn                                SZ  6/63 (cke).

„Matthias Foderberg hat 43 Schülerjahrgänge geistig aufgezüchtet", sagt Regierungsdirektor a. D. Mittelschullehrer Hermann Stegemann, jetzt in Kettenkirchen, von seinem alten Lehrer, der am heutigen Montag in Lentföhrden in seinem Haus an der Europastraße 3 in geistiger Frische und bei guter Rüstigkeit seinen 80. Geburtstag feiert. Überall in Lentföhrden und Umgebung wohnen alte Schüler, die an ihrem Erzieher hängen wie an einem väterlichen Freund.
    Zu den „Ehemaligen" zählt auch der Bürgermeister der Gemeinde Lentföhrden, Amtmann Hinrich Schröder, MdL. Sie alle werden Matthias Foderberg heute beglückwünschen, der noch ein Schulmeister war in des Wortes wahrster Bedeutung.
Der Jubilar wurde am 22. Juli 1883 in Hareby (Nordschleswig) als Sohn eines Zollinspektors geboren, der an der dänischen Grenze und in Itzehoe seinen Dienst versah. Matthias Foderberg besuchte das Seminar in Eckernförde und kam 1905 als Lehrer an die damals noch einklassige Volksschule Lentföhrden. Er ist dieser Schule immer treu geblieben: 43 Jahre und acht Monate war er Lehrer in Lentföhrden. Als die Schule 1911 zweiklassig wurde, bekleidete er die Schulleiterstelle. Er machte den 1.Weltkrieg mit und wurde an der Sommè verwundet. Am 31. August 1948 wurde er nach Erreichung der Altersgrenze pensioniert.
    Matthias Foderberg diente aber nicht allein als Pädagoge seiner Gemeinde, sondern versah auch noch verschiedene Ehrenämter. So gehörte er jahrzehntelang den Schulvorstand an. Er zählt zu den Mitbegründern der Spar- und Darlehnskasse Lentföhrden, in dessen Vorstand er erfolgreich wirkte. Er hat auch den Lentföhrdener Sportverein ins Leben gerufen.
    Dem Jagdverein Lentföhrden war Mathias Foderberg lange Zeit ein gewissenhafter Schatzmeister. Er war ein passionierter Jäger, schon zu einer Zeit, als im Lentföhrdener Revier im Jahr 25 Sechserböcke und 250 Fasanenhähne erlegt wurden, als im Lentföhrdener Moor nach so mancher Birkhahn auf der Balz beobachtet werden konnte. Ein preisgekröntes Gehörn gehört zu Mathias Foderbergs Jagdtrophäen.


Es war eine Alarmübung                                                                         SZ 62(cke).

Gestern Abend gegen 19.35 Uhr heulten in Lentföhrden, Kaltenkirchen, Nützen, Schmalfeld und Hasenmoor die Feuersirenen. Es hieß, in Lentföhrden stünde der große Schuppen des Ortswehrführers und Bauern Jasper Schümann in Flammen. Die Amtswehr Kaltenkirchen eilte mit allen Löschzügen zur Brandstelle. Erst hier stellte sich heraus, daß es sich um eine Alarmübung handele, die Amtswehrführer Hugo Wittorff aus Kaltenkirchen plötzlich angesetzt hatte. Das Tanklöschfahrzeug aus Kaltenkirchen konnte sofort Wasser geben. Sehr schnell hatte auch die Lentföhrdener Wehr das Wasser vorn. Auch die übrigen drei Wehren der Amtswehr waren auf dem Posten. Es zeigte sich, daß Lentföhrden über eine gute Wasserversorgung verfügt. Aus allen Rohren wurde das angenommene Feuer unter Brandstellenleiter Jasper Schümann bekämpft. Der Vorsitzende des Feuerlöschverbandes Kaltenkirchen, Amtmann Hinrich Schröder, befand sich im Brandmanövergelände. Der Zweck der Alarmübung, einen schnellen und wirkungsvollen Einsatz der ganzen Amtswehr zustande zu bringen, wurde voll erreicht.


Vertrauen gegen Vertrauen
Alle stimmten für Bürgermeister Hinrich Schröder (FDP)                                      SZ 62 (zu)

Bei eigener Enthaltung wurde. Hinrich Schröder (FDP) von alten Gemeindevertretern erneut zum Bürgermeister gewählt. Den Wahlakt leitete Alterspräsident Max Haack (SPD), der auch die Verpflichtung des Gemeindeoberhauptes vornahm. Durch Handschlag bekundeten sämtliche Vertreter, sich stets für die Belange des Dorfes nach bestem Wissen und Gewissen einzusetzen.
Ebenfalls einstimmig erfolgte - die Wahl der Stellvertreter des Bürgermeisters. Dieses Amt erhielten Hans Böge und Ernst Möller (beide FDP). Unter dem Beifall der gesamten Vertretung erklärte Bürgermeister Hinrich Schröder, daß es ungeachtet seiner übrigen Aufgaben für ihn eine Selbstverständlichkeit sein werde, insbesondere für sein Heimatdorf Lentföhrden zu sorgen. Er habe dabei einen Auftrag sämtlicher Einwohner zu erfüllen, die ihm gegenüber stets ein großes Vertrauen bekundet hätten. Dieses sei in jeder Weise zu rechtfertigen.
Einer Meinung waren sämtliche Gemeindevertreter, als sie den Bürgermeister beauftragten, beim Kreisschulamt vorstellig zu werden, damit die Schulleiterstelle mit Arnold Timmermann besetzt wird. In seiner Person haben sie die Gewähr, die Erziehung der Kinder in der besten Hand zu wissen.
Durch den Auszug der Familie Sinn ist im Gemeindehaus eine Wohnung freigeworden. Die Gemeindevertreter waren der Ansicht, daß es das beste wäre, wenn der zur Verfügung stehende Raum nun zwei in dem Gebäude wohnenden Mietern zugeschlagen wird. Auf diese Weise verbessert sich ihre Unterbringung wesentlich.
Zum Schluß der Sitzung, die im "Bahnhofshotel" stattfand, erörterten die Gemeindevertreter die Frage des Sportplatzes. Sie sprachen sich auch darüber aus, in welcher Form dem Verein in ideeller und materieller Sicht tatkräftig geholfen werden kann.


