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Vogelschießen
von Arnold Timmermann ±
Vogelschießen das war früher ein echtes
Dorffest. Die Leitung lag in den Händen der Schule. Die Verteilung der Aufgaben
erfolgte Wochen vorher in einer Elternversammlung. Anschließend zogen Sammler
von Haus zu Haus.
Obwohl das Geld knapp war, kam
jedes Mal eine ansehnliche Summe zusammen, aus der die gesamten Kosten des
Festes bestritten wurden und trotzdem jedes Kind ein Geschenk erhalten konnte.
So war der 1. Preis, der Königspreis, jahrelang eine wertvolle Armbanduhr.
Die Wettspiele fanden am Freitagnachmittag auf
dem Schulhof statt und wurden mit dem Schleswig – Holstein - Lied eröffnet.
Seinerzeit beherbergte unsere Schule noch sämtliche neun Hauptschuljahrgänge.
Zur Wahrung der Chancengleichheit wurden diese in 3 Gruppen (jeweils weiter
unterteilt nach Jungen und Mädchen) eingeteilt.
Die älteren Jahrgänge der Jungen schössen mit
dem Luftgewehr, die mittleren mit Pfeil und Bogen, und die jüngsten ermittelten
ihren König beim Ringreiten (Die Pferde bestanden aus einem als Pferdekopf
zurechtgeschnittenen Brett, an dem Griffe und ein Stock befestigt waren).
Während die Riemen Mädchen kegelten,
ermittelten die mittleren Jahrgänge ihren Sieger am Ringkarussell und die
ältesten übten sich im Topfschlagen.
Am folgenden Tag des Festes, dem Sonnabend, war
vormittags schulfrei. Am Nachmittag versammelte man sich
auf dem Schule zum Festumzug. An der Spitze des Zuges wurden die drei
Königspaare durch den Ort gefahren. Anfangs bediente man sich de
Pferdekutschen. Bei einem Umzug ging ein Pferd mit der Kutsche durch. Obwohl die
Sache glimpflich ausging und es keine Verletzten gab, entschloss man sich,
fortan statt der Pferdekutschen Personenkraftwagen einzusetzen. Der
Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, das erste Königspaar zu
chauffieren.
Nach dem Umzug, der am Bahnhofshotel endete,
wurde bis in den Abend hinein getanzt. Zwischendurch gab es Kaffee, dazu Kuchen
der ebenfalls gespendet worden war. Als Einlagen wurden Volkslieder vorgetragen
und Volkstänze aufgeführt.
Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Nützen
und Lentföhrden zu einem Schulverband wurde das Kinderfest abwechselnd in
Lentföhrden und Nützen veranstaltet Damit und auch mit der Abwanderung der 5.
bis zu 9. Klassen an die Dörfergemeinschaftsschule nach Kaltenkirchen verlor das
Fest seinen Charakter als Dorffest. Das Interesse an dieser Veranstaltung
erlahmte daher von Seiten der Eltern und der Kinder sehr schnell, so daß das
gemeinsame Kinderfest im Schulverband nach drei Jahren abgesetzt wurde.
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