Viele Pläne - noch keine Beschlüsse                                                                                                   SZ 2/9/62  (cke)

Die Gemeindevertretung Lentföhrden, die im Gasthof Hermine Schümann im Beisein von Amtsinspektor Krell ihre zweite Sitzung abhielt, beriet die Änderung, bzw. Ergänzung der Hauptsatzung. Zu einer Beschlussfassung kam es noch nicht. Es soll erst die Änderung der Hauptsatzung des Kreises abgewartet werden.
Die Ausschüsse wurden laut einstimmigem Beschluss wie folgt besetzt:

Finanzen:    Hans Böge, Ernst Möller, Paul von Mrozik, Hans Lange, Wilhelm Möller, Willy Looft, Heinrich Böge.
Fürsorge:
    Max Haaek, Hermann Fitzner, Fritz Sander, Hans Böge, Hans Lange.
Wege:   
     Hans Böge, H. W. Böge, E. Möller, Wilhelm Schröder, Willi Pohlmann.
Bauten:       Wilhelm Möller, Ernst Möller, Hans Lange, Otto Rathjen.

Einstimmig wurde beschlossen, dem Sportverein Lentföhrden eine einmalige Zuwendung in Höhe von 350 Mark zu gewähren.
    Bürgermeister Schröder erteilte dem Geschäftsführer der „Stiftung Feierabendwohnheime im Kreise Segeberg", Matthee aus Boostedt, das Wort. Matthee hielt ein Kurzreferat über die Entwicklung der Stiftung und ihren heutigen Stand....
.........Auch in Lentföhrden plant man den Bau eines Feierabendwohnheimes. Jedoch beschloss die Gemeindevertretung, die Besichtigung des Geländes durch die zuständigen Stellen abzuwarten. Erst wenn alle Einzelheiten geklärt und die näheren Bedingungen bekannt sind, wollen sich die Gemeindeväter endgültig entscheiden.
    Auch über die Errichtung einer Gemeindebücherei kam es noch zu keiner festen Beschlussfassung. Zuvor soll noch geklärt werden, ob sich in Lentföhrden eine geeignete Persönlichkeit für den Posten des Büchereileiters findet und ein Raum auftreiben läßt, in dem die Dorfbibliothek gut untergebracht werden kann. In der nächsten Sitzung schon will der Gemeinderat darüber entscheiden.


Lentföhrden                                        (Bericht der SZ aus dem "Kaltenkirchen-Land", 1962)

..........Flughafenbau
Der geplante Bau eines Großflughafen bei Kaltenkirchen wird mit Sicherheit eine starke strukturelle Veränderung auch in den amtsangehörigen Gemeinden des Amtes Kaltenkirchen-Land bringen. Von den amtsangehörigen Gemeinden geben die Gemeinde Nützen für den Bau des Flughafens höchstwahrscheinlich 853 ha und die Gemeinde Lentföhrden 168 ha an Land ab. Die Gemeinde Nützen liegt voll in der Planungszone I, und die Gemeinde Lentföhrden mit der südliche Ortslage in der Planungszone 1 und die Gemeinde Schmalfeld mit den westlichen Rändern der Ortslage in der genannten Planungszone.
Es wird damit gerechnet, das Flughafenorientierte Betriebe sich auch im Umland des Flughafens Kaltenkirchen. d. h. auch in den amtsangehörigen Gemeinden ansetzen, Arbeitskräfte anlocken und eine weitere Wohnbebauung in den Gemeinden erforderlich machen.
Damit wird die Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden letztlich positiv beeinflusst, wenn dieses auch zunächst dem planerischen Ziel der Freihaltung der Planungszone II widerspricht.
Seitens der amtsangehörigen Gemeinden und auch des Amtes selbst wird es nicht für erforderlich gehalten, das Flughafengebiet kommunalpolitisch einer anderen Gemeinde zuzuordnen; ebenso werden kommunale Grenzänderungen bzw. gebietliche Neuordnungen für nicht notwendig erachtet. Alle Gemeinden des Amtes Kaltenkirchen-Land, soweit sie vom Flughafen betroffen sind, haben dem Bau des Flughafens am vorgesehenen Standort zugestimmt. Sie erwarten mit dieser Zustimmung allerdings zum Ausgleich der den Gemeinden und ihren Einwohnern entstehenden Nachteile ein Entgegenkommen der zuständigen Stellen.

Lentföhrden
Die Bevölkerung hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Bei den Planvorstellungen für die Überarbeitung des Flächennutzungsplanes soll u. a. auch davon ausgegangen werden, daß von den in erreichbarer Nähe des Flughafens erforderlichen Arbeitskräften 100 in Lentföhrden wohnen werden.
Von Lentföhrden aus besteht die kürzeste Entfernung zum Flugplatz (B 4, Knotenpunkt, Zubringer zum Flughafen und auch alte Kreisstraße Nr. 29 mit besonderem Tor zum Flughafen). Wegen der besonderen Lage Lentföhrdens zum Flughafen werden auf die Dauer gesehen sicher auch Dienstleistungsbetriebe hier ansiedeln. Wenn auch die bisher noch ausgeprägte Agrarfunktion ständig weiter in den Hintergrund tritt, bleibt ihr trotzdem eine wichtige Aufgabe, zumal im Zuge des Flughafenbaus und der damit zu erwartenden Flurbereinigung eine Stärkung der Agrarfunktion durch aus noch möglich ist.......
                                                                                                                                                  Werner Seismann, Amtsvorsteher
                                                                                                                                                  Rudolf Paulsen, Oberamtsrat

 

 

 

 


Lentföhrden bekam einen Sportplatz
Am Sonntag eingeweiht - Es war ein Freudentag für die ganze Gemeinde                                          SZ 8.8.61 (cke)

In Anwesenheit der Gemeindevertretung und verschiedener Ehrengäste und unter Beteiligung von fünf auswärtigen Turn- und Sportvereinen wurde der gemeindeeigene Sportplatz an der Heidmoorer Straße seiner Bestimmung übergeben. Der Tag der Sportplatzweihe", sagte Amtmann und Bürgermeister Hinrich Schröder, ist ein Freudentag für die ganze Gemeinde."
Hinrich Schröder schilderte, wie schwierig es gewesen sei, die hügeligen Heideflächen in einen bespielbaren Sportplatz umzuwandeln. Ohne die guten technischen Mittel des Wegezweckverbandes hätte man diese Anlage nicht herstellen können. Dank gebühre der Gemeindevertretung, die den Zuschuß bewilligt habe. Unter der Leitung des Vorsitzenden, Hauptlehrer Timmermann, habe der TSV Lentföhrden auch eine große Eigenleistung vollbracht. Die Gemeinde sei froh darüber, daß es gelungen sei, Hauptlehrer Arnold Timmermann wieder aus den Fängen des Kreises Steinburg zurückzubekommen".
Bürgermeister Schröder wies darauf hin, daß die Gesamtanlage noch nicht vollständig sei. Auf dem Schulland oberhalb des Sportplatzes werde eine Gymnastikhalle mit einem Schulhof und der Möglichkeit, zwei neue Klassenräume für die künftige Zentralschule anzubauen, errichtet. Hier entstehe das neue Zentrum körperlicher und geistiger Ertüchtigung nicht nur für die Schüler und Schülerinnen, sondern auch für die entlassene Schuljugend. Der Bürgermeister übergab die Anlage dem Vorsitzenden Arnold Timmermann mit dem Wunsche, daß hier immer ein ritterlicher Geist bei den Spielen und Wettkämpfen herrschen möge.
Hauptlehrer Timmermann betonte, der TSV Lentföhrden schätze sich glücklich, eine Gemeindevertretung im Dorf zu haben, die erkannt habe, eine wie große Bedeutung dem Sport und dem Spiel zukomme. Im Namen aller Sportler danke er der Gemeinde, die stets ein offenes Ohr für die Belange der Jugend zeige. Der neue Sportplatz sei eine der schönsten Anlagen im Kreise Segeberg.
An den Fahnenmasten stiegen die Flaggen hoch, die Bundes- und Landesflagge und die Vereinsfahne. Nach der Flaggenhissung betraten die I. und II. Herren-Fußballmannschaft des TSV Lentföhrden zu einem ersten Spiel auf diesem Platz den grünen Rasen.
Im Sonntagsanzug stieß Bürgermeister Hinrich Schröder den Ball an. Er tat es mit Elan. „Ich glaube, ich könnte auch heute noch Tore schießen", erklärte der 54jährige Landtagsabgeordnete. Natürlich in der Landesliga, war das Echo verschiedener Zuschauer und Fußballexperten. Unter den Zuschauern befanden sich übrigens auch drei Bezirksvertreter aus der sowjetisch besetzten Zone, aus Neustrelitz, die sich auf einer Informationsreise befanden und schon öfter an den Landtagssitzungen in Kiel teilgenommen hatten. Auch sie mußten zugeben, daß die Sportanlage für ein Dorf von der Größe Lentföhrdens vorbildlich sei.
Die folgenden Spiele litten etwas unter der Witterung. Das spannendste Treffen war unstreitig die Begegnung der Damen-Handball-Mannschaft der Kaltenkirchener Turnerschaft mit, der Mannschaft des VfR Neumünster. Seit sieben Jahren wurde um den von Lentföhrden gestifteten Pokal gekämpft. Dreimal hatte ihn Neumünster errungen, einmal Nützen und nun zum vierten Male Kaltenkirchen. Damit gelangte er in den endgültigen Besitz der KT. Abends bei der Siegerehrung wurde die Trophäe überreicht. Der Sportlerball in der Bahnhofsgaststätte war sehr stark besucht.

Ergebnis der Vereinsmeisterschaften des TSV Lentföhrden von 1924:

Der TSV Lentföhrden von 1924 führte vor den Pokalspielen anläßlich der Sportplatzweihe einen abendlichen leichtathletischen
Wettkampf im vereinsinternen Rahmen durch. Die besten Einzelleistungen waren:
Weitsprung: Manfred Mißfeldt 5 Meter; Lauf  7,5 Meter: Erwin Langbein 9,5 Sekunden; Weitschuß: Dieter Rink 52,50 Meter; Einwurf: Dieter Rieck 21,85 Meter; Kopfball: Manfred Behrmann 18;30 Meter.
Dies ist die Gesamtwertung: 1. Erwin Langbehn 95,5 Punkte, 2. Dieter Rieck 91 Punkte, 3. Manfred Mißfeldt 87 Punkte, 4. Alfred Behrmann 81 Punkte, 5. Jürgen Rahn 76,5 Punkt, 6. Jochen Schafferczyk 76 Punkte. Danach ist Erwin Langbein mit der höchsten Punktzahl Vereinsmeister. Den Wettbewerb leisteten der Vorsitzende des TSV Lentföhrden, Hauptlehrer Timm, und Hauptlehrer Schümann aus Nützen. Ein Regenguss beeinträchtigte die sportlichen Leistungen.


Glückliche Bewohner im schönen Feierabendwohnheim Lentföhrden
Mit Schlüssel und Blumentopf -
Landrat a. D. Dr. Alnor überreichte allen Mietern die Schlüssel   
                                              SZ 1961

Dies ist ein denkwürdiger Tag für die Gemeinde Lentföhrden", sagte der Vorsitzende der Stiftung Feierabendwohnheime im Kreise Segeberg, Landrat a. D. Dr. Alnor, in der geselligen Kaffeerunde, zu der die Stiftung und der Bauverein Kaltenkirchen die acht Mieter des neuen Feierabendwohnheimes Lentföhrden eingeladen hatte.
Mit Abstand ist das vom Bauverein Kaltenkirchen errichtete Rentnerwohnheim inmitten des aufbaufreudigen Dorfes Lentföhrden wohl das schönste Feierabendwohnheim der Stiftung im ganzen Kreis Segeberg.
Treppenhaus mit Wappenschmuck
Das Gebäude wurde nach dem Entwurf des Kaltenkirchener Architekten Kurt Düring BDA gebaut. Es enthält acht freundliche Wohnungen. Jedes Heim besteht aus einem großen hellen Wohnzimmer mit Schlafnische, einer kleinen, aber zweckmäßig gebauten Küche mit Elektroherd und Warmwasseranlage, einer neuzeitlichen Toilette, einem Abstellraum und einem geräumigen Keller. Die im Obergeschoß liegenden Wohnungen besitzen auch noch je einen Balkon. Besonders schön ist die Eingangstür und das breite Treppenhaus gelungen, für das Architekt Düring Bilder und
die Wappen der deutschen Ostprovinzen als Wandschmuck gestiftet hat. Der Bauverein hat für eine gemütliche Ecke im Treppenhaus auch noch die Möbel geschenkt.
An der Kaffeetafel nahmen nicht nur die glücklichen Mieter - alle Heimatvertriebene - teil, sondern auch der Vorstand der Stiftung, mehrere Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder des Bauvereins, Bürgermeister Hinrich Schröder mit mehreren Gemeindevertretern und Amtsoberinspektor Kroll vom Amt Kaltenkirchen-Land.
Anerkennung für Robert Wulf
Vorsitzender Dr. Alnor dankte dem geschäftsführenden Vorsitzenden des Bauvereins, Robert Wulf, dafür, daß er sich trotz seiner angegriffenen Gesundheit dem sozialen Werk des Wohnungsbaues so intensiv und mit solcher Begeisterung gewidmet habe. Dr. Alnor dankte aber auch dem anwesenden Architekten Kurt Düring BDA, den Bauhandwerkern für die solide gute Arbeit, Bürgermeister Schröder und seinen Gemeindevertretern, welche die Mittel für die Eigenleistung bewilligt hätten.
Dr. Alnor beglückwünschte die Mieter, die nach einem schweren Lebenslauf nun wieder eine neue Heimat gefunden hätten. Sie hätten wieder eine eigene Haustür, einen eigenen Schlüssel und eine in sich abgeschlossene freundliche Wohnung für einen geruhsamen Lebensabend. Landrat a. D. Dr. Alnor händigte den Mietern in einer Kassette den Hausschlüssel und den l Mietvertrag aus. Vom Bauverein bekamen die Heimbewohner auch noch einen Blumentopf mit Glückwunschkarte überreicht.
Des Lobes voll . . .
Robert Wulf sprach als Vertreter des Bauvereins Kaltenkirchen. der schon viele Feierabendwohnheime im Kreis Segeberg gebaut hat, die Hoffnung aus, daß sich die Bewohner zu einer harmonischen Hausgemeinschaft zusammenfinden und sich, das Leben erleichternd, gegenseitig helfen möchten.
Der Amtsschreiber des Amtes Kaltenkirchen-Land, Amtsoberinspektor Kroll, sagte den Mietern - die älteste Heimbewohnerin ist Frau Heß mit 80 Jahren -, daß sie sich wegen der Mietbeihilfe, die ihnen gesetzlich zustünde, keine Sorge zu machen brauchten. Er käme selber zu ihnen in die neue Wohnung und werde dort alles mit ihnen regeln . . .
Nach dem Kaffeetrinken - es gab Berge von Torten - bewegte sich der Zug der Mieter, mit dem Blumentopf und dem Hausschlüssel in der Hand, mit den Vertretern der Stiftung, des Bauvereins und der Gemeinde vom Gasthof Hermine Schümann zum Feierabendwohnheim. Alle waren des Lobes voll über den schmucken Bau.


Verbindung Lentföhrden - Schmalfeld                                                                                  SZ 17.Mai 1960

Am Sonnabend wurde die mit einem Kostenaufwand von 650 000 Mark erbaute Verbindungsstraße von Lentföhrden nach Schmalfeld in 6,557 Kilometer Länge dem Verkehr offiziell freigegeben. In Lentföhrden durchschnitt der alte Landrat Dr.Alnor das weiße Band, an der Gemeindegrenze Schmalfeld nahm der neue Landrat, Joachim Dorenburg, die feierliche Handlung vor. 35 Wagen der Besichtigungskommission und der Gäste durchfuhren die Ehrenpforten. Der Lentföhrdener Schulchor sang unter Schulleiter Timmermann Frühlingslieder. Schülerinnen hielten Ansprachen und überreichten den beiden Landräten und Kreisinspektor Brettin Blumensträuße. Für beide Gemeinden wer es ein Freudentag. Durch die neue Straße sind die beiden Orte einander näher gerückt. Text u. Foto: cke


Dienstag, 5. August 1958

Lentföhrden, Anlässlich einer Bauernhochzeit in Lentföhrden wurde am Polterbabend auf dem Schornstein des Hochzeitshauses ein Kinderwagen mit einem großen Adebar angebracht. Damit nicht genug: Ein Zimmermann erkletterte den unweit des Hochzeitshauses stehenden Meiereischornstein. Dabei hatte er immerhin 18 Meter hoch zu steigen. Oben angelangt, steckte er ein Damenfahrrad so in den Kamin, dass nur noch Lenkstange und Vorderrad herausragten. Ein kühner Meiereigehilfe erstieg am anderen Tag den Schornstein und holte das Damenfahrrad heil herunter.


FC Lentföhrden - Heidmoor                                                                                                                          SZ 17.02.1958

Seit längerer Zeit herrscht in Lentföhrden und Umgebung eine gewisse Spannung zwischen den Sportlern und der sportinteressierten Bevölkerung. Man konnte es den Fußballern nicht verzeihen, dass die vor einem Jahr plötzlich einen FC Heidmoor bildeten, obwohl aus der Gemeinde Heidmoor nur sehr wenige Einwohner Mitglieder des Vereins waren. Zudem spielte man unter dem Namen Heidmoor auch noch auf dem Sportplatz in Lentföhrden.
Am vergangenen Sonnabend wurde im Vereinslokal „Bahnhofshotel Lentföhrden" ein Schlussstrich unter diese Entwicklung gesetzt. Einstimmig beschlossen die anwesenden Vereinsmitglieder, dass sich der FC Lentföhrden und der FC Heidmoor zusammenschließen.


Tannenbäume nach West-Berlin                                                                                          SZ 1.12.1957

Dienstag, 3. Dezember. Auf dem Lentföhrdener Bahnhof sind bereits vier Waggons Weihnachtsbäume verladen und nach West-Berlin abgegangen. Vier weitere Waggons folgen in diesen Tagen. Mit jedem Waggon rollen 2500 Tannen in die alte Reichshauptstadt. Die Tannen stammen aus Beständen von Lentföhrden und Umgebung, die mit Lastkraftwagen herangebracht werden.


Zugüberfall                                                                                                                         SZ 12. 09.1957

Einen ungewöhnlichen Diebstahl verübten unbekannte Täter am Dienstagabend zwischen den Stationen Lentföhrden und Nützen der AKN-Bahn. Zwischen 22.05 und 22.10 Uhr warfen die Diebe aus einem fahrplanmäßigen Zug etwa 30 Kolli Teppichwaren und Tuche von Industriebetrieben aus Neumünster. Die Polizei vermutet, dass die Täter auf einem der Bahnhöfe zwischen Neumünster und Lentföhrden die Plomben des Packwagens abgerissen und sich unbeobachtet in den Wagen geschlichen haben. Offensichtlich war ein sofortiger Abtransport der hinausgeworfenen Gepäckstücke vorgesehen. Es wurde beobachtet, dass gegen 23 Uhr 150 m südlich des Bahnhofes Lentföhrden ein Mann dabei war, große Ballen auf einen Lastwagen zu laden. Der Diebstahl wurde erst am Mittwochvormittag bemerkt, als das Personal eines AKN-Zuges die Kolli an der Bahnstrecke liegen sah.


Historische Wahlergebnisse in Lentföhrden
 

1884 Sachau

nat.lib.

Halben

dt.freis.

Frohme

SPD

Reichstagswahl
Stimmen 40 1 -

 

1912 Konservative Fortschritt Nationalliberale SPD
Reichstagswahl 11,9 47,6 14,3 26,2

 

1919 DDP DNVP DVP SHBLD SPD
Nationalversammlung 23,4 7,8 3,7 16,5 48,6
Verfassungsgebende Preußische Landesversammlung 15,2 12,2 0,9 25,6 46,0

 

Reichstagswahlen DDP DNVP NS DVP SHLP Völ.-soz.Block SPD DBP NSDAP CSVD Ldv KPD StP WiP USPD
20.2.21 2,3 25,9   4,6 31,0   33,3         1,4     1,4
04.5.24 7,6 58,7   8,7 1,4 2,9 7,6         10,5     2,5
7.12.24 7,8 51,9 3,0 8,3     28,8         0,0      
20.5.28 1,7 37,7 2,6 10,3   0,6 41,6
(41 Stimmen)
  (9
Stimmen)
    3,5   0,3  
14.9.30   7,3   6,5     12,2
(30 Stimmen)
0,8 46,7
(115 Stimmen)
15,0 6,5 2,4 0,8 1,6  

 

Reichspräsidentenwahl Duestenberg Hindenburg Hitler Thälmann
13.3.32 27,9 11,2 57,3 3,5
10.4.32 (Stichwahl)   21,2 75,0 5,0

 

Landtagswahlen    NSDAP SPD
24.4.1932 * 222 10

 

Reichstagswahlen    NSDAP SPD
31.7.1932 * 243 13

* = Stimmen

Reichstagswahlen NSDAP SPD DNVP KPD Stp CSVD Kampffront Schwarz-Weiß-Rot DBP
6.11.1932 59,6 (199 Stimmen) 2,4 (8 Stimmen) 23,1 7,5 0,7  5,1   1,5
5.3.1933 66,9 2,2   1,9     29,1  

Bei der Reichstagswahl und Volksabstimmung am 12.11.1933 war nur noch die NSDAP auf der Liste. Für sie haben 94 % mit „JA“ gestimmt. Es gab in Lentföhrden 363 Wahlberechtigte. Bei dem Volksentscheid, indem es um den Austritt aus dem Völkerbund ging, entschieden sich 97 % dafür und 12 Wähler dagegen.

Erklärung:

WiP    Wirtschaftspartei
StP      Staatspartei
Ldv    Deutsches Landvolk
DBP    Deutsche Bauernpartei
CSDV    Chirstlich-Sozialer Volksdienst
DNVP    Dt. Nationale Volkspartei (Konservative)
DDP    Dt. Demokratische Partei (Linksliberale)  
DVP    Dt. Volkspartei (Nationalliberale)
USPD    Unabhängige Sozialdemokraten
KPD    Kommunistische Partei Deutschland
SHBLD     S-H Bauern und Landesarbeiterpartei
SHLP    S-H Landespartei
SPD    Sozialdemokratische Partei
NSDAP    Nationalsoz. dt. Arbeiterpartei

 


Am 15. Sept. 1946 fanden erstmalig seit Beendigung des Krieges Gemeinderatswahlen statt. In hiesiger Gemeinde fand jedoch keine Wahl statt, weil nach Aufstellung der Kandidatenliste von 16 eingereichten Kandidaten 4 ausscheiden mußten, da von der englischen Militärregierung nicht genehmigt und daher nur 12 Kandidaten verblieben, die wie folgt der Partei angehörten:
Hans H. Böge CDU; Hans Harms CDU; Wilh. Marzahl CDU; Ernst Fischer SPD; Karl Oeser CDU; Tönjes Peters CDU; Wilh. Möller unabhängig; Ernst Möller CDU; Gustav Hoffmann SPD; Wilhelm Mißfeld CDU; Ernst Möckelmann CDU (Quelle: GR-Prot.?.46)


  Gemeinde Landtag

Bundestag

 

90

82

78

74 Sitze

 70 Sitze   66

62

59 (*1) 79 75 71 67 62 58 72

68

 65

61(Zweitstimme)

CDU 2192 215 3 4 1       380 396 356 178 114   357 48,1% 207 161
SPD 1842 122 3 2 2 641 23,57% 18,18% 274 194 164 131 135   320 25% 144 134
FDP 1330 133 6 7 8 2122 76,43% 81,82% 151 138 71 195 293   91 19% 202 259
K.W.V 530 54 1                              
GDP                         10         18
DFU                       5 4       3 3
DG                         2         4
AUD                                 1  
NPD                 5 ? 17 35     9 5,8% 7  
DKP                 2 ? 2       1      
DRP                                   3
EP                     1       3      
Grüne                 28                  
KBW                 2                  

GDP    Gesamtdeutsche Partei
DFU    Deutsche Friedensunion
DG    Deutsche Gemeinschaft
AUD
DRP    Deutsche Reichs-Partei
K.W.V. Kommunale Wählervereinigung

*1)   Gemeindevertreter 1959
        Hans Böge, FDP
        Wilhelm Möller, FDP
        Paul von Mrozik, FDP
        Hinrich Schröder, FDP
        Hans Wilhelm Böge, FDP
        Fritz Sander, FDP
        Hermann Fitzner, FDP
        Hermann Petersen, FDP
        Ernst Möller, FDP
        Richard Rutz, SPD
        Max Haack, SPD

 


 

 

                       
                            B E K A N N T M A C H U N G

ÜBER DIE ZUSAMMENSETZUNG DES WAHLAUSSCHUSSES


Der Gemeindewahlausschuß in der Gemeinde Lentföhrden
für die Gemeinde- und Kreiswahlen am 25. Oktober 1959
setzt sich wie folgt zusammen:
Wahlleiter:                                    Schulleiter Hammerich
Stellvertreter des Wahlleiters:    Grete Wrage

Beisitzer:                                    1. Willi Kühl
                                                    2. Willy Looft
                                                    3. Willi Kröger
                                                    4. Otto Rathjens
                                                    5. Walter Beckmann
                                                    6. Walter Dassow
Stellvertreter der Beisitzer:
                                                    1. Johannes Thies
                                                    2. Willy Schweichler
                                                    3. Paul Tiede
                                                    4. Heinrich Burmeister
                                                    5. Bernhard Tietjens
                                                    6. Johannes Bühlow

Lentföhrden, den 7. September 1959

(Dienstsiegel)


1914: Sommer-Sensation in Lentföhrden                                                                                          (zwi)  SZ 13.7.04

Europa ist ein politisches Pulverfass: Mehrere Länder, allen voran das deutsche Kaiserreich, rüsten sich für den bevorstehenden Krieg. Im Juli 1914 gibt es aber noch andere - und angenehmere
- Ereignisse, worüber die Menschen sprechen. Unter anderem das Tennisfinale von Wimbledon: Dort gewinnt der Australier Norman Brookes ganz knapp nach fünf Sätzen gegen den deutschen Otto Froitzheim. In dem damals weniger als vierhundert Einwohner zählenden Dorf Lentföhrden zieht aber weder ein weltpolitisches noch ein sportliches Geschehen die Menschen in seinen Bann. Am 13. Juli - heute genau vor 90 Jahren - landet auf einer Wiese am Ortsrand zum ersten Mal ein Flugzug.

Am 13. Juli 1914 landete in Lentföhrden zum ersten und einzigen Male ein Doppeldecker. Am Steuerknüppel saß Gerhard Petersen, Sohn des „Waldburg“ - Erbauers Marinus Petersen. Ein Flugzeug aus der Nähe betrachten zu dürfen, war damals für die meisten Dorfbewohner eine Sensation. Erst im Dezember 1903 hatten In den USA die Gebrüder Wright den ersten Flug (70 Meter weit) mit einem Motorflugzeug geschafft.

Schon am Tag zuvor herrscht Aufregung im Dorf, ausgelöst durch ein Telegramm aus Berlin. Der erst 20-jährige Pilot Gerhard Petersen, Sohn des Lentföhrdener Marinus Petersen (Erbauer der Villa „Waldburg“), hat seinen Besuch angekündigt - im Doppeldecker. Die Nachricht verbreitet sich rasch im Dorf. Viele Bürger holen ihre feine Garderobe aus dem Schrank, ein Fotograf wird bestellt.
Um 7.45 Uhr startet Gerhard Petersen mit einem Flugschüler als Co-Pilot in Berlin. Nach gut drei Stunden in der Luft ist das Ziel erreicht. Fast das ganze Dorf ist auf den Beinen, als gegen 11 Uhr der Doppeldecker gesichtet wird. Zahlreiche Schaulustige, darunter mittlerweile auch etliche aus Nützen, eilen zum vorgesehenen Landeplatz direkt an der Bundesstraße. Pilot Petersen verfolgt aus der Luft den Auflauf und entscheidet sich aus Sicherheitsgründen für einen anderen Landeplatz. Der Doppeldecker dreht einige Runden über der Menschenmenge und steuert dann eine Wiese an der Straße nach Weddelbrook (im Flurbereich Lohn) an Viele der Zuschauer hasten über Wiesen und Felder, um als erste die Maschine aus der Nähe betrachten zu können. Die Landung klappt trotz des unebenen Geländes ohne Probleme. Zum Empfangskomitee gehören neben Marinus Petersen (seine frühere „Waldburg“ ist heute ein Seniorenzentrum), Meierist Johannes Holst, Lehrer Matthias Foderberg und der Gastwirt Max Jipp.
Am folgenden Tag hat der Pilot zunächst Pech: Beim ersten Start berührt der Propeller den Boden und wird beschädigt. Ein derartiges Problem ist nichts ungewöhnliches für Flieger, deshalb hat auch Petersen einen Ersatzpropeller an Bord. Nach der Reparatur starten mehrere Rundflüge. Einige Lentföhrdener dürfen sich ihre Heimat von oben anschauen. Anschließend verabschiedet sich Gerhard Petersen von seinem Vater samt der Menge und fliegt mit dem Doppeldecker erst nach Oldesloe, dann zurück nach Berlin Johannisthal.
Zur Erinnerung an das Spektakel im Juli 1914 wird der beschädigte Propeller lange Zeit in der Lentföhrdener Bahnhofsgastwirtschaft aufbewahrt.
Zwei Wochen nach Gerhard Petersens ungewöhnlichem Besuch beginnt der Erste Weltkrieg. Der junge Pilot wird zunächst in Ostpreußen, später in Galizien als Flugbeobachter eingesetzt. Petersen macht Karriere, einmal wird er sogar vom deutschen Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg persönlich empfangen. Nach dem Krieg fliegt Gerhard Petersen jahrelang die Route Berlin - Weimar, später wechselt er zur Hamburger Polizeifliegerstaffel. 1976 stirbt der Mann, der in Lentföhrden Geschichte schrieb.
Fakten und Foto zur Doppeldecker-Landung in Lentföhrden lieferte Hans Mißfeldt aus Rellingen. Der Heimatforscher hat familiäre Wurzeln in Lentföhrden.


Bewohnte Erdhütten                                                                                                                                   3.11.1904 Illustrierte Zeitung


Der Moorbrand in der Lentföhrdener Heide bei Bramstedt in Holstein                            5.9. 1893 - Illustrierte Zeitung  

Im Wilden Westen Amerikas sind Prairiebrände nichts Seltenes: auch bei uns kommen alljährlich kleinere Heide- und Moorbrände vor, die aber selten größere Ausdehnungen annehmen. Die in diesem Jahrelanganhaltende Dürre war die Veranlassung, dass ein in der Lentföhrdener Heide entstandene Moorbrand einen gewaltigen Umfang annahm. Artillerieabteilungen, die in der Heide Schießübungen abhielten, sollen diese in Brand geschossen haben. Genährt durch das ausgetrocknete Gras und Moor, verbreitete sich das Feuer alsbald über eine große Fläche. Das Terrain des Brandes, Torfboden, viele Tannenschonungen, auch eine Koppel Getreide, meist fiscalischer Besitz, wird über eine Quadratmeile geschätzt.

Einen prachtvollen Anblick gewährte das brennende Moor, wenn tiefe Stellen von dem Feuer ergriffen wurden; es stiegen dann 30 bis 40 Mtr. hohe Rauch- und Funkensäulen auf; die Sonne, die schwach durch den Rauch schien, sah wie eine feurige Scheibe aus, rote Lichter auf die Heide werfend; noch prächtiger aber nahm sich das brennende Moor bei Nacht aus, unheimlich leuchtend wie ein glühender Teppich. Trotz der heldenhaften Arbeit der Soldaten (es wurden etwa 16 Kilometer zum Teil 1 Mtr. Breite und 11/2 Mtr. tiefe Gräben aufgeworfen) würde wohl das kaum zehn Minuten vom Ende des Feuerherd gelegene Dorf Lentföhrden dem Brand zum Opfer gefallen sein, wenn nicht ein ausgiebiger Regen den Arbeiten der Soldaten zu Hilfe gekommen  wäre und die Hauptkraft des Feuers gebrochen hätte. Trotzdem brannte das Moor noch einige Tage weiter, und es mussten die zurückgebliebenen einzelnen Brandherde von den Soldaten durch Umgraben und Umschütten gelöscht werden. Das dazu nötige Wasser ist aber in der Heide ein seltener Artikel; ich sah, wie die Truppen es in ihren Feldstiefeln von weitem herantrugen. Der Brand hat über acht Tage gedauert, und die Truppen wurden, vielfach in der Nacht plötzlich alarmiert und sofort nach der Bahn geleitet um nach der Brandstelle gebracht zu werden; zuerst das Pionierbataillon in Rendsburg, das tagszuvor von dem Boßelholmer Moorbrande bei Rendsburg, den es mit Erfolg bekämpft hatte, zurückgekommen war; soweit mir bekannt geworden, folgten dann ein Bataillon Infanterie von Neumünster, zwei Bataillone Infanterie von Altona, Artillerieabteilungen von Rendsburg, Train usw. Als ich auf meiner Reise nach dem Brandschauplatz in der Bahnstation Wrist der Altona-Kieler Eisenbahn eintraf, zeigt schon der Bahnhof und später die ganze Gegend ein kriegsmäßiges Aussehen; überall Soldaten aller Truppengattungen, Ordonanzen, Wagentransporte. Die Truppen haben eine schwere Zeit hinter sich, um so mehr, als sie bei dem schnellen Abmarsch anfangs das Nötigste entbehrten und dabei immer schwer arbeiten mußten. So wurde in den ersten Tagen der Kaffee in Moorwasser gekocht, denn die Dörfer waren von den vielen Lagerplätzen meilenweit entfernt; später, als die Provianttransporte eintrafen, wurde die Verpflegung eine bessere. In den umliegenden Städten waren sämtliche vorhandenen Konserven aufgekauft worden, auch Markedender fanden sich ein, die an den Lagerplätzen ihre Zelte aufschlugen oder mit Wagen und Pferd umherzogen.
    Von der Bahnstation Wrist, wo der Anschluß an das große Telegraphennetz erfolgte, hatten die Pioniere innerhalb kurzer Zeit eine Telegraphenleitung nach dem Brandplatz und um das ganze brennende Terrain herum hergestellt, so daß sämtliche Truppenteile untereinander und mit ihren Kommandos verbunden waren, um an besonders bedrohte Stellen sofort Hülfe senden und aus den Garnisonen weitere Verstärkungen heranziehen zu können.

Fritz Stoltenberg  (Bild von der Natur gezeichnet)                      (Danke an Hanna!)